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O+P Fluidtechnik 10/2020

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O+P Fluidtechnik 10/2020

SUPPLY CHAIN MANAGEMENT

SUPPLY CHAIN MANAGEMENT 02 03 Sekundärbedarfe Sekundärbedarfe Sekundärbedarfe Regelwerk Prognoseverfahren Szenario für beliebige Kaskadierung der Regelwerke Regelwerk Prognoseverfahren Primärbedarfe Regelwerk Prognoseverfahren Primärbedarfe Primärbedarfe Diskover SCO kann weltweit verteilte Standorte wie eine virtuelle Fabrik disponieren Lange meisterte das Unternehmen seine komplexe Dispositionsaufgabe mithilfe des zum Einsatz kommenden ERP-Systems. Allerdings fehlten für jeden einzelnen Artikel klar definierte artikelspezifische Regelwerke für Sicherheits- oder Meldebestände. Entsprechend unscharf war die Reichweite der einzelnen Lagerbestände, was bei mehr als 10 000 Artikeln auch verständlich ist. Die Bedarfe wurden zwar nach Auftragseingang neu justiert, mit einer noch strategischer ausgerichteten Disposition, die Prognosen auf Basis historischer Daten einschließen sollte, fasste der Hersteller jedoch den Entschluss, seine internen Abläufe und die Lieferbereitschaft weiter zu verbessern. Im Zuge der KVP-Prozesse entstand ferner der Wunsch, die tägliche Routineaufgabe „Umplanung der Bedarfe“ intelligent zu automatisieren. Aus diesem Grund sollte in Zukunft ein dediziertes Dispositionsmanagementsystem das bislang exklusiv eingesetzte ERP-System ergänzen. Die Erreichung eines niedrigen Bestandsniveaus – ansonsten beim Einsatz solcher Tools vielfach wichtig – war also weniger vorrangig, als die transparente Bedarfsprognose zur Sicherung der Lieferbereitschaft. Wichtig waren Seepex dabei vor allem auch transparente Regelwerke für die Disposition. Vor einer Entscheidung für das passende SCM-System führte die Dispositionsabteilung des Pumpenherstellers eine ausgiebige Marktrecherche durch und ließ sich auch durch das eigene IT-Team dabei beraten. Maßgeblich für die Auswahl des Dispositionsmanagementsystems Diskover SCO aus dem Hause SCT Supply Chain Technologies war ein hoher Funktionsumfang und eine einfache Bedienung. Zudem kann Seepex ein Continuous-Delivery-Mietmodell nutzen, sodass Anfangsinvestitionen nicht anfallen und nur der laufende Einsatz abhängig von der Anzahl der Lizenzen finanziert werden muss. Bereits in der Testversion konnte sich das Team zudem schnell von der Alltagstauglichkeit des Tools überzeugen. Aufgrund des hohen Praxisbezugs überzeugt die Benutzeroberfläche durch einfache Bedienbarkeit sowie durch die leicht verständlichen und einfach zu pflegenden Regelwerke und die vielfältigen, ausgereiften Prognoseverfahren. PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Einheitliche Disposition trotz heterogener ERP-Landschaft ERP A ERP B ERP C Bestandsschutz für heterogene ERP-Systeme beim Kunden immer zügig umsetzen lassen. Entsprechend hoch muss die Lieferbereitschaft sein, was nur durch ausgeklügelte Fertigungs-, Bevorratungs- und Beschaffungsstrategien sichergestellt werden kann. Aus diesem Grund fährt der Einkauf auch eine differenzierte Second-Source-Strategie, was die Dispositionsaufgabe nochmals komplexer macht. Artikel werden einerseits von den Auslandstöchtern in China und den USA bezogen, andererseits kommen sie zu einem gewissen Anteil von deutschen Second-Source- Lieferanten, um potenzielle Verzögerungen in den internationalen Wertschöpfungsketten ausgleichen zu können. EINE SYSTEMEINFÜHRUNG, DIE KEINE ANPAS- SUNG DER GESCHÄFTSPROZESSE ERFORDERT Darüber hinaus ließ sich das Tool schnell installieren und durch die standardisierte Schnittstelle war ferner die Datenübergabe aus dem ERP-System schnell möglich, ohne dass dafür Geschäftsprozesse oder Datenbankschnittstellen hätten angepasst werden müssen. Voraussetzung für die Installation ist die Bereitstellung eines Windows- oder Linux-Servers mit Remote-Zugriff für den Installationsservice sowie im Livebetrieb für die Anwender, die weltweit alle über eine VMware-Konsole auf dem zentralen Dispo-Server zugreifen. Die sofortige Einsatzbereitschaft stützte der Anbieter zudem durch vorbereitende Qualifizierungsmaßnahmen: Er schulte die Mitarbeiter in spezifischen Workshops, je nach ihrer Anwenderrolle – vom Spezialisten bis zum Gelegenheitsanwender, um jedem maßgeschneidertes Wissen punktgenau zu vermitteln, Zeit zu sparen und niemanden mit Informationen zu belasten, die für die tägliche Arbeit nicht benötigt werden. Gemeinsam wurde darüber hinaus im Vorfeld der Einführung die Auslegung der Kennzahlen zur Lieferbereitschaft detailliert erarbeitet und im System abrufbar gemacht. Im Rahmen dieses von der Unternehmensberatung Abels & Kemmner begleiteten Projekts ließ sich für die Führung und das komplette Team Transparenz schaffen, anhand welcher Benchmark-Werte und Fakten man sich letztlich langfristig messen will. Heute kann Seepex über einen Lieferbereitschaftsgrad von kontinuierlichen 98 bis 99 % berichten. Zuvor lagen die Werte deutlich niedriger. EFFIZIENZ DURCH AUTOMATISIERUNG DER DISPOSITION Bereits in den ersten Wochen nach Einführung zeigten sich die Vorteile des neuen SCM-Systems im Tagesgeschäft. Die bislang übliche 38 O+P Fluidtechnik 2020/10 www.oup-fluidtechnik.de

