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O+P Fluidtechnik 11-12/2020

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O+P Fluidtechnik 11-12/2020

FACHBUCH wird, zum

FACHBUCH wird, zum Beispiel bei Prüfaufgaben an hydraulischen Komponenten, empfiehlt sich darüber hinaus eine Rücklauffilterung. REINHEIT VON NEUEM ÖL P T 04 Links: Zylinder mit Aufbauplatte und Ventil; Rechts: Spülplatte statt Ventil P T Frisches Öl, sei es aus Fässern oder vom Tankwagen, weist üblicherweise eine für Hydraulik-Komponenten deutlich zu hohe Verschmutzung auf. Bei im Fass angeliefertem Hydrauliköl muss mit Reinheitsklassen von bis zu 23/20/18 nach ISO 4406 gerechnet werden. Daher ist es erforderlich, dass neues Öl stets über einen Filter in den Tank der Anlage gefüllt wird. Dabei muss die Filterfeinheit der Einfülleinrichtung der der Anlage entsprechen. Da bei der Befüllung mit einer hohen Verschmutzung zu rechnen ist, sollte der Filter eine hohe Schmutzaufnahmefähigkeit besitzen. Nach dem Befüllen ist die Anlage im Nebenstrom weiter zu reinigen, bis die erwünschte Reinheitsklasse erreicht ist. Dies gilt sowohl bei Erstbefüllungen von Aggregaten als auch beim Nachfüllen nach Ölverlust. Schon eine geringe Menge an verschmutztem Öl kann die gesamte Anlage dauerhaft schädigen. SPÜLEN DER ANLAGE 05 Entlüftungsschraube Lufteinschluss Druck Vor Inbetriebnahme der Anlage ist diese gründlich zu spülen. Hierunter ist die Reinigung aller Zulauf-, Rücklauf- und Leckageleitungen zu verstehen. Hydraulikzylinder sind vom Werk gereinigt und können nicht vor Ort gespült werden. Zum Spülen wird vorzugsweise das auf dem Hydraulikzylinder aufgebaute Ventil entfernt und durch eine Spülplatte ersetzt. Dadurch werden die Zulauf- und die Rücklaufleitung kurzgeschlossen (Bild 04). Über eine der Anlagengröße und Verunreinigung angepasste Zeit wird mit möglichst hohem Durchfluss, aber bei möglichst geringem Druck das Medium von der Pumpe durch alle Leitungen zurück in den Tank gefördert. Dadurch werden Verunreinigungen in Schläuchen und Rohren in den Tank ausgespült. Der Vorgang ist solange durchzuführen, bis die erforderliche Reinheitsklasse erreicht ist. Der Vorgang kann mit einem elektronischen Partikelzähler ständig überwacht werden. PRODUKTE UND ANWENDUNGEN 06 Lufteinschluss ÖLVERSCHMUTZUNG Entsprechend der Partikelgröße ist der Ausfall von Hydraulikzylindern und Komponenten unterschiedlich. Grobe Partikel über 15 µm bewirken einen plötzlichen Komponentenausfall durch Verklemmen bewegter Teile. Eine Verschmutzung mit Partikeln zwischen 5 µm und 15 µm bewirkt einen langsamen Verschleiß der Komponenten, gefolgt von Leckagen und Verklemmen. Ganz feiner Schmutz zwischen 2 µm und 5 µm äußert sich durch Schlammansammlungen im Öl. Neben Partikeln kann auch Wasser als Verschmutzung des Öls angesehen werden. Ein zu hoher Wassergehalt beschleunigt Korrosion der Bauteile und Verschleiß. Die in Hydrauliksystemen eingesetzten Filter haben die Aufgabe, die vorgegebene Feststoffverschmutzung einzuhalten. Bei der Filterauswahl ist daher eine der Anwendung angepasste Filterfeinheit zu wählen, der zudem viel Schmutz aufnehmen kann und eine möglichst geringe Druckdifferenz erzeugt. Wenn möglich sollte zusätzlich zu einer Druckfiltration in der Zulaufleitung eine Nebenstromfiltration mit Tankumwälzung und Kühlung verwendet werden. Wenn der Ölkreislauf häufiger geöffnet ENTLÜFTEN Die Entlüftung von Zylindern ist funktionswichtig. Zylinder werden im Regelfall auf beiden Seiten mit speziellen Entlüftungsschrauben geliefert. Die Entlüftungsbohrungen sind passend für Messanschlüsse und für den Einsatz eines Entlüftungssets ausgeführt (Bild 05). Zylinder müssen vor der Inbetriebnahme manuell entlüftet werden. Luft im Zylinder ist mit einer der schlimmsten Feinde der Hydraulik (Bild 06). Neben unangenehmen Betriebseigenschaften wie zum Beispiel ruckelnde Bewegungen können durch Luft auch Schäden am Hydraulikzylinder und dessen Dichtelementen entstehen. Wenn Hydrauliköl, das Luftbläschen enthält, sehr schnell verdichtet wird, werden die Bläschen so stark erhitzt, dass eine Selbstzündung des Luft-Gas-Gemisches auftreten kann. Dadurch entsteht örtlich ein sehr hoher Druck- und Temperaturanstieg, der auch Dichtungen beschädigen kann. Dies wird Diesel-Effekt genannt. Darüber hinaus ist ein nur mit Luft befüllter Zylinder in der Endlagendämpfung nicht funktionsfähig. Schon ein einmaliges Ausfahren bei voller Betriebsgeschwindigkeit kann den Zylinder beschädigen. Bilder: Hänchen www.haenchen.de 42 O+P Fluidtechnik 2020/11-12 www.oup-fluidtechnik.de

VORSCHAU IM NÄCHSTEN HEFT: 1-2/2021 ERSCHEINUNGSTERMIN: 28. 01. 2021 • ANZEIGENSCHLUSS: 13. 01. 2021 01 03 02 04 DER DIREKTE WEG O+P IM INTERNET www.oup-fluidtechnik.de O+P ALS E-PAPER digital.oup-fluidtechnik.de O+P-REDAKTION RAINER WESSELOWSKI, r.wesselowski@vfmz.de WERBUNG IN O+P sales@vfmz.de WORLD OF INDUSTRIES digital.world-of-industries.com 01 Der wechselbare Anbaukran von HSG Hydrauliksysteme kann an jeden Traktor entsprechender Leistungsklasse angesetzt und wieder abgenommen werden. Foto: HSG Hydrauliksysteme 02 Bürkert bietet Ventilinseln für Wasseranwendungen, die sich über ein Gateway in die jeweilige Automatisierungsumgebung einbinden lassen. Kommuniziert wird über gängige Industrial-Ethernet- oder Profibus-Protokolle. Foto: Bürkert 03 Das Unternehmen Gates geht dem Unterschied zwischen „umwickelten“ und „glatten“ Hydraulikschlauchdecken auf den Grund. Ein wichtiger Indikator bei der Produktauswahl. Foto: Gates 04 Der I-DA-H ist ein Steilgewindeantrieb, welcher auf einem mehrgängigen, gegenläufigen Steilgewinde basiert. Dabei wird die Linearbewegung des Kolbens in eine summierte Drehbewegung umgewandelt. Foto: HKS (Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten) www.oup-fluidtechnik.de O+P Fluidtechnik 2020/11-12 43

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