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O+P Fluidtechnik 5/2018

O+P Fluidtechnik 5/2018

BUSSYSTEM WIE MAN EINEN

BUSSYSTEM WIE MAN EINEN MOBILKRAN STEUERUNGS- OPTIMIERT AUF DIE SCHIENE BEKOMMT PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Zweiwegefahrzeuge sind Baumaschinen, die mit ihren beiden Fahrwerken sowohl auf Schienen als auch auf der Straße fahren können. Im Rahmen der Umrüstung eines Multicranes von Sennebogen hat die Kuhn Schweiz AG die Bedienung und Ansteuerung des Schienenfahrwerks realisiert. Zum Einsatz kommt das Qubus-System von Graf-Syteco. Einer unserer Kunden wollte einen Sennebogen Multicrane vom Typ 608 auch auf Schienen einsetzen“, berichtet Simon Fenner, der als Technischer Leiter bei der Kuhn Schweiz AG tätig ist, „und hat das ursprünglich nur für die Straße gebaute Fahrzeug mit einem zusätzlichen Schienenfahrwerk ausgestattet. Umbauten und Umrüstungen an Baumaschinen gehören zu unserem Servicespektrum, das wir in unserer Niederlassung anbieten“, sagt Fenner. Die Kuhn Schweiz AG ist Teil der Kuhn Unternehmensgruppe, die in 10 europäischen Ländern als Händler und Servicepartner für Baumaschinen und Ladetechnik tätig ist. Mit insgesamt 1400 Mitarbeitern in 46 Niederlassungen erwirtschaftet das Unternehmen einen Umsatz von 610 Mio. Euro. Autor: Dr. Jörg Lantzsch, Agentur Dr. Lantzsch, Wiesbaden Als der Multicrane (Kranausleger mit einer Hubhöhe bis zu 22 m und einer Tragkraft bis zu 8 t) zu Kuhn kam, war das zusätzliche Schienenfahrwerk bereits montiert. Das Schienenfahrwerk ist flexibel für verschiedene Aufgaben anpassbar. So lässt sich etwa die Spurweite verstellen, um sowohl auf regulären Eisenbahntrassen als auch auf Schmalspurbahnen oder Straßenbahnschienen zu fahren. Mit Hydraulikzylindern wird das Fahrwerk abgesenkt und angehoben, wobei das vordere und das hintere Räderpaar unabhängig voneinander bewegt werden können. Die Hydraulik ermöglicht auch eine Neigung des Fahrwerks, so dass die Maschine auch auf geneigten Trassen arbeiten kann. Hydraulikmotoren treiben alle vier Räder des Schienenfahrwerks an. VERKABELUNGSAUFWAND REDUZIERT „Unsere Aufgabe im Rahmen des Umbaus ist die Ansteuerung der gesamten Hydraulik für das Schienenfahrwerk sowie eine Bedienmöglichkeit vom Steuerstand aus“, erläutert Fenner. Die größte Herausforderung beim Umbau besteht darin, dass sämtliche elektrische Steuer- und Versorgungsleitungen vom drehbaren Oberwagen zum Unterwagen über die bestehenden Drehdurchführungen geführt werden müssen. Dies gilt vor allem für die Ansteuerung der Hydraulikventile. Diese sind etwa für das Absenken und Anheben des Schienenfahrwerks, für die Umschaltung zwischen den beiden Antriebsarten, die Gangschaltung, das Lösen der Parkbremse und für die Abstützungen des Multicranes zuständig. Für die Ansteuerung der Hydraulikventile setzt Kuhn das Qubus-System von Graf- Syteco ein. Der wesentliche Vorteil dieses Systems ist der geringe Aufwand für die Verkabelung: Für sämtliche Hydraulikventile wird lediglich eine einzelne Busleitung benötigt. Insgesamt sind für das 28 O+P Fluidtechnik 5/2018

