Aufrufe
vor 9 Monaten

O+P Fluidtechnik 11/2016

  • Text
  • Epaper
  • Paper
  • Fluidtechnik
  • Hydraulik
  • Anwendungen
  • Zudem
  • Bild
  • Halle
  • Unternehmen
  • Produkte
  • Industrie
  • Maschine
O+P Fluidtechnik 11/2016

„HERAUSFORDERUNGEN

„HERAUSFORDERUNGEN MOTIVIEREN UNS“ Chefredakteur Michael Pfister (rechts) im Gespräch mit Dr. Ralf Becker (Mitte) und Dr. Richard Käsler PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Montanhydraulik wurde 1952 als Handelsund Dienstleistungsunternehmen für Waggonhydraulik gegründet. Heute hat sich die Unternehmensgruppe zu einem der weltweit führenden Hersteller von Hydraulikzylindern und -systemen entwickelt. Die Unternehmensgruppe weist acht Gesellschaften an zehn Standorten mit über 1000 Mitarbeitern auf. Wir sprachen mit Dr. Ralf Becker, Vorsitzender der Geschäftsführung, und Dr. Richard Käsler, Vertriebsleiter, über die immer komplexer werdenden Ansprüche an Hydraulikzylinder und -systeme sowie ihre Hersteller. 46 O+P Fluidtechnik 11-12/2016

ANTRIEBE WOHIN ENTWICKELT SICH DIE KOMPONENTE SONDERZYLINDER? Was macht Montanhydraulik aus? Becker: Qualitätsführerschaft hinsichtlich Produkte und Liefertreue genauso wie technische Führerschaft stehen für Montanhydraulik. Ein wesentliches Merkmal der Montanhydraulik Gruppe ist, dass wir alle Anforderungen unserer Kunden nicht nur an die Zylinderdimension und Gestaltung erfüllen können, sondern auch an komplexe hydraulische Gesamtsysteme. Hierbei können wir unsere Stärken ausspielen, sowohl im Engineering als auch in der Fertigung. Um jedem Kundenwunsch gerecht zu werden, produziert die Gruppe an mehreren Standorten die verschiedensten Hydraulikzylinder mit Kolbendurchmessern bis 1,2 m und Hublängen bis 27 m. Ein Beispiel: Nehmen wir einen Zylinder mit 27 m Hub. Hierzu benötigt man nicht nur die Fertigungsmaschine in der entsprechenden Dimension und Genauigkeitsklasse sondern ebenso entsprechende Beschichtungs- und Montageeinrichtungen. Um die geforderten Toleranzen und Qualitäten einzuhalten benötigen Sie aber auch entsprechend qualifiziertes Personal. All dies haben wir bei uns. In welchen Anwendungen findet man Zylinder von Montanhydraulik? Becker: Das Anwendungsspektrum ist sehr groß. Unser größtes Geschäftsfeld stellen Mobilkrane dar. In nahezu jedem Mobilkran ist mindestens ein Zylinder aus unserem Haus im Einsatz. Daneben sind wir stark in den Bereichen Erdbewegungs- und Baumaschinen sowie Mininggeräte und Tunnelbohrmaschinen. Stationär findet man uns im Stahlwasserbau, im Off- und On-Shore- Bereich, bei industriellen Großpressen und vielen weiteren Spezialanwendungen. Überall dort, wo höchste Anforderungen an die Leistungsdichte und Qualität benötigt werden, sind wir zuhause. Käsler: In allen unseren Anwendungsbereichen steigen die Anforderungen an die Effizienz, die Lasten und die Lebensdauer so rasant, dass neue Systemlösungen nötig werden. Dort bilden wir Gesamtsysteme ab, vom Zylinder über das Aggregat bis hin zur elektrischen Steuerung im Leistungsbereich von einigen KW bis in den MW-Bereich. Damit bietet die Montanhydraulik-Gruppe ihren Kunden neben der Entwicklung und eigener Fertigung hochwertiger Zylinder und Aggregate auch die Realisierung anspruchsvoller anwendungsspezifischer Lösungen im Produkt- und Systembereich inklusive komplexer Steuerungssysteme an. In vielen Bereichen wie z.B. bei Hubsystemen für Schiffe, Staudammprojekten oder bei industriellen Pressen müssen die Zylinder und Aggregate immer anwendungsspezifische Individualanfertigungen sein, die wir gemeinsam mit den führenden Anbietern dieser Anlagen stetig weiterentwickeln. Wenn Zylinder in diesen Anlagen ausfallen, wird es schnell sehr teuer für den Betreiber. Spielt Online- Monitoring hier schon eine Rolle? Becker: Das wird kommen und wir arbeiten unter Hochdruck daran. Denn das Problem ist nicht der Ausfall eines Zylinders, sondern der UNKONTROLLIERTE Ausfall. In Zukunft müssen die Zylinder kommunizieren können und ihren Betriebszustand kennen. Sie müssen Abweichungen von der Norm, sei es z.B. temperatur- oder druckseitig, erkennen und analysieren können, so dass man die Wartungsintervalle präventiv gestalten kann. Im Idealfall sollte es möglich sein, die Wartungsintervalle so abzustimmen, dass die Überprüfung des Zylinders parallel zur generellen Wartung der Maschine geschieht. Das Thema Industrie 4.0 wird auch in unserem Bereich und unseren Anwendungen Einzug halten. Einfach nur Zylinder herzustellen, reicht in der heutigen Zeit nicht mehr. Wie bereits erwähnt bieten wir Systemlösungen an, d.h. neben der Installation und Inbetriebnahme übernehmen wir dank unseres internationalen Netzwerkes auch überall auf der Welt Reparaturen und Instandhaltungen. Dies alles gehört zu unserem Leistungs- und Lösungsportfolio. Können Sie hierfür ein Beispiel nennen? Becker: Für das aktuell größte Staudammprojekt in Asien, die Xayaburi-Talsperre, liefern wir insgesamt mehr als 130 Zylinder und über 40 Aggregate. Die gesamte hydraulische und elektrische Installation bis zur Inbetriebnahme auf der Baustelle übernimmt unser eigenes Personal. Dies ist ein großartiges Alleinstellungsmerkmal. Darüber hinaus haben wir auch die Regulierung von Staudämmen automatisiert. Dazu trägt vor allem unser ARMAC-System bei (Automatic Reservoir Monitoring and Control). Mithilfe von ARMAC wird unter Berücksichtigung der geografischen und klimatischen Gegebenheiten der optimale Wasserstand für ein Reservoir sowohl für die Stromgewinnung als auch für die Bewässerung der Umgebung ermittelt. Der Betreiber kann diese Aspekte also im Automatikmodus laufen lassen. O+P Fluidtechnik 11-12/2016 47

© 2016 by Vereinigte Fachverlage GmbH. Alle Rechte vorbehalten.