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O+P Fluidtechnik 1-2/2020

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O+P Fluidtechnik 1-2/2020

TURCK-JAHRESPRESSEKONFERENZ: DIE DIGITALE ZUKUNFT IM BLICK PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Der Automatisierungsspezialist Turck beendet das Geschäftsjahr 2019 mit einem leichten Minus. Für das Mülheimer Unternehmen ist dies allerdings kein Grund zum Aufstecken. Ganz im Gegenteil: Trotz oder gerade wegen sich ändernden konjunkturellen Rahmenbedingungen hat man viele Projekte auf der Agenda, die das Unternehmen zukunftsfest machen sollen: Neue Produktionsstandorte, Technologiekooperationen und das Ziel zur Leading Digital Automation Company aufzusteigen. Im November hatte der Automatisierungsspezialist Turck zur Jahrespressekonferenz in die Vertriebs- und Marketingzentrale in Mülheim an der Ruhr eingeladen. Die O+P-Redaktion war vor Ort und beeindruckt vom Umfang und der Tragweite der Projekte, die sich das Unternehmen auf die Agenda geschrieben hat. Die Objektivität mit der über das vergangene Geschäftsjahr berichtet wurde, hinterließ einen positiven Eindruck bei den zahlreich anwesenden Pressevertretern. „Nachdem Turck die letzten beiden Jahre jeweils mit einem hervorragenden zweistelligen Wachstum abschließen konnte, werden wir unsere gesteckten Ziele für 2019 nicht ganz erreichen können“, so Christian Wolf, Geschäftsführer der Turck Holding, bei seinen einleitenden Worten. Für das Geschäftsjahr 2019 erwartet das Unternehmen, trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage in seinen Kernmärkten Maschinenbau und Automobilindustrie, einen konsolidierten Gesamtumsatz, der mit rund 640 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau liegt. Das entspricht im Vergleich zum Ergebnis des Jahres 2018 von 660 Millionen Euro einem leichten Rückgang von rund drei Prozent. Die Ursachen für den leichten Rückgang sieht Wolf vor allem in den Unwägbarkeiten der konjunkturellen Rahmenbedingungen und nennt beispielhaft den Brexit, den Wirtschaftskonflikt zwischen China und den USA, aber auch den Zustand der Automobilindustrie, die erhebliche Rückgänge vermeldet. IN DIE EIGENE WERTSCHÖPFUNGS- KETTE INVESTIERT Nach der Präsentation und Analyse der Geschäftsergebnisse von 2019 widmete sich Wolf den laufenden respektive zukünftigen Projekten: „Wir haben auch in diesem Jahr wieder in die Unternehmensstrategie 2020+ investiert und unsere globale Supply Chain weiter optimiert.“ Vor diesem Hintergrund seien die Investitionen in einen neuen Produktionsstandort in Polen und die Erweiterung der Produktion im chinesischen Tianjin zu sehen. Die zusätzliche Fertigung im ostpolnischen Lublin ermöglicht dem Automatisierungsspezialisten, schneller und effizienter die Anforderungen regionaler Märkte zu erfüllen und uneffektive Logistikwege zu reduzieren. So werden in Lublin unter anderem auch Anschlusstechniklösungen für den europäischen Markt produziert, die bislang in China oder in den USA hergestellt wurden. Wolf: „Der neue Standort in Polen ist ein weiterer Schritt hin zu unserem Ziel, innerhalb der Turck- Gruppe in den Regionen Europa, Asien und Amerika optimale Strukturen für Produktion, Logistik und Vertrieb zu schaffen, um die lokalen Kundenbedürfnisse ideal abdecken zu können. Die Standorterweiterung in China wird unsere Wettbewerbsfähigkeit in Asien steigern.“ KNOW-HOW FÜR KÜNFTIGE IIOT-PROJEKTE GESICHERT „Im Zeichen von Industrie 4.0 wandelt sich Turck vom Produkt- zum Systemanbieter, sodass IT- und Software-Know-how zunehmend zu einer Schlüsselressource werden“, begründet Geschäftsführer Wolf die Minderheitsbeteiligung am Duisburger Radarspezialisten Asinco. Mit den Geschäftsanteilen investiert das Unternehmen erneut in IT-Fachwissen, nachdem bereits 2017 der RFID-Turnkey- Lösungspartner Vilant Systems übernommen und im Folgejahr der 20 O+P Fluidtechnik 1-2/2020

