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O+P Fluidtechnik 10/2017

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INTERVIEW Andres

INTERVIEW Andres Veldman, IHC-Engineering-Manager (links) und Thomas Schopphoven, ILT-Wissenschaftler (rechts) PRODUKTE UND ANWENDUNGEN „MIT EHLA HOLTEN WIR UNS EIN PREISGEKRÖNTES BESCHICHTUNGS- VERFAHREN INS HAUS“ Eine wichtige Rolle spielt für die niederländische IHC Vremac Cylinders B.V. effektiver und wirtschaftlicher Korrosions- und Verschleißschutz, denn ihre oft sehr langen Hydraulikzylinder müssen härtesten Bedingungen u. a. im Meer dauerhaft standhalten. Warum der Hydraulikzylinderhersteller dabei neuerdings auf eine preisgekrönte Erfindung des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT aus Aachen zurückgreift, erklärt IHC-Engineering-Manager Andres Veldman im Gespräch mit ILT-Wissenschaftler Thomas Schopphoven. 24 O+P Fluidtechnik 10/2017

INTERVIEW Herr Veldman, Ihre Firma stellt große Hydraulikzylinder für den Offshore-Einsatz her. Doch das Hartverchromen mit Chrom (VI), ist in der EU seit September nur noch in wenigen Ausnahmefällen erlaubt. Wie reagieren Sie darauf? Veldman: Bisher haben wir unsere Hydraulikkomponenten extern beschichten lassen. Wir befanden uns daher auf der Suche nach neuen Firmen, die duktile und härtere Schichten effektiv auftragen. Für duktile Schichten eignen sich elektrolytische Verfahren und für harte kommt Hochgeschwindigkeitsflammspritzen HVOF infrage. Wie kamen Sie auf das Fraunhofer ILT und deren neu entwickeltes Verfahren EHLA (Extremes Hochgeschwindigkeits-Laserauftragsschweißen), das Ende Mai diesen Jahres den Joseph-von Fraunhofer-Preis 2017 erhielt? Veldman: Erste Untersuchungen im Jahr 2006 ergaben, dass normales Laserauftragsschweißen für uns zu teuer und zu kompliziert ist. Doch wir glaubten fest daran, dass diesem Verfahren die Zukunft gehört. Über Hornet Laser Cladding B.V. aus Lexmond erhielten wir schließlich 2014 Kontakt zum Fraunhofer ILT und dem schnellen EHLA-Verfahren. 01 Herr Schopphoven, was ist das besondere an EHLA? Schopphoven: Beim patentierten EHLA-Verfahren schmilzt ein Laser die Pulverpartikel bereits oberhalb des Schmelzbades auf. Weil die Partikel im Schmelzbad nicht mehr aufgeschmolzen werden müssen, lässt sich die Prozessgeschwindigkeit von bisher 0,5 bis 2 Meter pro Minute auf bis zu 500 Meter pro Minute steigern. Mit EHLA lässt sich außerdem die Schichtdicke senken: Waren bisher nur über 500 Mikrometer dicke Schichten möglich, so lassen sich auch 25 bis 250 Mikrometer dünne Schichten auftragen. Zudem werden die Schichten glatter, die Rauheit wurde auf ein Zehntel des typischen Wertes beim Laserauftragsschweißen reduziert. 01 Eine EHLA-Anlage zum Laserbeschichten von maximal 10 Meter langen Kolbenstangen entstand bei ILT-Partner Hornet Wie ging es nach der Erfindung weiter? Schopphoven: Wir entwickelten das Verfahren für erste Anfragen zunächst auf einer kleinen Drehbank, auf der wir Rohre mit bis zu 3 000 Umdrehungen pro Minute beschichten konnten und erkannten schnell, wie groß das Potenzial für EHLA ist. Auf der Suche nach einem Anlagenhersteller stießen wir schließlich nach längerer Suche auf die noch junge Firma Hornet, zu deren Gründern Jelmer Brugman und Frank Rijsdijk seit vielen Jahren enge Beziehungen bestehen. Hornet glaubte auch an das Verfahren und schließlich haben wir mit ihnen 2014 die erste industrietaugliche EHLA-Anlage aufgebaut. Wie war Ihr erster Eindruck und wie gingen Sie vor? Veldman: EHLA hat uns von Anfang an am besten von allen Beschichtungsverfahren gefallen, nur die Anlage am ILT war viel zu klein für unsere Anforderungen: das Beschichten von bis zu 10 Meter langen Kolbenstangen mit einem Durchmesser von maximal 50 Zentimetern. Wir waren sehr am Bau einer Anlage interessiert, wollten aber nicht die jahrelangen Anlaufschwierigkeiten wie andere Firmen beim Einstieg in das Laserauftragsschweißen mitmachen. Da hat uns das Zusammenspiel von Fraunhofer ILT und Hornet überzeugt. Wir gingen das Risiko ein, uns von Hornet die erste sehr große EHLA- Anlage bauen zu lassen. Hornet baute uns auf der Basis eines Drehmaschinentyps, der sich bei uns bereits im Einsatz befindet, eine völlig neue Anlage. Es war eine clevere Idee, 02 02 Eine Drehbank wird durch Integration von Laserstrahlquelle, EHLA-Bearbeitungskopf und Pulverzufuhrsystem zur extrem schnellen Anlage zum Laserauftragen

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