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O+P Fluidtechnik 10/2016

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O+P Fluidtechnik 10/2016

PREDICTIVE MAINTENANCE

PREDICTIVE MAINTENANCE SONDERAUSSTELLUNG PREDICTIVE MAINTENANCE WENN INDUSTRIE 4.0 BEFLÜGELT UND INSPIRIERT Von Sensoren erfasste und von Software ausgewertete Daten über Betriebszustände ermöglichen es dem Instandhalter nicht nur, den optimalen Wartungszeitpunkt und drohende Stillstandszeiten zu erkennen, um so Produktionsausfälle zu vermeiden. Dank der vorausschauenden Wartung mit Hilfe intelligenter Datenanalyse lassen sich auch Prozesse optimieren und beschleunigen. Die Sonderausstellung Predictive Maintenance auf der Hannover Messe Industrie beleuchtete den Stand der Dinge. Eine mutige, visionäre Premiere wagte der Fachverband Fluidtechnik im VDMA auf der Hannover Messe Industrie: Namhafte Firmen beleuchteten Predictive Maintenance aus unterschiedlichsten Blickwinkeln. Die Bandbreite der Exponate und Show Cases in der Halle 17 reichte von der zuverlässigen Überwachung fluidtechnischer Anlagen, der Kontrolle von Vakuum-Komponenten bis zum intelligenten Windgetriebe. MENSCHEN UND MÄRKTE ZUKUNFTSTECHNOLOGIE – NAH AM MARKT „Bei Predictive Maintenance geht es darum, Intelligenz in die Mechanik und in die fluidtechnischen Komponenten zu bekommen“, erklärte Wilhelm Rehm, Mitglied des Vorstandes der ZF Friedrichshafen AG und Vorsitzender des Fachverbandes Antriebstechnik im VDMA auf der Hannover Messe. „Die Sonderschau ist eine hervorragende Plattform, um Beispiele für die Umsetzung von Predictive Maintenance zu sehen und das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu tragen.“ „Es war ein Kraftakt, den wir aber gemeinsam mit der Deutsche Messe AG mit Bravour gestemmt haben“, ergänzte Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer und Geschäftsführer der Fachverbände Antriebstechnik und Fluidtechnik. „Traditionell sind wir mit der Antriebstechnik und Fluidtechnik nur alle zwei Jahre in Hannover auf der Motion, Drive & Automation MDA, der internationalen Leitmesse für Antriebs- und Fluidtechnik, vertreten.“ Doch das MDA-Präsidium habe sich auf der letzten Sitzung im November 2015 klar dafür entschieden, auf der Hannover Messe mit der Sonderschau Predictive Maintenance 4.0 etwas zu zeigen, das „sehr nah am Markt und nah an der Umsetzung von Industrie 4.0 ist“. Rauen: „Quasi um das Thema „vorzuglühen“ haben wir im Februar zusätzlich eine voll ausgebuchte Konferenz „Predictive Maintenance 4.0“ veranstaltet.“ ZUM AUTOR Dieser Artikel wurde von Nikolaus Fecht, Fachjournalist aus Gelsenkirchen, im Auftrag des VDMA verfasst. 28 O+P Fluidtechnik 10/2016

