Aufrufe
vor 2 Monaten

O+P Fluidtechnik 11-12/2020

  • Text
  • Sensoren
  • Schutzelemente
  • Entwicklung
  • Einsatz
  • Zylinder
  • Anwendungen
  • Hydraulik
  • Unternehmen
  • Produkte
  • Fluidtechnik
O+P Fluidtechnik 11-12/2020

VAKUUMTECHNIK

VAKUUMTECHNIK VAKUUMTECHNIK ALS „TÜRÖFFNER“ ZUM KOSTENSPAREN PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Die Schweizer Riwag Türen AG fertigt etwa 800 Türen pro Woche, auf Kundenwunsch maßgeschneidert. Um die Prozesse effizienter zu gestalten und den Automatisierungsgrad weiter zu steigern, hat das Unternehmen eine neue Spritzlackieranlage in Betrieb genommen. Eine wichtige Rolle beim Automatisierungsprozess spielen dabei Vakuum-Komponenten respektive Flächengreifer von Schmalz. Der Türenhersteller Riwag begleitet seine Kunden von der Planung der Türen bis zu ihrer Montage. In Arth im Kanton Schwyz entstehen Außen- und Innentüren, Holz-Metall- Türfronten, Brand-, Rauchschutz- und Schalldämmtüren sowie Blendrahmen und verglaste Trennwände. Riwag beschäftigt 75 Mitarbeiter und besitzt weit über 100 Zulassungen für die verschiedenen Schutzarten (Brandschutz, Einbruch- schutz etc.). Die Türsysteme werden auf unterschiedliche Eigenschaften geprüft und zertifiziert. Die zentrale Datenbereitstellung erfolgt in der Arbeitsvorbereitung mit dem Riwag-eigenen PPS-System. Mit diesen Daten laufen die Türen durch alle Fertigungsstufen (Stückzahl 1-Fertigung). Eine Herausforderung ist die große Variantenvielfalt, weswegen die Schweizer stets bestrebt sind, Prozesse weiter zu automatisieren. Handlungsbedarf bestand beim Schleifen und Lackieren der Türen. Das ging bis dato manuell vonstatten, ein externer Malerbetrieb übernahm die Tätigkeiten. „Wir haben einen Weg gesucht, diese Schritte zu automatisieren und aufgrund dessen die Anlagebauer R. Wick AG und Robert Bürkle GmbH beauftragt, eine Anlage nach unseren Vorstellungen zu konstruieren“, schildert Remo Albisser, Projektleiter Maschinen bei Riwag. VAKUUMTECHNIK AUS EINER HAND Die Handhabung der Türen sollte mittels Vakuumtechnik erfolgen. Einen geeigneten Partner fand man im Unternehmen J. Schmalz aus Glatten, Deutschland. Der Vakuumspezialist genießt bei Riwag seit Jahren einen ausgezeichneten Ruf. Komponenten von Schmalz kommen bereits in verschiedenen Maschinen des Schweizer Herstellers zum Einsatz. „Schmalz ist mittlerweile der Lieferant für 32 O+P Fluidtechnik 2020/11-12 www.oup-fluidtechnik.de

VAKUUMTECHNIK 02 01 Das Flächengreifsystem FMP hebt die auf Paletten angelieferten Türen in die CNC-Maschine 02 In der Maschine werden die Türen geschliffen, lackiert, getrocknet, etikettiert und sortiert 01 jegliche Vakuumtechnik im Betrieb“, so Albisser. Für Riwag ist es maßgeblich, die Anzahl der Lieferanten möglichst gering zu halten, um die Einheitlichkeit zu wahren und die Kommunikation zu vereinfachen. Entsprechend schnell waren sich die Projektpartner einig: Die Spezialisten von Schmalz in der Schweiz legten die Anlage auf Basis der FMP-Flächengreifer aus. Der Dichtschaum des Greifers ist silikonfrei und erfüllt damit eine wesentliche Anforderung der Türenspezialisten. ENERGIE EFFIZIENT GENUTZT Schmalz hat den FMP-Flächengreifer als Universalgreifer zur Handhabung von Werkstücken unabhängig von Größe und Geometrie, des Materials und der Oberfläche entwickelt. Bei Riwag kommen 16 FMP-Greifer samt Ventilen und entsprechenden Federstößeln zum Einsatz. Durch eine Strömungsoptimierung wird die eingesetzte Energie effizient genutzt, was die Betriebskosten nachhaltig senkt. Weil Riwag Türen in vielen verschiedenen Varianten mit unterschiedlichen Abmessungen produziert, musste auch die Vakuumtechnik flexibel ausgelegt sein: Anstatt weniger großer arbeiten viele kleine Saugstellen am Greifer. Dieser kann so die unterschiedlichen Geometrien zuverlässig erfassen. Die Ventile schalten das Vakuum nur nach Bedarf an den geforderten Stellen. Dies macht die Lösung energieeffizient. PRODUKTIVITÄT GESTEIGERT Die Türen werden auf Paletten an die Anlage geliefert und dort vermessen. Anschließend hebt sie das Greifsystem in die Maschine, in der sie geschliffen, lackiert, getrocknet, etikettiert und sortiert werden. Ein weiterer Greifer führt die Türen am Ende der Anlage wieder auf Paletten zurück. Die Entscheidung, diese Bearbeitung mithilfe von Vakuumtechnik zu automatisieren, hat sich für Riwag ausbezahlt. „Das Türen-Handling läuft absolut sicher. Dies ermöglicht uns ein strukturiertes Bearbeiten der Werkstücke und eine kontinuierliche Wochenarbeitsleistung. Wir sind dadurch produktiver geworden“, so Albisser. Durch die Automatisierungslösung verbraucht Riwag heute weniger Lösungsmittel und Lacke, was die Prozesskosten gesenkt hat und die Umwelt schont. Auch die Mitarbeiter kommen mit der Anlage gut klar. Anfangs mussten sie sich an den Umgang mit Vakuumtechnik gewöhnen. „Nach einer Testphase ist das Vertrauen in Schmalz von allen Seiten sehr groß“, sagt Albisser. Fotos: J. Schmalz GmbH www.schmalz.com POINTIERT FLÄCHENGREIFER ALS UNIVERSALGREIFER AUSGELEGT 16 FMP-GREIFER IM EINSATZ STRÖMUNGSOPTIMIERUNG ERHÖHT ENERGIEEFFIZIENZ VAKUUMTECHNIK ERFASST UNTERSCHIEDLICHE GEOMETRIEN www.oup-fluidtechnik.de O+P Fluidtechnik 2020/11-12 33

Ausgabe

© 2018 by Vereinigte Fachverlage GmbH. Alle Rechte vorbehalten.