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O+P Fluidtechnik 4/2017

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O+P Fluidtechnik 4/2017

BASICS HINSCHAUEN LOHNT

BASICS HINSCHAUEN LOHNT SICH! EFFEKTIVE ENERGIENUTZUNG DURCH KORREKTE AUSLEGUNG Die Energieeffizienz einer Anlage wird maßgeblich von der Wahl der richtigen Technologie bestimmt. Diese wiederum hängt von der Anforderung der Applikation ab. Deshalb ist es wichtig, die jeweiligen Stärken der Komplementärtechnologien Pneumatik und Elektrik zu beachten. Mittlerweile gibt es entsprechende Methoden und Simulationswerkzeuge für die Unterstützung bei Planung, Auslegung und Betrieb von Anlagen – inklusive der Kette der elektrischen und pneumatischen Energiebereitstellung. Eine gut durchdachte Auslegung von Antriebskomponenten bietet ein immenses Einsparpotenzial. So lassen sich beispielsweise durch entsprechende Tools die statischen und dynamischen Eigenschaften von technischen Systemen simulieren, analysieren und vorhersagen, wie sich der Antrieb in Bezug auf seinen Energieverbrauch verhält und welche Komponente sich für eine bestimmte Applikation am besten eignet. GESAMTE ENERGIEKETTE IN DER AUTOMATISIERUNG BETRACHTEN Insbesondere bei der Verwendung von Druckluft als Energieträger erfordert ein energieund kosteneffizienter Betrieb von Industrieanlagen eine durchgängige Betrachtung von der Drucklufterzeugung über die Aufbereitung und Verteilung bis hin zur Anwendung. Die größte Herausforderung liegt darin, die Druckluft auf der einen Seite so effizient wie möglich zu erzeugen und gleichzeitig auf der anderen Seite den Druckluftverbrauch zu optimieren. ALLE VERFÜGBAREN POTENZIALE NUTZEN Druckluft wird in fast jeder industriellen Fertigung benötigt und eingesetzt. In den seltensten Fällen geht dem Einsatz allerdings eine wirklich fundierte Planung voraus. Die Folge sind ein viel zu hoher primärer Energieverbrauch, nicht genutzte Möglichkeiten der Energierückgewinnung und damit viel zu hohe Energiekosten für den Betrieb, die deutlich reduziert werden könnten. Fast in jedem Industriebetrieb ist die Wärmenutzung von Kompressoren möglich, wird aber nicht betrieben. Falsch eingesetzte Komponenten im Druckluftsystem können so bis zu 20 % höheren Energiekosten führen, die leicht vermieden werden könnten. In Zeiten weiter steigender Strompreise ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. PRODUKTE UND ANWENDUNGEN KORREKTE AUSLEGUNG DER DRUCKLUFT-ROHRSYSTEME Ganz wichtig für einen effizienten und energiesparenden Einsatz von Druckluft ist die korrekte Auslegung der Rohrsysteme. Die Länge der Leitungen, deren Durchmesser, die Größe des Netzes und dessen Struktur spielen dabei eine entscheidende Rolle. Es gibt für jeden Betrieb und dessen Bedürfnisse das optimale Netz, das es zu konfigurieren gilt. Es gibt jede Menge Handlungsbedarf in der Industrie, aber keine Pauschallösungen. Jeder Betrieb ist einzigartig und erfordert eine entsprechend einzigartige Analyse des Bedarfs und der entsprechenden Lösung im Bereich Drucklufterzeugung, -aufbereitung, -verteilung und -anwendung. Wärmerückgewinnung wird stark unterschätzt und die vorhandenen Rohrsysteme sind längst nicht optimal. Auch im Bereich von Steuerungen und der Platzierung von Druckluftbehältern im Druckluftsystem lassen sich bisher noch unerschlossene Potenziale nutzen, damit Druckluft an der richtigen Stelle, zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge energiesparend und effizient zur Verfügung steht. ENERGIEEFFIZIENZ LOHNT SICH Dass das Reduzieren des Energiebedarfs zur Kostensenkung führt, dürfte wohl jedermann wissen. Evident ist ebenfalls, dass Energieeffizienz hierzu einen erheblichen Anteil beitragen kann, ja muss! Was nicht verbraucht wird, muss nicht erzeugt und verteilt werden. Welche Erfolge möglich sind verdeutlicht folgende Betrachtung: Energieeinsparungen steigern direkt den Gewinn eines Unternehmens. Gelingt es jährlich 100000 Euro an Energie zu sparen, wäre um das Gleiche zu erreichen bei Umsatzrenditen von 2 bis 3 % eine Umsatzsteigerung von 5000000 Euro erforderlich – eine durchaus beeindruckende Größenordnungen. Daher sollte sich jeder verantwortungsbewusste Unternehmer dem Thema Energie effizienz annehmen. Denn: Hinschauen lohnt sich! Es existieren zahlreiche Möglichkeiten, energieeffizient zu sein – man sollte sie ergreifen! 58 O+P Fluidtechnik 4/2017

