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O+P Fluidtechnik 10/2018

O+P Fluidtechnik 10/2018

WEITERE

WEITERE SYSTEMKOMPONENTEN GESCHLOSSENER MATERIALKREISLAUF STATT RESTMÜLL PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Die Europäer erzeugen nach Angabe der Europäischen Kommission jedes Jahr 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle. Angesichts von Klimawandel, Umweltverschmutzung und Ressourcenabhängigkeit sind Umwelt- und Klimaschutz zur globalen Herausforderung geworden. Der Weg zu mehr Nachhaltigkeit ist daher gerade in der Kunststoffindustrie ein viel diskutiertes, wichtiges Thema. Die Pöppelmann- Gruppe richtet ihren Fokus mit der Initiative „Pöppelmann blue“ daher stark auf dieses Thema. Die Nutzung von Recyclingmaterialien ist seit Langem ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsanstrengungen der Pöppelmann Gruppe. „Als Industrieunternehmen im Bereich der Kunststoffverarbeitung sehen wir uns besonders in der Pflicht, unsere Produkte und Prozesse so umweltverträglich wie möglich zu gestalten. Das beginnt bereits in der Entwicklung mit der Analyse der ökologischen Aspekte und zieht sich durch den gesamten Lebenszyklus unserer Erzeugnisse. Unser erklärtes Ziel lautet, wirtschaftliches Handeln und ökologisches Denken in Einklang zu bringen“, erklärt Torsten Ratzmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Pöppelmann-Gruppe. Bereits seit rund 20 Jahren kommen bei Pöppelmann Rezyklate in den verschiedenen Geschäftsbereichen zum Einsatz. So auch in den Divisionen Kapsto und K-Tech. Hierzu zählen z. B. Post Industrial- Rezyklate, also rückgeführte und aufbereitete Kunststoff produkte aus verschiedenen Produktionsprozessen. Die Nutzung von Recyclingmaterialien ist damit ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Gruppe. In der strategischen Initiative unter dem Motto „Pöppelmann blue“ bündelt das Unternehmen Aktivitäten, die eine durchgängige Kreislaufwirtschaft vorantreiben sollen. „Der Übergang von einer Linear- zu einer Kreislaufwirtschaft ist ökologisch notwendig. Mit Pöppelmann blue streben wir, womöglich einen geschlossenen Materialkreislauf an, bei dem der verwendete Kunststoff aus ein und derselben Wertschöpfungsstufe stammt. In der Praxis heißt das beispielsweise, ein von uns her gestelltes Produkt landet nach Verwendung im gelben Sack, durchläuft einen Wiederaufbereitungsprozess und wird danach zu einem neuen 34 O+P Fluidtechnik 10/2018

WEITERE SYSTEMKOMPONENTEN Rezyklat-Herstellung Sortierung Produktion Rückführung Nutzung Schutzkappen und -stopfen werden nach der Demontage zukünftig zur Wiederaufbereitung zurückgeführt Produkt, das ausschließlich aus dem Recyclingmaterial besteht“, erklärt Matthias Lesch, Leiter Marketing und Innovation. VOM EINMALIG GENUTZTEN TEIL ZUM NEUPRODUKT Der Geschäftsbereich Pöppelmann Kapsto stellt Kunststoff-Schutzelemente im Spitzgussverfahren für verschiedene Anwendungen her. Zur Produktfamilie gehören u. a. Schutzstopfen und -kappen, Griff- und Schraubkappen sowie individuell auf besondere Anwendungen abgestimmte Elemente, die Außengewinden, Bolzen, Leitungen und vielem mehr einen optimalen Schutz während der Fertigung, der Lagerung und dem Transport bieten. Sie bewahren z. B. Innen- und Außenkonturen vor mechanischer Beschädigung und verhindern das Eindringen von Schmutz in sensible, sicherheitsrelevante und funktionsentscheidende Bauteile. Die Kapsto-Schutzelemente werden für unterschiedlichste Zielmärkte produziert, z. B. für Maschinenbau, Bauwesen, Elektronik, Hydraulik, Pneumatik sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. „Unsere Artikel dienen in den meisten Anwendungsfällen dem temporären Schutz. Danach werden sie nicht mehr benötigt, demontiert und schließlich entsorgt – damit sind sie als sogenannte Einwegartikel oder Verpackungen besonders interessant für das Thema Recycling“, meint Thorsten Koldehoff, Verkaufsleiter bei Pöppelmannn Kapsto. Und so sieht sich diese Division besonders gefordert in der Forschung nach Wegen zu einem geschlossenen Materialkreislauf. Um diesen zu realisieren, müssen die darin eingespeisten Produkte kreislauffähig sein. Das bedeutet, es wird zu 100 Prozent Recyclingmaterial eingesetzt, welches hinterher wieder zu 100 Prozent wiederverwertbar sein muss. Dafür sieht man im Geschäftsbereich Kapsto verschiedene Möglichkeiten. „Heute werden Kunststoff-Rezyklaten zur Wiederverwertung noch in vielen Fällen Neuware beigemischt. Um den geschlossenen Kunststoffkreislauf zu gewährleisten, arbeiten wir an verschiedenen Möglichkeiten“, so Koldehoff. Eine Variante ist der Einsatz von Post-Industrial Regrind (PIR). Darunter versteht man Rezyklate, die auf Kunststoffteilen basieren, die in der Industrie anfallen. Diese Kunststoffteile können dann durch eine Compoundierung zu Regranulat verarbeitet werden. Eine zweite Möglichkeit ist die Verwendung von Mahlgut. Hierfür werden ebenfalls Kunststoffteile aus der Industrie gesammelt und von Fachbetrieben sortenrein gemahlen. Die fachgerechte Aufbereitung bringt einen sauberen und gleichwertigen Sekundär-Kunststoff hervor. Schließlich ist auch die Verwendung von Post- Consumer Regrind (PCR) eine Option. Darunter versteht man das Material, das z. B. aus den Wertstoffsammlungen von Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD) stammen kann. Diese Abfälle werden selektiert, sortenrein sortiert und ebenfalls wiederaufbereitet. Möglich wäre es auch, Material aus diesen verschiedenen Quellen zu mischen. „Wir setzen uns mit allen denkbaren Varianten auseinander. Welche wir im Einzelfall einsetzen, hängt von den jeweils spezifischen Anfor derungen unserer Anwender ab“, erklärt Koldehoff. O+P Fluidtechnik 10/2018 35

Ausgabe

O+P Fluidtechnik REPORT 2018
O+P Fluidtechnik 11-12/2018
O+P Fluidtechnik 10/2018
O+P Fluidtechnik 9/2018
O+P Fluidtechnik 7-8/2018
O+P Fluidtechnik 6/2018
O+P Fluidtechnik 5/2018
O+P Fluidtechnik 4/2018
O+P Fluidtechnik 3/2018
O+P Fluidtechnik 1-2/2018
O+P Fluidtechnik REPORT 2017
O+P Fluidtechnik 11-12/2017
O+P Fluidtechnik 10/2017
O+P Fluidtechnik 9/2017
O+P Fluidtechnik 7-8/2017
O+P Fluidtechnik 6/2017
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O+P Fluidtechnik 4/2017
O+P Fluidtechnik 3/2017
O+P Fluidtechnik 1-2/2017
O+P Fluidtechnik 11/2016
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O+P Fluidtechnik KJB 2016
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