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O+P Fluidtechnik 3/2016

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INTERVIEW MASCHINENBAU

INTERVIEW MASCHINENBAU IN DER TÜRKEI: WIE GEHT ES WEITER? Die Türkei liegt in einer Region politischer Spannungen. Was bedeutet dies für die Maschinenbaubranche im Land? Wir sprachen mit Sevda Yilmaz, Präsidentin der Kayahan Group und Vorstandsmitglied von Turkish Machinery. Die Konjunktur in der Türkei in den letzten Jahren scheint sich nun abzuschwächen. Wo liegen die aktuellen Probleme? Während das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahre 2015 mit 2,5 % eher schwach ausfiel, schrumpfte der in Dollarwerten ausgedrückte Welthandel um 10 %. Natürlich war auch die Türkei davon betroffen. Darüber hinaus haben uns die geopolitischen Entwicklungen in der Region und der Rückgang bei den Ölpreisen daran gehindert, die Leistungen aus den Vorjahren in diesem Jahr zu wiederholen. Die zwei Parlamentswahlen in der Türkei im Jahre 2015 haben darüber hinaus zur Verschiebung der ökonomischen Reformen und zu einer Abschwächung des Handels geführt. Trotzdem wird eingeschätzt, dass wir mit einem Wachstum von 3,5 % eine bessere Leistung als viele andere Länder erzielen konnten. In einem von der Regierung angekündigten, mittelfristigen Volkswirtschaftsprogramm war vorgesehen, dass den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Produktion Priorität eingeräumt wird. Unser Hauptziel besteht darin, unser technologisches Mehrwertschöpfungsniveau bei der Produktion und beim Export zu steigern. Dies ist insbesondere für den Maschinenbausektor noch weitaus wichtiger. Mit den Reformen, die im Verlaufe des Jahres 2016 durchgeführt werden sollen, wird nach den Einschätzungen einiger internationaler Organisationen ein Niveau von 4 bis 4,5 % erreicht. Wenn man die globalen Entwicklungen berücksichtigt, so ist dies ein akzeptables Wachstumsniveau, auch wenn es für unser Land nicht ausreichend ist. Der bevorstehende Prozess ist die Normalisierung und Konsolidierung der Türkei. Welche aktuellen Trends gibt es im Maschinenbau? Die Hauptthemen und Hauptschwerpunkte sind folgende: die Entwicklung und Einführung von Steuerungssystemen zur Produktion von Präzisionsteilen im Bereich Maschinen und Maschinenteile; weitere Verbesserungen in den Prozessen Datenerfassung, -auswertung und -übertragung, die Verbreitung von SMED-Applikationen in allen Gieß- und Arbeitsprozessen, die Zusammenführung unterschiedlicher Werkstoffe zur Produktion von Maschinen und Maschinenteilen sowie der stärkere Einsatz von Verbundwerkstoffen mit geringerem Gewicht und höherer Festigkeit sowie der Fernzugriff zur Datenverarbeitung und zur Produktionsteuerung von Maschinen mithilfe künst licher Intelligenz zur Ergänzung des Konzepts „Industrie 4.0“. MENSCHEN UND MÄRKTE Mit Turkish Machinery wollen Ihre Firmen stärker mit anderen Unternehmen, z.B. in Deutschland, kooperieren. Wie weit sind diese Bestrebungen gediehen? Unser erstes Ziel bei Turkish Machinery bestand darin, unsere Qualität und die Kompetenz unserer Produkte einem breiteren Publikum zu demonstrieren, weil viele Unternehmen, Institutionen und Organisationen in Deutschland und Europa das Potenzial der Türkei auf diesem Gebiet nicht genau kannten. In dieser Hinsicht haben wir bedeutende Fortschritte gemacht. Heute werden Maschinen aus der Türkei in mehr als 200 Länder exportiert. Andererseits wissen wir jedoch, wie wichtig es ist, über ausgezeichnete Technologiekenntnisse und Erfahrungen zu verfügen, um in diesem Industriezweig erfolgreich zu sein. Um die Defizite türkischer Unternehmen auf diesem Gebiet zu beseitigen, begannen wir, eine Technologiekooperation auf Basis von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen zu entwickeln. Wir unterzeichneten Kooperationsvereinbarungen mit OWL-Maschinenbau und der Technologietransfer-Plattform VEMAS Innovativ unter Projektträgerschaft der Fraunhofer-Gesellschaft. Durch die Zusammenführung dieser beiden Einrichtungen und ihrer Mitgliedsunternehmen sind wir den ersten Schritt in Richtung Zukunft gegangen. Wir werden erleben, wie diese Kooperation sich in künftige Projekte transformiert. www.turkishmachinery.org 18 O+P – Ölhydraulik und Pneumatik 3/2016

DIE TOP EXPORTMÄRKTE DES DEUTSCHEN MASCHINENAUSSENHANDELS (JAN.-DEZ. 2015, IN MIO. EUR) USA 16.813,5 China 16.048,5 Frankreich 9.817,8 Verein. Königreich 7.193,5 www.staubli.com RBE – die universelle Schnellkupplung für alle Medien Italien 6.470,7 Niederlande 6.058,5 Österreich 5.950,0 Die modulare Baureihe kann Ihren Anforderungen hinsichtlich Medium, Druck, Temperatur und Durchfluss ideal angepasst werden. Die automatische Druckbolzenverriegelung garantiert höchste Sicherheit bei einfachster Handhabung. Der robuste Aufbau sorgt für eine lange Lebensdauer bei bleibender Dichtheit – auch in extremen Situationen. schnell. sicher. effizient. Polen 5.691,9 Schweiz 4.873,1 Russland 4.747,0 Quelle: Statistisches Bundesamt, VDMA Stäubli Tec-Systems GmbH - Tel.: +49 921 883-0 - E-Mail: connectors.de@staubli.com

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