BASICS DER ZYKLONEFFEKT 70 % der Gesamtkosten einer Druckluftanlage entfallen auf die Energiekosten. Sofern es möglich ist, kann durch eine Absenkung des Regeldrucks am Kompressor pro 1 bar Druckabsenkung eine Energieeinsparung von bis zu 10 % erzielt werden. ENEFFAH-BROSCHÜRE Diese Broschüre entstand im Rahmen des Projektes „EnEffAH – Energieeffizienz in der Produktion im Bereich Antriebs- und Handhabungstechnik“, welches von Oktober 2008 bis Juni 2012 durchgeführt und mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gefördert wurde. Auf 62 Seiten findet man Informationen über das EnEffAH-Projekt, einen Einblick in die Systemübersicht elektrischer und pneumatischer Gesamtsysteme sowie umfangreiche Optimierungsmaßnahmen sowohl im Bereich der pneumatischen als auch der elektrischen Antriebstechnik. Diese Broschüre hilft industriellen Anwendern, die Energieeffizienz in eigenen Anwendungen zu hinterfragen und die Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz besser zu verstehen und zu erkennen. Neben einer Sensibilisierung für das Thema sollen Möglichkeiten zur Ausgestaltung einer energieeffizienten Antriebs- und Handhabungstechnik vermittelt werden. In der Broschüre wird das Thema Energieeffizienz technologieübergreifend unter Einbeziehung sowohl der pneumatischen als auch der elektrischen Antriebs- und Handhabungstechnik behandelt. Gleichzeitig zielt die Broschüre darauf ab, nicht ausschließlich Teilbereiche wie Energiebereitstellung und Energienutzung zu thematisieren, sondern die gesamte Wirkungskette inklusive Aufbereitung und Verteilung mit Blick auf das Gesamtsystems zu betrachten. Die EnEffAH- Broschüre kann in Form einer pdf-Datei heruntergeladen werden. www.eneffah.de Jede Komponente in der Druckluftaufbereitung stellt einen Widerstand dar, der in der Strömung einen gewissen Druckabfall verursacht. Daher sollte nach dem Grundsatz ausgelegt werden: So viel Aufbereitung wie nötig, aber so wenig wie möglich. In einer Druckluftanlage gehen häufig insgesamt bis zu 30 % der Druckluft durch Leckagen verloren. Präventive Maßnahmen hierzu beinhalten die Auswahl des richtigen Rohrleitungsmaterials, eine fachgerechte Installation und die Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit Druckluft und Leckagen. Auf die korrekte Auslegung der Pneumatikzylinder und -ventile kommt es an. Erfahrungen zeigen, dass durch eine anwendungsbezogene energieeffiziente Auslegung sich durchschnittlich die Hälfte aller Antriebe um eine Baugröße kleiner auslegen lassen. NÜTZLICHE LINKS Kampagne: www.druckluft-effizient.de Drucklufterzeugung und -aufbereitung: www.kaeser.com Druckluftverteilung: www.metapipe.de Pneumatik: www.festo.com O+P Fluidtechnik 4/2017 59

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