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O+P Fluidtechnik 11/2016

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O+P Fluidtechnik 11/2016

WIR BRAUCHEN EINE

WIR BRAUCHEN EINE RENAISSANCE DER INNOVATION Dr. Peter Achten ist in der Branche bekannt als Innovater und Querdenker. Fast 30 Jahre ist er inzwischen geschäftsführender Gesellschafter der INNAS. Seit 2007 ist er zudem Träger der Bramah-Medal, ausgezeichnet für seine außergewöhnliche Innovationskraft in der Fluidtechnik. Logisch, dass O+P Fluidtechnik mit ihm über Einfallsreichtum und Kreativität sprach. Herr Dr. Achten, für die wenigen, die sie noch nicht kennen: Stellen Sie sich bitte vor. Wie sind Sie zu Ihrer aktuellen Position gekommen? Nach meinem Abschluss an der TU Eindhoven im Jahr 1982, begann ich, am Centre for Energy conservation in Delft zu arbeiten. An diesem Institut war ich für den Bereich Produktentwicklung verantwortlich. 1987 ging diese Abteilung in einem eigenen Unternehmen auf: Innovation Associates, oder kurz INNAS. Ich bin geschäftsführender Gesellschafter dieses Unternehmens. INNAS ist ein einhundertprozentiges Innovations- und Entwicklungsunternehmen. MENSCHEN UND MÄRKTE Was macht für Sie die Faszination Fluidtechnik aus? Ihr Job ist es, innovativ zu sein. Können Sie Konstrukteuren einen Rat geben, wie man zu einer innovativen Lösung kommt? Nutzen Sie eine spezielle Methodik? Dies ist mit Abstand das faszinierendste und interessanteste Feld, auf dem wir uns als Innovationsunternehmen profilieren können. Die meisten unserer Kunden verlangen absolute Geheimhaltung. Daher können wir die Früchte unserer Arbeit leider nicht öffentlich präsentieren. Aus diesem Grund haben wir uns von Anfang an dazu entschieden, eigene Lösungen zu entwickeln, die wir auf Messen, Konferenzen oder online präsentieren können. Hydraulische Systeme und Komponenten haben sich zu unserer Spielwiese entwickelt. Ich glaube an das Potenzial der Hydraulikindustrie. Aber: Um dieses Potenzial zu heben, brauchen wir dringend eine Renaissance der Innovation, sowohl auf System- als auch auf Komponenten-Ebene. Es gibt viele Missverständnisse, wenn es um Innovation geht. Einer der größten Fehler ist es, zu glauben, dass es genügt nur Software oder Simulationen zu nutzen, um neue Lösungen zu finden. Diese Technologien sind nützliche Helfer, aber nicht das Allheilmittel auf dem Weg zur Innovation. Eine weitere Fehleinschätzung: Man muss nur kreativ sein, um auf eine neuartige Lösung zu kommen. Was wirklich nötig ist, ist eine Kombination aus Kreativität, Können, Wissen und, nicht zuletzt, Talent. Die Universitäten vermitteln hervorragend das Wissen oder 8 O+P Fluidtechnik 9/2016

„Wer in den gewohnten Bahnen denkt, schafft immer nur eines: eine Kopie.“ Dr. Peter Achten die nötigen Software-Skills, aber in anderen Bereichen hapert es. Dies schließt auch das Benutzen der eigenen Hände zur Problemlösung ein. Zudem tun sich sowohl Hochschulen wie auch Industrie schwer damit, kreative Talente zu erkennen und zu fördern. Etwas Neues zu schaffen, etwas, das noch nicht exisitiert, ist extrem schwierig. Es ist viel verlockender, in den gewohnten Bahnen zu denken. Dies führt jedoch immer zu demselben Ergebnis: einer Kopie. Eine weitere Versuchung besteht darin, eine schrittweise Produktverbesserung als Innovation zu bezeichnen. Wenn Produkte das Ende ihres Entwicklungszyklus erreichen, gibt es keine Alternative: Eine vollkommen neue Technologie oder ein völlig neues Produkt müssen entwickelt werden. INNAS hat einige Strategien entwickelt, um neuartige Lösungen zu finden. Aber die Basis dieser Strategien bildet unser Kollegium von äußerst talentierten Ingenieuren. Was sind die größten zukünftigen Herausforderungen für die Fluidtechnik? Die größten Aufgaben stellen Kostenreduktion und Effizienzsteigerung dar. Ich rate der Hydraulik, von der Automobilindustrie zu lernen, und ein Konstruktionsprinzip zu schaffen, das es ermöglicht, die weitaus kosteneffektiveren Produktionstechnologien der Automobilbranche in die Hydraulik einzubringen. Weiterhin müssen wir die Effizienz von Pumpen und Motoren erhöhen, gerade die der Verstellpumpen inklusive der Ventile und Steuerungen. Wenn man die Systemebene betrachtet, bin ich überzeugt davon, dass wir Common Pressure Rail Systeme brauchen, die letztlich einen weitaus modulareren Systemansatz ermöglichen – ähnlich dem Stromnetz. Solche Systeme werden die Flexibilität, Steuerbarkeit und Effizienz hydraulischer System deutlich steigern. www.innas.com O+P O+P Fluidtechnik 11-12/2016 9/2016 9

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