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O+P Fluidtechnik 11-12/2020

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O+P Fluidtechnik 11-12/2020

PRÜFVERFAHREN

PRÜFVERFAHREN DRUCKPRÜFUNG SICHERT ATEMLUFT- VERSORGUNG IM HOCHSEESCHLEPPER PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Experten für Dampf- und Drucktechnik des TÜV Thüringen setzen innovative Prüfverfahren ein, um die hochkomplexe Atemluftanlage auf dem Hochsee-Bergungsschlepper „Nordic“ zu inspizieren. Durch die Anwendung von zerstörungsfreien Ersatzprüfverfahren wie der Schallemissionsprüfung oder dem patentgeschützten Verfahren „ID-E by TÜV Thüringen“ war der Schlepper bereits kurz nach der Prüfung der integrierten Atemluftanlage wieder voll einsatzbereit. Mit ihren 80 Metern Länge ist die Nordic auf den ersten Blick kein besonders auffälliges Schiff, aber ihre inneren Werte sind dafür umso überzeugender: Das Schiff gilt als einer der leistungsfähigsten Hochsee-Bergungsschlepper Europas und muss auch weltweit keinen Vergleich scheuen. Eine Besonderheit an Bord ist eine komplett von der Außenluft unabhängige Atemluftversorgung für die Besatzung: Im Ernstfall kann das gesamte Schiffsinnere von der Außenatmosphäre abgeschottet werden. So sind auch Rettungseinsätze bei riskanten äußeren Bedingungen möglich, bei denen andere Schlepper abdrehen müssten, beispielsweise bei Havarien von Schiffen, die gefährliche Güter wie Öl, Gas oder Chemikalien transportieren. Die großzügig dimensionierte und technisch komplexe Atemluftanlage der Nordic, die von der Firma Dräger Safety direkt beim Bau des Schiffes installiert wurde und betreut wird, speichert die Notfall-Atemluft für die Besatzung in 108 Hochdruckbehältern mit einem Speichervolumen von insgesamt 5 400 Litern. Verteilt wird diese durch ein feingliedriges Rohrleitungsnetz im gesamten Schiffsinneren. Die Atemluftspeicher sind so dimensioniert, dass der Schlepper im Extremfall für acht bis zehn Stunden komplett unabhängig von der Außenluft operieren kann. Dazu wird die Atemluft bei einem Druck von 300 bar gespeichert. LEISTUNGSSTARKES PRÜFVERFAHREN Auch eine so komplexe Atemluftanlage muss wiederkehrend geprüft werden, in dieser Frage unterscheidet sie sich nicht von anderen überwachungsbedürftigen Druckanlagen. Genau hier kommen die Dampf- und Druckexperten des TÜV Thüringen ins Spiel, denn aufgrund der einmaligen Bauart im Schiffsinneren konnte hier keine klassische Wasserdruckprobe durchgeführt werden. Für solche Spezialfälle können die Experten auf innovative Techniken zurückgreifen: Neben der seit Jahren etablierten Schallemissionsprüfung (SEP) kam auf der Nordic auch das patentgeschützte Verfahren „ID-E by TÜV Thüringen“ zum Einsatz. Die Innovationen bringen einen entscheidenden Vorteil mit sich: Die komplette Anlage konnte geprüft werden, ohne dass sie vor und nach der Prüfung aufwendig entleert, gesäubert, getrocknet, gespült und im Anschluss wieder mit dem regulären Betriebsmedium befüllt werden musste. Sowohl die innere Prüfung als auch die Druckprüfung an den Behältern war so nicht nur deutlich schneller und mit weniger Montageaufwand durchführbar, auch die hochqualitative Atemluft in den Behältern konnte ohne Verluste direkt nach Abschluss der Prüfung weitergenutzt werden. Mithilfe der leistungsfähigen Prüfverfahren des TÜV Thüringen erreichte die Nordic viel schneller volle Betriebs- und Einsatzbereitschaft: Der Hochsee-Bergungsschlepper konnte das Trockendock noch am gleichen Tag mit frisch geprüfter Atemluftanlage verlassen. Inzwischen steuert das Schiff längst wieder auf dem Meer vor Helgoland und erfüllt im Auftrag des Bundes ihre Mission im Rahmen des Deutschen Notschleppkonzepts. Kapitän und Mannschaft können sich nun wieder der Sicherheit auf der Nordsee widmen und beim nächsten Rettungseinsatz sicher sein, dass ihnen auch unter extremen Bedingungen immer genügend Atemluft zur Verfügung stehen wird. Fotos: TÜV Thüringen www.tuev-thueringen.de 36 O+P Fluidtechnik 2020/11-12 www.oup-fluidtechnik.de