BUSSYSTEM QUBUS – DIE INTELLIGENZ IM STECKER Das Qubussystem von Graf-Syteco vereinfacht die Automatisierungsarchitektur in mobilen Maschinen deutlich. Häufig herrscht dort noch eine konventionelle Verkabelung vor, die einen großen unübersichtlichen Kabelbaum notwendig macht. Moderne CAN-Bus-Systeme bringen zwar eine gewisse Erleichterung, haben aber immer noch Verbesserungspotenzial hinsichtlich der Verdrahtung. Das Qubussystem sorgt hier für Abhilfe. Das System basiert auf einem Eindrahtbus mit zusätzlicher Spannungsversorgung. Mit einem einfachen kleinen Stecker, wird jeder Sensor oder Aktor zu einem Busteilnehmer. Die kleinste Einheit ist ein einzelner I/O, und es können genauso viele I/Os in den Bus eingebunden werden, wie notwendig sind. Besonders interessant ist es, dass auch Verbraucher – wie Magnetventile oder Leuchten – direkt an den Bus angeschlossen werden können. Die Ersparnis bei der Verkabelung ist durch diese Architektur enorm. Nicht zuletzt weil jeder Qubus-Stecker über ein T-Stück mit weiteren Steckern verkettet werden kann. Somit ist nur noch eine 3-polige Zuleitung für eine Ventilinsel notwendig. Das System wird dadurch sehr übersichtlich und einfach erweiterbar. Auch die Diagnose wird durch das neue System extrem vereinfacht. So werden zum Beispiel Drahtbrüche sowie Werte für Strom, Spannung und Temperatur an das Steuergerät gemeldet. Schienenfahrwerk 15 Qubus-Stecker verbaut – bis zu 125 Busteilnehmer wären mit diesem System maximal möglich. Um auch größere Anbaugeräte am Ausleger betreiben zu können, ist dieser für einem größeren Ölstrom umgerüstet, der zu- und abgeschaltet werden kann. KOMPAKTES BEDIENGERÄT IM STEUERSTAND Als Qubus-Master kommt ein Bediengerät vom Typ D2310 ebenfalls von Graf-Syteco zum Einsatz. Das kompakte Gerät hat ein 5,7-Zoll- Display mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel. Für Nut zereingaben ist das Gerät mit acht Tasten und einem digitalen Drehpotentiometer mit Druckfunktion ausgestattet. Mit einer frontseitigen Schutzart von IP65 und einem Betriebstemperaturbereich von -25 °C bis +70 °C ist es optimal für mobile Arbeitsmaschinen geeignet. Es hat eine umfangreiche Schnittstellenausstattung, zu der auch vier CAN-Bus-Schnittstellen gehören. Die CAN-Bus-Stränge werden auf dem Sennebogen Multicrane für verschiedene Aufgaben verwendet. „Hier schließen wir insgesamt vier MCM-Module an, mit denen wir Ein- und Ausgänge von verschiedenen Punkten der Maschine über den CAN-Bus an das Bediengerät anbinden“, erklärt Fenner. Dies sind etwa Positionsgeber, Sensoren oder Schalter zur Bedienung verschiedener Funktionen sowie die Zu- und Abschaltung des größeren Ölstroms. Auch die Anbindung der Funkfernbedienung, mit der der MultiCrane von außerhalb des Steuerstands aus gefahren werden kann, ist über CAN realisiert. Von den Vorteilen der Automatisierungsarchitektur ist Fenner überzeugt: „Neben dem geringen Aufwand für die Verkabelung, der für uns besonders wichtig ist, muss natürlich auch die Qualität stimmen, und da haben wir schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit Graf-Syteco-Komponenten gemacht.“ DIE ZEIT DRÄNGT Neben der Herausforderung die Verkabelung vom Oberwagen zum Fahrwerk durchzuführen, nennt Fenner noch eine weitere: „Der Zeitrahmen für das Projekt war extrem eng gesteckt. Von der Detailplanung bis zur Inbetriebnahme waren nur knapp zwei Monate Zeit.“ Der Kunde hatte es eilig, die Maschine für Arbeiten im Schienenbereich einzusetzen. Bei der Einhaltung des knappen Zeitplans war Graf-Syteco sehr hilfreich. So haben die Spezialisten von Graf-Syteco die komplette Programmierung der Steuerung und der Bedienoberfläche des D2310 übernommen. Dabei war nach Aussage von Simon Fenner nur sehr wenig Abstimmungsaufwand notwendig: „Am Tag, als die Steuerung in Betrieb genommen wurde, konnten wir die Maschine bereits an den Kunden übergeben.“ Dieser hat sie schon am nächsten Tag auf einer Baustelle eingesetzt. Um zusätzliche Funktionen in der Steuerung zu implementieren, wurden seitdem mehrere Updates der Software durchgeführt. Auch diese sind Dank der Architektur der Automatisierungslösung problemlos möglich. „Mit dem Qubus-System, dem D2310 und den anderen Komponenten von Graf-Syteco war die Umrüstung der Maschine sehr einfach und schnell zu realisieren“, fasst Fenner seine positiven Erfahrungen zusammen. www.graf-syteco.de Lösungen für Abdichtungen WillTech Aps Tel. +45 7442 3450 www.willtech.dk

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