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O+P Fluidtechnik 1-2/2021

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O+P Fluidtechnik 1-2/2021

INFORMATIONEN SIND DER

INFORMATIONEN SIND DER SCHLÜSSEL Dr. Steffen Haack Herr Dr. Haack, vergangenes Jahr führten Sie gemeinsam mit der TU Dresden eine Marktstudie zur Digitalisierung der Industriehydraulik durch. Worum genau geht es? Wir haben Maschinenbauer und Anwender aus unterschiedlichen Branchen und Regionen zu ihren Erwartungen an die Industriehydraulik befragt. Die Technikentscheider sind davon überzeugt, dass die Fluidtechnik durch die Integration digitaler Technologien auch in Zukunft einen festen Platz im Maschinen- und Anlagenbau haben wird. Besonders wichtig waren uns in dem Zusammenhang auch konkrete Aussagen, an welchen Anwendungsfällen und Geschäftsmodellen die Befragten bereits arbeiten. Was gab den Anstoß für eine eigene Studie zum Thema Digitalisierung? MENSCHEN UND MÄRKTE Viele Unternehmen beschäftigen sich mit digitaler Transformation, aber was heißt das in der Praxis? Diese Studie ist eine wissenschaftliche und systematische Bestandsaufnahme zu den Anforderungen an die Industriehydraulik der Zukunft. Die Erkenntnisse daraus sind in unsere Entwicklungsplanung eingeflossen und wir setzen sie aktuell in gemeinsamen Pilotprojekten mit Maschinenherstellern und wissenschaftlichen Kooperationspartnern um. Was hat Bosch Rexroth aus der Studie lernen können? Wie können die Erkenntnisse für neue Produkte genutzt werden? Wir haben einige Kernanforderungen identifiziert: Maschinenbauer setzen immer stärker auf eine komplette Digitalisierung ihrer Arbeitsabläufe, auf einbaufertige Module und eine einfache, schnelle Inbetriebnahme. Beispielsweise wird bei Ventilen mit digitaler Elektronik erwartet, dass der Techniker die Ventile über eine entsprechende App, unabhängig von der zentralen Maschinensteuerung in Betrieb nehmen kann. Bei den Anwendern geht es zumindest in Europa oft um weniger Energieverbrauch, um die Klimaschutz-/CO2- Ziele der Unternehmen zu erreichen. Zusätzlich erwarten Betreiber minimale Ausfallzeiten. Hier gibt es konkrete Anforderungen zum Condition Monitoring, Predictive Maintenance und Ersatzteilmanagement. Rexroth berücksichtigt diese Erkenntnisse in den laufenden Entwicklungsprojekten und steuert gegebenenfalls in der Produktneuentwicklung nach. 10 O+P Fluidtechnik 2021/01-02 www.oup-fluidtechnik.de

Dr. Steffen Haack ist Geschäftsleiter der Business Unit Industrial Hydraulics und Vorstandsmitglied der Bosch Rexroth AG. In unserer O+P Lounge stellt er uns wichtige Ergebnisse einer Untersuchung zur Digitalisierung der Industriehydraulik vor und erläutert, wie Bosch Rexroth diese Zukunft gestaltet. Viele der Befragten bezeichnen einen zunehmend schwankenden Markt („volatiler Markt“) als größte Herausforderung. Wie kann die Digitalisierung helfen, den Unwägbarkeiten des Marktes zu trotzen? Den Markt können wir nicht ändern, aber durch die Verlagerung von Funktionen aus der Hydromechanik in die Software bieten sich sowohl für den Maschinenbauer als auch für den Anwender einige Vorteile. Maschinenbauer können durch Digitalisierung ihrer Arbeitsabläufe ihre Time-to-Market erheblich verkürzen und schneller kundenspezifische Lösungen realisieren. Ein passendes Beispiel dafür ist unsere neue hochintegrierte, intelligente Kompaktachse CytroForce. Endanwender können im laufenden Betrieb Parameter hydraulischer Aktoren nachfragegerecht anpassen und damit den Trend zu kleineren Losgrößen abbilden. Mit „Connected Hydraulics“ bedienen Sie die digitalen Kundenanforderungen. Wie weit ist Bosch Rexroth mit der Nutzung von 5G? Bosch Rexroth verknüpft die physikalischen Alleinstellungsmerkmale der Industriehydraulik mit den Möglichkeiten der digitalen Vernetzung. In einigen unserer Steuerungen für hydraulische und elektrische Antriebe ist die 5G Schnittstelle bereits vorbereitet. Eine erste Untersuchung mit dem 5G Lab Germany hat ergeben, dass perspektivisch auch industriehydraulische Steuerungen und Regelungen drahtlos über 5G aus der Edge Cloud heraus denkbar sind. Doch bis dahin sind noch einige offene Punkte hinsichtlich Sicherheitstechnik, Recht und Haftung, Resilienz/Netzstabilität, Teilnehmerzuordnung, Entfernungsbeschränkungen usw. zu lösen. Laut Studie stehen Smart Services und Condition Monitoring bis hin zu einer automatischen Ersatzteilbestellung auf den Wunschlisten Ihrer Kunden. Was ist bereits möglich, was wird noch kommen? Unsere Software-Lösung CytroConnect erfasst die Betriebsdaten beispielsweise von Hydraulikaggregaten dezentral. Instandhalter können diese per Smartphone abrufen. Dem Anwender bieten wir stufenweise Service-Pakete an, die von einfachen Datenanzeigen bis zu „Rundumsorglos-Paketen“ reichen. Mit dem Ersatzteil-Service für Industriehydraulik verkürzen wir die Bestell- und Reparaturzeiten. Der Digital Service Assistant vereinfacht die Identifikation von Ersatzteilen durch das Smartphone und verfügt über eine integrierte Bestellfunktion. In Zukunft wird sich die Hydraulik vermutlich selbst überwachen und vorausschauend notwendige Ersatzteile bestellen. www.boschrexroth.com www.oup-fluidtechnik.de O+P Fluidtechnik 2021/01-02 11

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