MARKTPLATZ EXPLOSIONSSICHER UND HART IM NEHMEN Die piezoelektrischen Taster der PSE EX-Familie von Schurter verfügen über Gehäuse aus Aluminium, oder Edelstahl. Sie bieten höchste Zuverlässigkeit und eine lange Lebensdauer. Aufgrund ihrer hermetisch dicht verschlossenen Gehäuse (IP69K) sind sie prädestiniert für den Einsatz in rauen Umgebungen, in explosionsgefährdeten Anlagen über Tage, in Bereichen mit entzündlichen Luft-Gas-Gemischen, Dämpfen und Staub. Sämtliche Schurter PSE EX-Produkte verfügen neben der europäischen ATEX-Zertifizierung ebenfalls über die internationale gültige Zertifizierung gemäß IECEx. Der Schurter PSE EX ist für Über-Tage-Anwendungen zertifiziert, nicht für den Unter-Tage-Bau. www.schurter.com NEUE WÄLZKOLBENPUMPEN IM PROGRAMM Pfeiffer Vacuum hat die Baureihe der Hochleistungs-Wälzkolbenpumpen Hi Lobe erweitert. Die Pumpen decken zahlreiche industrielle Vakuumanwendungen wie Elektronenstrahlschweißen, Vakuumöfen oder Gefriertrocknung ab und sind besonders für Schnellevakuierungen (Schleusenkammern oder Lecksuchanlagen) ausgelegt. Des Weiteren eignen sie sich für den Einsatz in Beschichtungsanwendungen. Die kompakten Pumpen bewältigen einen weiten nominellen Saugvermögensbereich bis 6.200 m³/h. Die Pumpen sind zur Atmosphäre hin hermetisch abgedichtet und weisen eine maximale integrale Leckagerate von 1 · 10-6 Pa m³/s auf. www.pfeiffer-vacuum.com VAKUUM-INNOVATION FÜR DIE LABORTECHNIK Das Kernelement in vielen Anlagen in der Analytik sowie Forschungs- und Laborumgebungen ist die Vakuumtechnologie. Gefragt sind ergonomische, ölfreie, energiesparende Lösungen. Für die Bereiche Labor, Forschung und Entwicklung sowie Analytik hat Leybold seine Produktfamilie der trocken verdichtenden mehrstufigen Wälzkolbenvakuumpumpen Ecodry plus erweitert. Zu den Varianten Ecodry 40 und 65 plus kommen jetzt die kleineren Pumpengrößen Ecodry 25 und 35 plus. Mit der Vervollständigung der ergonomischen, wartungsarmen, sparsamen und ölfreien Vorvakuumpumpen schließt Leybold eine Lücke im Portfolio. Die Pumpe ist in ihren Bauformen kompakt, vibrationsarm, leistungsstark, einfach bedienbar und leise. www.leybold.com BRENNERINTEGRIERTE SCHWEISSRAUCHABSAUGUNG Die Absauggeräte-Serie Vacufil von Kemper lässt sich mit jedem gängigen Schweißbrenner kombinieren. Koppeln Schweißer ihre Brennertechnik mit den digitalen Gerätevarianten Vacufil 125i, 150i und 250i der Serie, wählen sie auf einem Touch-Display intuitiv den Brenner ihrer Wahl aus. Daraufhin passen die Geräte ihre Leistung auf die in der Gerätesoftware hinterlegten Brennerparameter automatisch an. Die integrierte Volumenstrommessung sorgt dafür, dass die Absaugsysteme ihre Leistung permanent während des Schweißprozesses nachregeln. So wird stets mit dem höchstmöglichen Luftvolumenstrom abgesaugt. www.kemper.eu SCHRAUBENKOMPRESSOREN GEHEN AN BORD Angesichts steigender Energiekosten wird ein effizienter Betrieb der Drucklufterzeuger auch auf Seeschiffen immer wichtiger. Aber Platz ist auf Schiffen Mangelware. Vor diesem Hintergrund hat Kaeser die neuen FSD- Schraubenkompressoren für den maritimen Einsatz entwickelt. Die Kompressor-Modelle sind nur knapp über einen Meter breit und beanspruchen nur 4,1 m² Aufstellfläche. Mit Antriebsleistungen von 240, 310 und 390 kW decken die Maschinen Liefermengen bis 44 m³/min bei einem Druck von 14 bar ab. Die unterschiedlichsten Anwendungen, z.B. für die Stickstoffherstellung, sind damit gewährleistet. Die Anlagen sind gemäß den Anforderungen aller Marine-Abnahmegesellschaften zertifiziert. Für kühle kondensatarme Druckluft sorgt das mit Frischwasser gespeiste Kühlsystem und der integrierte Kaeser- Axial-Zyklonabscheider mit energiesparendem Kondensatablass Eco Drain. Wahlweise ist auch Kühlung mit Seewasser möglich. Für einen sicheren Halt bei jedem Seegang ist der stabile Grundrahmen der Anlagen speziell so ausgelegt, dass er auf dem Schiffsboden verschraubt oder verschweißt werden kann. www.kaeser.com TECHNISCH-WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT Dr.-Ing. C. Boes, Böblingen Dipl.-Ing. M. Dieter, Sulzbach/Saar Dr, Steffen Haack, Lohr a. M. Dr.-Ing. M. Fischer, Kraichtal Dr.-Ing. G. R. Geerling, Elchingen Prof. Dr.-Ing. M. Geimer, Karlsruhe Prof. Dr.-Ing. habil. W. Haas, Stuttgart Dr.-Ing. W. Hahmann, Kempen Prof. Dr.-Ing. S. Helduser, Krefeld Univ.-Prof. Dr.-Ing. G. Jacobs, Aachen Dipl.-Ing. M. Knobloch, München Dr. L. Lindemann, Mannheim Prof. Dr.-Ing. P. U. Post, Esslingen Dr.-Ing. K. Roosen, Kaarst Dr.-Ing. P. Saffe, Hannover Dr.-Ing. MBA IMD A. W. Schultz, Memmingen Dipl.-Ing. E. Skirde, Neumünster Prof. Dr.-Ing. C. Stammen, Krefeld Dipl.-Ing. P.-M. Synek, Frankfurt Prof. Dr.-Ing. J. Weber, Dresden Der Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Forschungsfonds Fluidtechnik im VDMA: Prof. Dr.-Ing. P. U. Post, Esslingen Dr.-Ing. R. Rahmfeld, Neumünster www.oup-fluidtechnik.de O+P Fluidtechnik 2020/11-12 37

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