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O+P Fluidtechnik 1-2/2016

O+P Fluidtechnik 1-2/2016

01 Nicht nur Hersteller,

01 Nicht nur Hersteller, sondern vor allem auch Anwender von Messtechnik wünschen sich Infos auf einen Klick 02 Auch in einer Produktion nach Industrie 4.0-Standards spielt der Mensch als Fachkraft eine zentrale Rolle Lässt sich eine Werkzeugmaschine in eine Messmaschine verwandeln? Vielleicht nicht so, dass die Werkzeugmaschine zur Messmaschine wird, aber wir und die Kollegen vom WZL und Fraunhofer IPT arbeiten an der Sensorintegration. Es kommt darauf an, den Großteil potenzieller Messfehler inline zu bestimmen und zu korrigieren. Allerdings muss hier auch etwas bei den Steuerungen geschehen, die bisher noch nicht für Messstrategien ausgelegt sind und strukturell keine Messaufgaben übernehmen können. Aber auch hier werden Apps auf leistungsfähiger Hardware die Landschaft verändern. Was raten Sie einem Hersteller von Werkzeug- oder Messmaschinen? ERFOLGREICH WERDEN DIE MESSGERÄTEHERSTELLER SEIN, DEREN PRODUKTE SICH NAHT- LOS IN DIE MODELLWELT DER KUNDEN EINFÜGEN LASSEN Orientieren Sie sich bei Ihren Maschinen und Geräten an der Systematik der RAMI 4.0, der neuen Referenzarchitektur für Industrie 4.0. Wenn es uns nicht gelingt, dadurch auch in der Normung schnell am Markt zu sein, werden eben andere Player wie Suchmaschinenanbieter das „internet of things“ maßgeblich beeinflussen. Denn diese verfügen dann über einen gigantischen Datenschatz, der sich vermarkten lässt – einzigartige Expertise ist dann für jeden erschwinglich und reproduzierbar. Mit Blick auf die zahlreichen Funktionen eines Smartphones wird bald tendenziell kaum jemand noch hohe Preise für messtechnische Hardware, sofern sie nicht gerade hochgradig spezifisch ist, akzeptieren. Was zählt, ist Funktionalität – und die kommt aus den Daten. Dazu ein Beispiel aus der Praxis: Ein Hersteller, dessen Produkte scheinbar austauschbar sind, tut vielleicht gut daran, eine Datenschnittstelle zum Planungssystem seines Kunden zu haben. Automatisiertes Auflösen der Stückliste nach Plan, Zusammenführen der Teile, Vormontage, auto matisiertes Prüfen nach automatisch generierten Prüf plänen, Logistik und Hilfestellung bei der Endmontage mittels App: Das ist keine Zukunftsmusik mehr. Findige Unter nehmen haben es schon erfolgreich umgesetzt. Erfolg reich werden langfristig die Mess geräte hersteller sein, die sich mit ihren Produkten nahtlos in die Anforde rungen und Modellwelten ihrer Kunden einfügen lassen. SPECIAL / INDUSTRIE 4.0 Es muss unter Industrie 4.0 also zusammen wachsen, was in der Welt der Konsumenten heute schon zusammen gehört: Welche Rolle spielt da die Quality Area auf der METAV 2016? Also wird mit Industrie 4.0 alles gut? Die Quality Area wird diese Entwicklung sicherlich erlebbar machen. Unbestritten steht auf der METAV weiterhin die Werkzeugmaschine im Mittelpunkt. Aber offensichtlich kommt die Innovation für I 4.0 auch aus der Messtechnik. Ich rate daher jedem Besucher, sich ein paar Stunden Zeit zu nehmen, um sich von der Sensor- und Messtechnik-Branche inspirieren zu lassen. Ich sehe es auch als Chance an, die funktional-organisatorischen Mauern zwischen den produzierenden und messenden Bereichen abzubauen. Produktivität ist eben mehr als kurze Zerspanzeit. Wer glaubt, dass Industrie 4.0 nun alle unsere Probleme löst und ihn von der Aufgabe entbindet, für die Produktion von morgen zu forschen, irrt. Es irrt auch, wer glaubt, dass sich Mitarbeiter ohne entsprechende Qualifikation einfach in die Fabrikwelt von morgen integrieren lassen. Aber die Quelle valider Daten ist die Messtechnik, sie bietet treibende Faktoren, um in Deutschland dank einer neuartigen Automatisierung wieder Dinge produzieren zu können, die sich angeblich hier nicht kostengünstig herstellen lassen. Das haben mittlerweile auch einige große internationale Konzerne entdeckt, die Deutschland zunehmend als Standort zum Forschen und Produzieren schätzen. Gerade vor kurzem hatten wir wieder Besuch von einem großen US-Konzern, dessen Vertreter uns sagten: „Hier kann man gut arbeiten, denn hier gibt es die hochqualifizierten und leistungsfähigen Netzwerke der kurzen Wege“. www.wzl.rwth-aachen.de 50 O+P – Ölhydraulik und Pneumatik 1-2/2016