PREDICTIVE MAINTENANCE HYDRAULIK – ALLES ANDERE ALS ALTBACKEN Predictive Maintenance ist auch für Christian H. Kienzle, CEO ARGO-HYTOS Group und des Vorstands des Fachverbandes Fluidtechnik im VDMA, ein wichtiger Baustein von Industrie 4.0. Das Unternehmen aus Kraichtal-Menzingen entwickelt seit 2008 maßgeschneiderte Lösungen zur Zustandsüberwachung von fluidtechnischen Systemen. Durch den Einsatz dieser Messsysteme sind Kunden in der Lage, Predictive Maintenance-Konzepte umzusetzen und die Betriebskosten von Maschinen effektiv zu senken. „Wir konzentrieren uns auf der Sonderausstellung auf das Condition Monitoring des Hydrauliköls“, erklärte der CEO. „Es handelt sich um Partikelzähler, die sich zum Beispiel in sehr teuren und wertvollen Geräten mit sehr viel Ölvolumen im Tank einsetzen lassen.“ Außerdem demonstrierte ARGO-HYTOS anhand von Ölzustandssensoren, wie sich der Zustand von Gesamthydrauliksystemen ermitteln lässt. „Hydrauliköl in der Hydraulikanlage ist wie Blut im menschlichen Körper: Die Analyse bringt wichtige Erkenntnisse über den Gesamtzustand“, so Kienzle. Für Kienzle war auf der Sonderausstellung auch wichtig, dass sich die Hydraulikbranche als moderner Industriezweig darstellt, der nicht als „old economy“ angesehen wird. Ein Gegenbeweis ist der neue ferro-magnetische Wear-Sensor, der eisenhaltige Partikeln aus dem Öl aufspürt. Dank einer CAN-Bus-Schnittstelle kann der Sensor Daten an ein übergeordnetes Informationsnetzwerk weiterleiten, das beispielsweise den Anwender per Smartphone rechtzeitig vor einem kurz bevorstehenden Getriebeausfall warnt. Dank derartiger vernetzter Technologie müssten Anwender nicht mehr wie früher Bauteile sicherheitshalber gemäß eines bestehenden Maintenance-Plans – oft viel zu früh – ausbauen und recyceln. Kienzle: „Wir können dank der „sprechenden Produkte“ und Predictive Maintenance Wartung besser planen und so die Verfügbarkeit von OEM-Komponenten erhöhen. RESTLEBENSDAUER PRÄZISER ABSCHÄTZEN Für Windenergieanlagen gedacht ist auch die auf der Ausstellung gezeigte hydraulische Rotorblattverstellung der HYDAC International GmbH aus Sulzbach/Saar: Sie besteht aus zwei hydraulischen Zylindern (für die Rotorblattverstellung) mit integriertem Wegmesssystem, aufgebautem Steuerblock mit Regelventil und Kolbenspeicher (für Notfunktionen) sowie elektronischer Regelung. „Wir sind hier, weil hier Predictive Maintenance als Umsetzung des Industrie 4.0-Gedankens praxisnah gezeigt wird“, bemerkte HYDAC-Produktmanager Christian Meindl. „Dazu stellen wir das Thema anhand der mit einer Fluidzustandsüberwachung ausgestatteten Einrichtung zur Rotorblattverstellung plakativ dar.“ Der Einfluss von Industrie 4.0 zeige sich vor allem beim CM-Expert-System aus dem Hause HYDAC, einem Zustandsüberwachungs-, Messdatenarchivierungs- und Steuerungssystem für industrielle Anwendungen. Meindl: „Es bündelt die von Sensoren erfassten Anlagenzustands-, Betriebs- und Prozessdaten und korreliert diese zukünftig unter Zuhilfenahme neuartiger Algorithmen, mit deren Hilfe sich die „Restlebensdauer“ von Anlagenkomponenten präziser abschätzen lässt.“ Ein „remote-betriebenes“ CM-Expert eignet sich beispielsweise ideal für Windkraftanlagen und Off- Shore-Anwendungen, denn es informiert den Betreiber per Funk- oder LAN-Verbindung permanent über den aktuellen Zustand seiner Anlage und ermöglicht das gezielte Ableiten von Wartungsmaßnahmen. Meindl: „Hier kommt es darauf an, die richtigen Daten im Vorfeld aufzubereiten und dem Anwender handlungs- beziehungsweise maßnahmenorientiert zur Verfügung zu stellen.“ DIE VORGESTELLTEN PRODUKTE UND KONZEPTE SIND SEHR NAH AM MARKT UND NAH AN DER UMSETZUNG VON INDUSTRIE 4.0 Hartmut Rauen, stellv. VDMA-Hauptgeschäftsführer O+P Fluidtechnik 10/2016 29

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