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O+P Fluidtechnik 10/2017

O+P Fluidtechnik 10/2017

STEUERUNGEN UND

STEUERUNGEN UND REGELUNGEN PRODUKTE UND ANWENDUNGEN TITEL Nach einer Amputation von Extremitäten sind selbstverständliche körperliche Fähigkeiten, wie das Gehen, nicht mehr wie gewohnt oder schlimmstenfalls gar nicht mehr möglich. Mithilfe einer Prothese können Betroffene ihre Mobilität wiedererlangen. Der Hauptanspruch der Prothesenentwicklung liegt dabei in der Nachbildung der Funktionalität, die den menschlichen Gliedmaßen inne wohnt. Hydraulische und pneumatische Komponenten ermöglichen u. a. die kontrollierte Beugung und Streckung von künstlichen Gelenken. TROTZ PROTHESE 100 PROZENT LEBENSQUALITÄT Autoren: Andreas Schuh und Herrn Georg Gehrmann, Otto Bock GmbH & Co. KG Svenja Stenner, Redakteurin O+P Fluidtechnik Das Unternehmen Otto Bock Healtcare GmbH hat sich zum Ziel gemacht, Menschen mit Handicap durch Bewegungsfreiheit und Selbstständigkeit ein maximales Maß an Lebensqualität zu ermöglichen. Bereits seit über 90 Jahren produziert die Medizintechnikfirma Prothesen und orthopädische Hilfsmittel auf hohem technischem Niveau. Diese ersetzten früher kaum Funktionen des ursprünglichen Körperteils. Schwierige Tätigkeiten wie Reiten oder Fahrrad fahren, die ein hohes Maß an Gleichgewicht verlangen, waren für Prothesenträger sogar undenkbar. Heute ermöglichen fortschrittliche (Sportprothetik idR ohne Elektronik) Arm- oder Beinprothesen von Otto Bock komplexe Bewegungen bis hin zum Leistungssport. Sogar das Fahren eines Segways in unwegsamen Gelände ist kein Problem mehr. Dank der modernen Prothesen bewahren Personen mit Handicap ihre Unabhängigkeit und können uneingeschränkt teil am sozialen Leben nehmen. In der Entwicklung von Prothesen setzt Ottobock dabei seit Jahren auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Lee Hydraulische Miniaturkomponenten GmbH. 30 O+P Fluidtechnik 10/2017

01 01 Eingesetzt in dem Prothesenkniegelenk Ottobock 3R106-PRO und dem Prothesenfuß 1C66 Triton Smart Ankle ermöglichen Rückschlagventile der Serie 558 Amputierten gewohnte körperliche Fähigkeiten im beschränkten Maße wiederzuerlangen POINTIERT NACH AMPUTATION SIND KÖRPERLICHE FÄHIG- KEITEN NUR EINGESCHRÄNKT MÖGLICH MINIATURKOMPONENTEN WERDEN IN KÜNSTLICHEN GELENKEN EINGESETZT MINIATURKOMPONENTEN ERMÖGLICHEN SERVO- PNEUMATISCHE SCHWUNGPHASENSTEUERUNG HYDRAULISCHE KOMPONENTEN REGELN BEWEGUNGSWIDERSTÄNDE DES GELENKS PNEUMATISCHES KNIEGELENK ERLEICHTERT HARMONISCHEN GANG Amputierte benötigen ein Kniegelenk, das dem natürlichen Vorbild in seiner Funktionalität so exakt wie möglich nachempfunden ist, um im Alltag nur wenige Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen. Das seit April 2015 etablierte polyzentrische Prothesenkniegelenk Ottobock 3R106-PRO gewährleistet Betroffenen einen sicheren harmonischen Gang und schenkt so Vertrauen. Dieses Gelenk besitzt eine mechanische, servopneumatische Schwungphasensteuerung mit Doppelkolbenpneumatik und wurde für die Mobilitätsgrade 2 bis 3 entwickelt. Sowohl Oberschenkelamputierte als auch Menschen mit einer Hüftamputation mit einem Körpergewicht von bis zu 125 kg können mit diesem Gelenk versorgt werden. Der maximale Beugewinkel ist bei diesem Gelenk besonders groß und beträgt 175 °. Die Bewegungswiderstände in Beuge- und Streckrichtung können unabhängig voneinander und individuell auf die Bedürfnisse des Verwenders eingestellt werden. Nach der Grundeinstellung durch den Orthopädietechnik- Mechaniker passt sich der Widerstand in Beugerichtung automatisch an unterschiedliche Gehgeschwindigkeiten an, wodurch ein physiologischer Kniewinkel

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