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O+P Fluidtechnik 3/2019

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DIE HYDRAULIK MUSS MEHR

DIE HYDRAULIK MUSS MEHR FÜR IHR IMAGE TUN Niki Nieland wandelt zwischen den Welten. Als Geschäftsbereichsleiter Hydraulik der Nachi Europe GmbH muss er japanische und europäische Werte erfolgreich unter einen Hut bekommen. Nicht immer ganz einfach, wie er uns in der O+P Lounge verriet. Herr Nieland, stellen Sie sich bitte vor. Wie sind Sie zu Ihrer aktuellen Position gekommen? Ich habe nach dem Abitur und dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens eine Stelle gesucht, die im Technischen Vertrieb angesiedelt und genau meinem Zielbereich des Studiums entsprach. Bei Bosch Rexroth 2002 gestartet, durchlief ich mehrere Stationen im Technischen Vertrieb von Mobilhydraulik-Steuerungen über die Windkraft bis zuletzt im Bereich der Schiffsgroßdieselansteuerung. Bei Nachi kann ich seit 2013 die gewonnenen Kompetenzen bei OEM-Be- treuung, Produktmanagement, Projektmanagement und Key Account Management täglich sehr gut gebrauchen. Neu und herausfordernd zugleich war meine erste Stelle als Vertriebsleiter: Einerseits, die Industrieprodukte Nachis als japanischer Underdog in Europa bekannter zu machen, und andererseits ein starkes Team aus Vertrieb bis Technik zu formen. Als Geschäftsbereichsleiter Hydraulics kommen seit 2016 weitere Aspekte wie Einkauf, Marketing und Logistik hinzu. MENSCHEN UND MÄRKTE Sie arbeiten in einem internationalen Konzern mit Hauptsitz in Japan. Welche Unterschiede zwischen den Arbeitswelten, also Japan und Deutschland bzw. Europa, erleben Sie? Ein gewichtiger Unterschied ist die japanische Kultur, die sehr stark davon geprägt ist, als Einzelperson oder Unternehmen nicht aus der Masse hervorzustechen. Beispielsweise hat Nachi Produkte, die sehr viel mehr können als im Datenblatt definiert ist – understatement pur. Auch Marketing ist überspitzt ausgedrückt unbekannt – werden in Europa Produkte durch gutes Marketing begleitet, so wird dies hingegen im Japanischen Maschinenbausektor Welches war bisher Ihr spannendstes Projekt bei Nachi? Bei Nachi gab es vor drei Jahren den starken Wunsch aller Geschäftsbereiche (Cutting Tools, Robotics, Bearings und nicht als das Wesentliche betrachtet, da Kunden- und Markenbeziehungen bereits lange bestehen. In Europa stehen bei Vertrieb von Komponenten die Produktperformance, Design, Innovation und der Verkaufspreis stark im Vordergrund. Hierzulande gehen Kunden somit nicht zwangsläufig lange Lieferantenbeziehungen ein, wenn es an etwas mangelt. In Japan sind Themen wie Treue und gute Beziehungen stets im Vordergrund – man hilft sich gegenseitig. Hydraulics), das Marketing zu stärken und eine gemeinsame Außendarstellung (Corporate Identity) in Europa zu realisieren. 10 O+P Fluidtechnik 3/2019

Stahlverschraubungen in Zink Nickel IhrLieferantfür höchste Anforderungen in der Fluidtechnik. Füralle Anwendungen. Niki Nieland Schneidringverschraubungen Schlauchverbinder Schweissverschraubungen Ich durfte ein Jahr lang als Projektleiter das Marketing bei Nachi Europe aufbauen. Gemeinsam wurde am Branding der Marke und der Außendarstellung in allen Marketingfacetten gefeilt. Während des Projekts war es spannend zu erleben, wie Marketing in Japan betrachtet wird. Der Stellenwert ist sehr viel geringer als in Europa. Das Projekt war ein voller Erfolg und wir konnten auf der EMO 2017 das 50-jährige Bestehen Nachi Europe nach außen darstellen. Seitdem ist Nachi in Sachen Marketing auf einem guten Weg in Europa. Flanschverbinder Welches ist Ihrer Meinung nach die größte zukünftige Herausforderung für die Hydraulik? Die Hydraulik steht ,wie schon oft zu lesen, für eine Art „schmutzige“ Technologie im direkten Vergleich zur bestromten Alternative. Analog zur Automobilindustrie ist die Lobbyarbeit der Elektroindustrie sehr stark. Zum Thema Herausforderung denke ich persönlich an mein Marketingprojekt zurück und muss sagen, es wird zu wenig Marketing für das Hydraulik-Technologie-Image gemacht. Smarte Lösungen, in sich geschlossene und vor allem integrierte leichtere Lösungen, sind die Zukunft für die Hydraulik. Im Bereich der Baumaschinen müssen z. B. die Emissionen seit Jahren reduziert werden, das geht mit weniger Gewicht, energy-on-demand Lösungen der Antriebselemente oder kompakterer, sich integrierender Hydraulik. Mein persönliches Fazit: Wenn die „Hydraulik“ es schafft, sich leichter von einem Konstrukteur ohne Hydraulikgrundwissen anwenden zu lassen, sehe ich weiterhin eine positive Zukunft für die Hydraulik. Made in Germany • 30.000 Produkte ab Lager • Zubehör, Rohre,Sonderteile und Ventile • Versand am gleichen Tag • aus Stahl und Edelstahl www.CONEXA.de www.nachi.de

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