AUTOMATISIERUNG POINTIERT LEICHTES UMSATZMINUS IN 2019 IN PRODUKTIONSSTANDORTE INVESTIERT GESCHÄFTSBETEILIGUNG AN ASINCO WECHSEL IN DER GESCHÄFTSFÜHRUNG 02 Technology-Buy-out der Cloud-Software vom IoT-Spezialisten Beck IPC umgesetzt wurde. Mit der Beteiligung an Asinco sichert sich Turck nicht nur die F&E-Kompetenz zu messenden Radarsensoren, sondern auch das Software-Know-how, das vor allem für künftige Projekte im Bereich Smart Sensors relevant ist. Dabei profitiert Turck vor allem auch von den tiefgreifenden Kenntnissen der Asinco-Mitarbeiter in Regelungs- und Steuerungstechnik, Künstlicher Intelligenz und Firmware. Asinco wiederum profitiert von Turcks Hardware- und Branchen-Know-how sowie dem globalen Produktions-, Marketing- und Vertriebsnetzwerk. „Wir sind nun den nächsten Schritt gegangen, der uns auf dem Weg zur Digital Automation Company voranbringen wird und uns bei den Veränderungen der Geschäftsmodellarchitektur unterstützt.“ Asinco wurde 2012 von Prof. Dr.-Ing. Mohieddine Jelali gegründet, gemeinsam mit Dr.-Ing. Dirk Zander aufgebaut und beschäftigt heute mehr als 30 Mitarbeiter. Das Unternehmen konzipiert und vermarktet nicht nur Regelungssysteme für Walzwerke, sondern hat auch eine innovative Radarmesstechnologie zur Positionserkennung sowie zur Abstands- und Füllstandsmessung entwickelt. „Durch diese strategische Partnerschaft schaffen wir eine Symbiose zwischen intelligenter Sensorik, Software und Industrieprozessen. So können wir in Zukunft gemeinsam noch größere Mess- und Automatisierungslösungen anbieten“, ist Prof. Jelali überzeugt. NEUER GESCHÄFTSFÜHRER PRODUKTION & ENTWICKLUNG Auch auf personeller Ebene hat sich bei Turck einiges getan: So vermeldet das Unternehmen Dirk Wunder als neuen Leiter des Corporate Marketing, zuvor war er Director Marketing Communication bei der Schneider Electric GmbH. Besonders betont Holding- Geschäftsführer Wolf die Personalie Michael Gröbner: Gröbner ist zum neuen Geschäftsführer der Werner Turck GmbH & Co. KG ernannt worden. Gleichzeitig hat der 44-Jährige auch die Geschäftsführung für das Ressort Produktion und Entwicklung in der Turck Holding GmbH übernommen. Gröbner verfügt über langjährige Produktions- und Management-Erfahrung in internationalen Unternehmen, zuletzt als Geschäftsführer der Norgren GmbH. Im Rahmen seiner Einarbeitung wird er eng mit dem Interims- Geschäftsführer Joachim Göddertz zusammenarbeiten. Um eine optimale Einarbeitung für Gröbner und einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, wird Göddertz bis zum 31. März 2020 weiterhin als Geschäftsführer der Werner Turck GmbH & Co. KG agieren. Auch über diesen Zeitraum hinaus wird er der Holding-Geschäftsführung bei Bedarf weiterhin beratend zur Seite stehen. DIE ZEICHEN STEHEN AUF WACHSTUM „2020 könnte sich die Wirtschaft erholen, wir erwarten ein Wachstum von fünf Prozent auf 670 Mio. Euro“, ist Wolf überzeugt. „Ich glaube, dass wir optimistisch in die Zukunft blicken können – und wollen.“ Es gäbe technologische Trends, die regelrecht boomen, so Wolf und nennt die Schlüsseltechnologie RFID. „Das RFID- Geschäft weist eine Wachstumsrate von 23 Prozent auf.“ Zudem würden sich Industriesparten wie Lebensmittel/Verpackung, mobile Landmaschinen und Batterieproduktion erfreulich gut entwickeln. Insbesondere die Logistik-Automation gehe regelrecht durch die Decke. „Amazon, Zalando & Co sind ein Eldorado der Automatisierung.“ Was die angestrebten Wachstumsprognosen des Unternehmens betrifft, bleibt Wolf trotz Enthusiasmus Realist: „Ob wir unsere Ziele erreichen, hängt auch von der Weltwirtschaft ab. Als Unternehmen unserer Größe kann man nur 10 bis 15 Prozent des Geschäfts wirklich selbst beeinflussen.“ Fotos: Turck www.turck.com 01 In Lublin, Polen entsteht ein neues Produktionswerk als Teil der Unternehmensstrategie 2020+ zur Optimierung der eigenen Supply Chain 01 02 Durch die Partnerschaft mit Asinco hat sich Turck Schlüssel-Knowhow für IIoT-Projekte gesichert – (v.l.) Christian Wolf, Mohieddine Jelali, Dirk Zander und Oliver Marks O+P Fluidtechnik 1-2/2020 21

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