Aufrufe
vor 11 Monaten

O+P Fluidtechnik 1-2/2016

O+P Fluidtechnik 1-2/2016

MESSTECHNIK ODIN LERNT

MESSTECHNIK ODIN LERNT NIE AUS PRODUKTE UND ANWENDUNGEN POINTIERT SELBSTLERNENDES CONDITION MONITORING SYSTEM JE MEHR NUTZER, DESTO WENIGER FEHLER SERVICEMODELL IN DREI STUFEN Autor: Heiko Schwindt, Leiter Service Industrielle Anwendungen bei Bosch Rexroth in Lohr am Main Heiko Schwindt Vernetzte Hydrauliksysteme kontinuierlich überwachen und so die Verfügbarkeit der Maschinen und Anlagen steigern – das ermöglicht das Condition Monitoring System Odin (Online Diagnostics Network) von Bosch Rexroth. Es verbindet Industrie 4.0 und Data Mining. Der Schlüssel zum Erfolg: selbstlernende Algorithmen. „Leser, die dieses Buch gekauft haben, interessieren sich auch für folgende Artikel.“ Data Mining gehört bei großen Online-Händlern bereits zum Alltag. Sie leiten daraus individuelle Empfehlungen ab und erzeugen so einen Mehrwert für ihre Kunden. Bosch Rexroth nutzt diesen Ansatz nun auch für industrielle Anwender – um Betriebszustände hydraulischer Systeme online zu analysieren und Verschleiß frühzeitig zu erkennen. Im Hintergrund sorgen selbstlernende Algorithmen dafür, dass die Verschleißvorhersagen von Odin mit wachsender Datenbasis – also jeder neu angeschlossenen Anlage – akkurater werden. Mit dem vorausschauenden Service-Angebot Odin macht Bosch Rexroth ein solches Condition-Monitoring für Produktionsbetriebe mit hydraulischen Systemen greifbar. Der Fokus der ersten Stufe 60 O+P – Ölhydraulik und Pneumatik 1-2/2016

MESSTECHNIK Mit einem Graph informiert der Machine Health Index über den Maschinenzustand Hierzu zählen unter anderem Mining, Material Handling, Metallurgie, Pulp & Paper, die Zuckerherstellung oder Marine und Offshore. liegt auf Applikationen mit Hägglunds Systemen. Im Falle eines Stillstands entstehen hier üblicherweise hohe Kosten. Doch die Lösung besteht nicht allein darin, Daten zu sammeln und bereitzustellen. Das Entscheidende ist die Verarbeitung der Daten. Um verschleißbedingte Ausfälle frühzeitig vorhersagen zu können und die maximale Lebensdauer der eingesetzten Komponenten auszureizen, setzt Bosch Rexroth auf Data Mining. DER SCHWARM MINIMIERT FEHLALARME Je mehr dezentral gesammelte Daten anhand datenbasierter Fehlermodelle und selbstlernender Algorithmen zentral ausgewertet werden, desto präzisere Risikoanalysen und Handlungsempfehlungen kann Odin erstellen. Mit jeder neu angeschlossenen Anlage und der dadurch vergrößerten Datenbasis sinkt also die Anzahl potentieller Fehlalarme. Die laufenden Prozesse vor Ort werden von der Datenerfassung nicht beeinflusst. Der Transfer zu Odin erfolgt verschlüsselt durch sichere Mechanismen. Gespeichert und verarbeitet werden die gesammelten Informationen ausschließlich auf den Servern der Robert Bosch GmbH, die durch die strengen Datenschutzrichtlinien des Konzerns geschützt sind. Odin ist Teil eines prädiktiven Wartungsvertrags (Predictive Service Agreement), durch den die jeweiligen Handlungsempfehlungen effizient und direkt umgesetzt werden. Weil die Wartungseinsätze dadurch planbar sind und die maximale Einsatzdauer der Komponenten genutzt werden kann, sinken die Wartungs- und Ersatzteilkosten. Gleichzeitig verringert sich das Ausfallrisiko, was besonders interessant für Betreiber von Anlagen mit hohen Stillstandkosten ist. MASCHINENVERFÜGBARKEIT IN DREI STUFEN In der einfachsten Form melden die Messsysteme vor Ort lediglich das Erreichen kritischer Grenzwerte. In einer Ampeldarstellung lassen sich so insbesondere Verunreinigungen im Hydraulikfluid im Blick behalten, aber auch der Wassergehalt oder die Temperatur. In der zweiten Ausbaustufe erlaubt ein örtliches Condition Monitoring, dass weitere ausfallkritische Parameter erfasst und visualisiert. Dazu zählen neben Antriebsinformationen auch der Druck und der Verschmutzungsgrad der Filter. Neben Fehlerdiagnosen werden Ausfallprognosen erstellt und entsprechende Meldungen und Warnungen ausgegeben. In der dritten, umfassenden Variante entfaltet das Condition Monitoring mit einer auf Data Mining basierten Ausfallrisikodiagnose sein volles Potential. Der Odin Predictive Analytics Service versorgt den Nutzer dabei regelmäßig mit Statusberichten und Handlungsempfehlungen. Über ein Web-Portal ist der aktuelle Maschinenzustand jederzeit abrufbar, um mit Unterstützung durch den Bosch Rexroth Service frühzeitig Wartungsmaßnahmen einzuleiten. Als MIT JEDER ANGESCHLOSSENEN ANLAGE SINKT DIE ANZAHL POTENTIELLER FEHLALARME Indikator dient der von eigens entwickelte Machine Health Index (MHI), der den Maschinenzustand anhand eines Graphs visualisiert. Dank der intelligenten Algorithmen von Odin braucht der Anwender dazu keinerlei Schwellenwerte festzulegen. Im Rahmen der prädiktiven Wartungsvereinbarung unterstützt Bosch Rexroth auch bei der Vorbereitung und Implementierung von Odin. Hierzu zählen unter anderem die Analyse der jeweiligen Kundenanforderungen und der technischen Voraussetzungen. Dank Data Mining weiß der Anwender schon heute, was übermorgen passiert und kann die Wartung und Verfügbarkeit seiner Maschinen und Anlagen optimieren. Die abgestuften Condition Monitoring- Pakete von Bosch Rexroth gestatten hierfür eine individuelle Gestaltung – von der einfachen Fluidüberwachung vor Ort bis hin zum effektiven Monitoring großer Umgebungen. www.boschrexroth.de O+P – Ölhydraulik und Pneumatik 1-2/2016 61

© 2016 by Vereinigte Fachverlage GmbH. Alle Rechte vorbehalten.