UMFRAGE STUDIE: BEDEUTUNG VON IoT WÄCHST Das Thema Internet der Dinge (IoT) ist in vielen Unternehmen angekommen, das Potenzial wird aber noch lange nicht von allen genutzt. Ob Unternehmen sich intensiv mit dem Thema befassen, hängt auch davon ab, für wie wichtig und erfolgversprechend sie IoT erachten. Auf die Frage, wie wichtig das Internet der Dinge in fünf Jahren für das eigene Unternehmen sein wird, antworteten 47 % der deutschen Unternehmen, es werde „entscheidend“ oder „sehr wichtig“ sein, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des schwedischen M2M-Experten Telenor Connexion. Nur 3 % gaben „unwichtig“ als Antwort. Dass IoT die eigene Branche innerhalb von fünf Jahren verändern wird, glauben 43 % der Unternehmen. 31 % glauben das nicht, weitere 26 % wissen es nicht. Grundlage der Erhebung bildete eine Onlinebefragung unter 550 Geschäftsführern, Abteilungsleitern oder IT-Verantwortlichen, die Goldmedia Custom Research GmbH im Auftrag von Telenor Connexion 2015 durchgeführt hat. WIE BEWERTEN SIE DIE BEDINGUNGEN FÜR DEN ERFOLG DES INTERNET DER DINGE IN DEUTSCHLAND IM HINBLICK AUF… (ANTWORTEN: ’HERVORRAGEND’ UND ’SEHR GUT’) … die Infrastruktur: 39% DEUTSCHLANDS INFRASTRUKTUR IST HERVORRAGEND GEEIGNET FÜR ERFOLG DES IoT … Innovationskraft auf dem Gebiet: 35% … Kenntnisse und Fähigkeiten: 30% … Gesamtkosten für die Implementierung und den Betrieb: 26% Andrea Sroczynski, Strategic Business Development bei Telenor Connexion: „Wir sehen auch hierzulande den Trend, dass sich Unternehmen zunehmend mit den Themen Industrie 4.0 und IoT befassen. Aufgrund länger dauernder Standardisierungsprozesse in Deutschland schreitet die Entwicklung aber langsamer voran als beispielsweise in Skandinavien oder den USA. Deutsche Unternehmen sollten das Potenzial des Internet der Dinge nicht unterschätzen und zu lange zögern, sonst laufen ihnen junge Startups, die die Innovationskraft des IoT längst erkannt haben, in naher Zukunft den Rang ab.“ www.telenorconnexion.de UNTERSCHIEDLICHE BRANCHEN, UNTERSCHIEDLICHE GEWICHTUNGEN 61 % der Finanz- & Versicherungsunternehmen sehen IoT in fünf Jahren als entscheidend oder sehr wichtig für das eigene Unternehmen an, gefolgt von Unternehmen aus der Handelsbranche (55 %) und dem Gesundheitswesen (54%). Als „unwichtig“ erachten 11 % der Unternehmen in der Landwirtschaftsbranche das Internet der Dinge. Daran, dass es die eigene Branche innerhalb von fünf Jahren verändern wird, glauben 56 % der Handelsunternehmen. Am wenigsten überzeugt ist der Öffentliche Sektor: 42 % der Unternehmen glauben nicht an die Veränderung der eigenen Branche durch IoT. O+P – Ölhydraulik und Pneumatik 1-2/2016 51

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