Aufrufe
vor 1 Jahr

O+P Fluidtechnik 11/2016

  • Text
  • Epaper
  • Paper
  • Fluidtechnik
  • Hydraulik
  • Anwendungen
  • Zudem
  • Bild
  • Halle
  • Unternehmen
  • Produkte
  • Industrie
  • Maschine
O+P Fluidtechnik 11/2016

4.0 SPRITZGIESSEN

4.0 SPRITZGIESSEN PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Ralf Högel Auf der Weltleitmesse K in Düsseldorf zeigte Stäubli, wie sich mit ganzheitlichen Automatisierungslösungen rund um die Spritzgießmaschine neue Dimensionen in Sachen Produktivität, Prozesssicherheit und Flexibilität erschließen lassen. Autor: Dipl.-Ing. Ralf Högel, Industrie Kommunikation Högel Steigende Ansprüche an Design und Qualität von Spritzgussteilen sind allgegenwärtig. Hinzu kommt der Trend zu immer höherer Variantenvielfalt, was die Losgrößen schrumpfen lässt. Das Resultat sind häufige Werkzeugwechsel, die mittlerweile bei vielen Unternehmen mehrmals pro Schicht anstehen. Dass diese die Produktivität negativ beeinflussenden Wechsel auch sehr schnell vonstattengehen können, zeigte Stäubli auf der K 2016– mit ganzheitlichen Lösungen, die von den Kernkompetenzen Stäublis – Kupplungstechnik, Quick Mould Change (QMC) und Robotik – profitieren. Hier bildete das Unternehmen in einer Demozelle die wesentlichen Prozessschritte einer ganzheitlichen Automation einer Spritzgießmaschine ab. Die Messeapplikation verdeutlichte, was man bei Stäubli unter Quick Mould Change und SMED versteht. Mit den Stäubli-QMC- Lösungen gelingt der Wechsel der Spritzgießwerkzeuge unter höchsten Sicherheitsstandards innerhalb weniger Minuten. Mit welchen Technologien sich diese Performance realisieren lässt, erfahren die Fachbesucher Schritt für Schritt anhand des Demonstrators. 58 O+P Fluidtechnik 11-12/2016

01 Den Startpunkt bildet die Werkzeugvorbereitung mit integrierter Vorwärmstation. Hier wird parallel zur laufenden Produktion das nächste Spritzgießwerkzeug für den Einsatz auf der Maschine vorbereitet. Knackpunkt dabei ist die Vortemperierung des Werkzeugs, ohne die ein sofortiger Einsatz auf der Spritzgießmaschine unmöglich wäre. Dazu schließt der Bediener innerhalb von Sekunden sämtliche Medien-, Energie- und Signalverbindungen mit einem einzigen Handgriff über ein Stäubli-Multikupplungssystem an. Dieser Prozess schließt Fehlanschlüsse aus und kann auf Wunsch auch vollautomatisiert werden. Nun beginnt die Vortemperierung des Werkzeugs auf der Station. Dank integrierter Sensorik können die montierten Kupplungen den Werkzeugzustand erfassen und die gesammelten Daten in den weiteren Prozess einsteuern. Eventuelle Störungen wie beispielsweise das Nichterreichen der Betriebstemperatur lassen sich so vorzeitig erkennen. Dies ermöglicht die Fehlerbeseitigung noch vor dem Einbau des Werkzeugs auf der Spritzgießmaschine, wodurch hoher Aufwand und teuere Stillstandszeiten vermieden werden. 02 Hat das Werkzeug die vorgeschriebene Temperatur erreicht, kann der Transport beginnen. Auf der K übernimmt ein schienengebundener Werkzeugwechselwagen diese Aufgabe. In der Praxis sind alternativ auch frei bewegliche oder induktionsgeführte Lösungen realisierbar. Der Werkzeugshuttle fährt mit dem neuen Werkzeug aus der Vorbereitungsstation zur Spritzgießmaschine und holt dort das im Einsatz befindliche Werkzeug ab. Noch bevor die Maschine den letzten Schuss des laufenden Auftrags durchführt, steht der Wechselwagen mit dem produktionsbereiten Werkzeug bereits vor der Maschine und wartet auf das Startsignal für den Werkzeugwechsel. Jetzt muss alles schnell gehen. Im ersten Schritt verriegelt die Stäubli-Werkzeughälftenverriegelung automatisch beide Formhälften. Sogleich trennen die vollautomatischen Multikupplungen alle Signalund Medienverbindungen, während die automatische Auswerferkupplung das Werkzeug von der Auswerfermechanik löst. Bevor die Maschine auffährt und das Werkzeug freigibt, wird es noch automatisch über die Stäubli-Magnetspannvorrichtung entspannt. O+P Fluidtechnik 11-12/2016 59

© 2016 by Vereinigte Fachverlage GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Ausgabe