SUPPLY CHAIN MANAGEMENT individuelle Prüfung eines jeden einzelnen Bedarfs entfiel fortan. Damit zudem das Wichtigste stets zuerst gemacht wird, werden heute Dringlichkeiten wie offene Planaufträge, verzögerte Lieferungen oder auch eine drohende Unterschreitung der Sicherheitsbestände mithilfe von „Alarmlisten“ automatisch visualisiert. Um einen hohen Automatisierungsgrad bei der täglichen Bedarfsermittlung zu erreichen, musste bei Einführung des Systems vor allem das Regelwerksystem mit allen für eine automatisierte Disposition erforderlichen Parameterwerten bestückt werden. Dies ist in Einführungsprojekten vergleichsweise schnell nach ABC/XYZ-Kriterien oder für wichtige Lieferanten gemacht, denn es kann über ganze Artikelgruppen hinweggesetzt werden. Später lässt sich die Software aber auch fallbasiert differenziert für jeden einzelnen Artikel und Lieferanten einstellen. Nur so können manuelle Eingriffe aus Bauchgefühl des Disponenten vermieden werden. Sind die grundlegenden Regelwerke erst einmal ausgearbeitet, automatisiert das System die Tagesprioritäten zuverlässig und schafft so den Raum, sich auf die bessere Ausgestaltung der Kunden- Lieferanten-Konditionen sowie auf die wenigen Herausforderungen zu konzentrieren, die die Ausnahme vom Regelwerk sind. Hier liegt einer der Unterschiede zum bisherigen Verfahren: Operierte das Supply Management zu Beginn nur mit einer Handvoll an Regelwerktabellen, ist ihre Anzahl inzwischen auf mehrere Dutzend angewachsen und dadurch deutlich präziser geworden, was manuelles Nacharbeiten automatisch reduziert. Ein Großteil der Aufgaben im Tagesgeschäft wird so zur leicht und weitgehend automatisierten Routine mit hoher Entscheidungssicherheit. Im Ergebnis spart das Team der Disposition mittlerweile fast die Hälfte der Zeit ein, die es vor Einführung des Systems investieren musste. Auf Management-Ebene stellt das SCM-Tool letztendlich die Weichen für ein Management by Exception, sodass die Geschäftsleitung nur noch in Ausnahmefällen oder zur Festlegung der Second-Source-Strategie eingreifen muss. INDIVIDUELLE LÖSUNGEN Nicht alle Anforderungen konnte das System jedoch von Anfang an erfüllen. Für das Management des Second-Source-Bezugs wurde von SCT eine Quoten-Funktion in das Tool Diskover SCO integriert, die nach einer festgelegten Prozentverteilung automatisch errechnet, welche Mengen jeder der Hersteller liefern soll. Attraktiv ist für Seepex in diesem In Thermoplast verkapselte atam.it Spule der Serie 415. Isolationsklasse 180°C (H) mit AMP-JT-Anschluss. Zugelassen Kosteneffizient Robust Rahmen auch die Möglichkeit, den Beschaffungsbedarf des bestellenden Standorts automatisch zum Primärbedarf des zuliefernden Standorts zu machen, ohne dass ein offizieller ERP-Buchungsprozess zwischen den einzelnen Tochtergesellschaften schon vorliegen muss. Infolge kann dieser Artikel erneut komplett unabhängig vom initialen Kundenauftrag auf Basis seiner eigenen Regelwerke im Rahmen eines einzigen Clearinglaufs disponiert werden. Die weltweit verteilten Produktionsstätten von Seepex wurden so letztendlich zu einer einzigen virtuellen Fabrik; unabhängig davon, welches ERP-System am jeweiligen Standort zum Einsatz kommt. Aufmacher/Grafiken: Beata-Becla und dreamstime.com/SCT www.diskover.de ATAM. Erfahrung und Zuverlässigkeit für Off-Highway-Anwendungen. Jedes Jahr bestehen Millionen in Off-Highway- Fahrzeugen eingesetzte verkapselte ATAM-Spulen die Feldtests. Praktische Tests auf elektrischen Widerstand, Durchschlagsfestigkeit, Kupferdrahtisolierung (Surge) und Stromaufnahme gewährleisten die langzeitige Zuverlässigkeit jedes einzelnen Produkts selbst unter extremsten Bedingungen. ATAM stellt auch Spulen mit Außenarmierung, ATEX- und IECEx-zertifizierte Spulen, Aktuatoren, Sensoren und Industriesteckersysteme her - das Resultat einer starken Berücksichtigung der Marktanforderungen und Ausdruck einer lebendigen Technologie, die Innovation, Liebe zum Detail und Umweltschutz miteinander verbindet.

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