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O+P Fluidtechnik 4/2016

O+P Fluidtechnik 4/2016

VDMA VOR ORT PREDICTIVE

VDMA VOR ORT PREDICTIVE MAINTENANCE 4.0 IN DER PRAXIS Klaus Helmrich, Vorstandsmitglied der Siemens AG Peter-Michael Synek (rechts), Moderator und Organisator des Events, im Gespräch mit Michael Pfister, Chefredakteur von O+P – Medienpartner der Veranstaltung MENSCHEN UND MÄRKTE Volles Haus in Frankfurt: Über 100 Teilnehmer kamen zum VDMA-Kick-off Kongress zur Hannover Messe Sonderschau Predictive Maintenance 4.0. Die Vorträge und anschließen - den Diskussionen zeigten: Neue Instandhaltungsstrategien setzen große Potenziale frei – aber es gibt auch noch viel Gesprächsbedarf. Predictive Maintenance steht für vorausschauende Wartung und gewinnt als neue Instandhaltungsstrategie zunehmend an Bedeutung. Die Erwartungen sind groß: „Ziel dieser neuen Instandhaltungsstrategie ist es, unvorhergesehene Ausfälle zu vermeiden und damit verbundene Produktionsengpässe zu reduzieren beziehungsweise auszuschließen. Dadurch nimmt die Produktivität zu, Instandhaltungs- und Servicekosten sinken, Fertigungsqualität und Planungssicherheit steigen. Im Ergebnis fallen auch die Gesamtbetriebskosten“, so Peter-Michael Synek, stell vertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Fluidtechnik im VDMA. Laut einer aktuellen Studie des Weltwirtschaftsforums und des Beratungsunternehmens Accenture könnten bei geplanten gegenüber ungeplanten Reparaturen 12 % und bei den Wartungskosten fast 30 % eingespart werden. Darüber hinaus könne der Anteil ungeplanter Stillstände um 70 % zurückgehen. Kern des Konzeptes ist es, mögliche Störungen und drohende Ausfälle von Maschinenkomponenten durch eine permanente Zustandsüberwachung und Datenauswertung vorherzusagen und somit zu vermeiden. Der optimale Wartungszeitpunkt lässt sich so planen, bevor das Problem entsteht. Möglich wird dies durch moderne Sensortechnik, intelligente Datenanalyse, digitale Vernetzung und Kommunikation der Maschinen, der Werkstücke und der Komponenten in der Industrie-4.0-Umgebung. Ein entscheidender Faktor ist die jetzt vorhandene Möglichkeit, große Datenmengen durch Datamining zu erfassen und mithilfe leistungsfähiger Simulationsmodelle auszuwerten. Der VDMA-Kongress Predictive Maintenance 4.0 hat das Thema praxisnah beleuchtet – aus der Industrie für die Industrie. Über 100 Teilnehmer füllten den Hörsaal in der Fortbildungsakademie Zahnmedizin Hessen bis auf den letzten Platz. Sie erhielten einen umfassenden Überblick über den aktuellen Wissensstand und Einblick in konkrete Lösungen aus der Praxis. Die VDMA-Veranstaltung sollte dazu beitragen, die Umsetzung von Industrie- 4.0- Konzepten – und dazu gehört auch Predictive Maintenance – zu beschleunigen. Vorgestellt wurden Applikationen aus Sicht produzierender Unternehmen, Implementierungen in Geräten 18 O+P – Ölhydraulik und Pneumatik 4/2016

und Softwarelösungen sowie Zukunftsperspektiven für die Industrie. Hierbei wurden die Vorteile dieser neuen Instandhaltungsstrategie deutlich. DER DIGITALE WANDEL BEEINFLUSST ALLE BRANCHEN Klaus Helmrich, Vorstandsmitglied der Siemens AG, erläuterte zum Auftakt der Veranstaltung, wie durch datenbasierte Services eine höhere Verfügbarkeit und Effizienz von Maschinen erreicht werden können. Zudem betonte er die Bedeutung von Industrie 4.0 für alle Unternehmen im Maschinenbau: „Der digitale Wandel beeinflusst alle Branchen der Industrie und Unternehmen jeder Größe. Großkonzerne wie mittelständische und kleine Unternehmen müssen gleichermaßen und gemeinsam die Entwicklung hin zu Industrie 4.0 mitgehen. Sonst scheiden sie aus dem internationalen Wettbewerb aus. Die Schlüsselfrage neuer Modelle lautet dabei: Welcher Kundennutzen lässt sich mit Hilfe digitaler Services gewinnen? Denn Geschäftsmodelle werden sich immer mehr vom Produktfokus zum Nutzerfokus verschieben.“ Dr. Markus Flik, Vorsitzender der Geschäftsführung der Chiron-Werke GmbH & Co. KG, erläuterte den Chiron-Weg zur zustandsorientierten Instandhaltung und hielt fest: „Es wird auch in der Industrie 4.0 keine menschenleeren Fabriken geben.“ Worauf es bei der Umsetzung von Predictive Maintenance in der Produktion ankommt, erfuhren die Zuhörer von Tobias Gaukstern, Weidmüller Interface GmbH & Co. KG, am Beispiel einer Spritzgussmaschine. Außerdem stellten Dr. Hans-Willi Keßler, FAG Industrial Services, Prof. Martin Wollschlaeger, Institut für Angewandte Informatik der TU Dresden, Janette Kothe, Bosch Rexroth, Roman Cecil Krähling, Argo-Hytos, Dr. Jan Bredau, Festo, und Walter Dunkmann, J. Schmalz, ihre Lösungen und Konzepte vor. VOM DATENLIEFERANTEN ZUM WERTSCHÖPFUNGSPARTNER Zum Abschluss der Veranstaltung gab Roland Berger Partner und Service-Experte Sebastian Feldmann noch Impulse zur Evolution des Service in Richtung "Service 4.0": „Unternehmen müssen weit mehr als heute aus der Endkundenperspektive denken und handeln. Sie müssen verstehen, wie sie im 'end game Szenario' ihrer Industrie vom Datenlieferanten zum Wertschöpfungspartner werden können – nur so wird Predictive Maintenance 4.0 erfolgreich monetarisiert, ohne Selbstzweck zu bleiben. Um zu funktionieren, muss Predictive Maintenance aber Teil einer gesamtheitlichen Serviceoptimierung sein.“ Fotos: Peter Becker, Redaktion O+P fluid.vdma.org PREDICTIVE MAINTENANCE AUF DER HANNOVER MESSE 2016 Gemeinsam mit der Industrie und der Deutschen Messe AG greift der VDMA das Thema auch auf der Hannover Messe auf und beleuchtet es auf vielfältige Weise. Was vom 25.-29. April 2016 in Hannover zu erwarten ist, erläuterte Dr. Jochen Köckler, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG (Bild rechts). In der Sonderausstellung „Predictive Maintenance 4.0“ werden Unternehmen der deutschen Antriebs- und Fluidtechnik, wie beispielsweise Aventics, Bosch Rexroth, Festo, Schaeffler, Schmalz Siemens oder ZF konkrete Lösungen und Strategien präsentieren. Ergänzend werden Guided Tours angeboten, um das Thema auf den Firmenständen zu vertiefen. Fachvorträge aus der Industrie runden im Forum Industrial Automation das Informationsangebot zu Predictive Maintenance ab.

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