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O+P Fluidtechnik 6/2016

O+P Fluidtechnik 6/2016

VERBINDUNGSTECHNIK WIR

VERBINDUNGSTECHNIK WIR DENKEN ÜBER DIE AM MARKT VERFÜGBAREN ANSÄTZE HINAUS PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Die Stauff Gruppe entwickelt, produziert und vertreibt seit mehr als 50 Jahren Leitungskomponenten und Hydraulikzubehör für den Maschinenund Anlagenbau und die industrielle Instandhaltung. Zur Hannover Messe 2015 hat Stauff ein eigenes Rohrverschraubungsprogramm vorgestellt: Stauff Connect. O+P sprach mit Jörg Deutz, CEO der Stauff Gruppe, über den erfolgreichen Start des Programms und die weiteren Pläne. 42 O+P – Ölhydraulik und Pneumatik 6/2016

VERBINDUNGSTECHNIK VERBESSERTE KOMPONENTEN, SYSTEME UND MEHR Herr Deutz, seit einem Jahr ist Ihr eigenes Rohrverschraubungsprogramm Stauff Connect verfügbar. Wie reagiert der Markt? Außerordentlich positiv. Mit Stauff Connect bieten wir unseren Kunden DIN-Stahlrohrverschraubungen mit dem gleichen hohen Anspruch auf Qualität und Service an, der für all unsere bestehenden Produkte gilt und uns am Markt seit vielen Jahren auszeichnet. Uns war klar, dass wir von Anfang an am Niveau unseres bekannten Portfolios gemessen werden würden. Nach einem Jahr erfolgreicher Kundengespräche bestätigt man uns: Wir haben die Erwartungen weit übertroffen. Was zeichnet Stauff Connect gegenüber anderen Rohrverschraubungssystemen aus? Ein wesentlicher Punkt ist die Tatsache, dass das Programm komplett neu entwickelt wurde und sämtliche Erkenntnisse und Erfahrungen, die die Branche über Jahre in der Praxis ge sammelt hat, in unser Engineering eingeflossen sind. Das heißt, dass die Komponenten von Stauff Connect in ihren Auslegungen und Leistungsparametern komplett neu konzipiert wurden und wir gewissermaßen keine „Altlasten“ mit uns führen. Unser Rohrverbindungsprogramm ist auf dem neuesten Stand der Technik und unter den aktuellen Anforderungen der Branche besonders leistungsstark und zuverlässig. Beispielsweise überschreitet unsere Zink-/Nickel-Oberfläche auch nach Transport, Verarbeitung und Montage der Bauteile die vom VDMA definierten Anforderungen hinsichtlich Beständigkeit und Langlebigkeit deutlich. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass uns bereits im ersten Jahr Freigaben der führenden unabhängigen Zertifizierungsgesellschaften erteilt wurden. Können Sie ein Beispiel für die Weiterentwicklung einzelner Komponenten geben? Gerade bringen wir zum Beispiel Winkel-Schwenkverschraubungen des Typs RSWND in Mitteldruck-Ausführung zur Serienreife, die im Unterschied zur herkömmlichen Bauweise auf Grundlage von Schmiederohlingen realisiert wird. Das hat verschiedene Vorteile in der Praxis: Die Schmiedevariante baut beispielsweise deutlich kompakter und ist außerdem um bis zu 25% leichter, was besonders in der Mobilhydraulik, etwa im Bereich der Landtechnik, eine große Rolle spielt. Unser Engineering bringt natürlich auch die Kompetenz aus unseren weiteren Produktbereichen ein. So haben wir eine Messkupplung mit einer Rohrverschraubung mit 24°-Dichtkegel-Anschluss auf einer Seite kombiniert. Das Bauteil wurde ursprünglich als Sonderteil für einen Kunden entwickelt, dort bemustert und positiv bewertet und wird in Kürze als Serienteil in unser Messtechnik-Programm aufgenommen. Hier profitieren unsere Kunden von unserer Herstellerkompetenz für beide Produktbereiche. Sie haben in Hannover 2015 den Prototyp eines Rohrumformsystems gezeigt. Wie weit sind Sie diesbezüglich? Stauff Form ist mittlerweile serienreif und bereits erfolgreich im Kundeneinsatz. Das ist eine Leistung, auf die unser Engineering besonders stolz sein kann. Mit Stauff Form bewegen wir uns heute, ein gutes Jahr nach dem Start eines Komponentenprogramms, mit Komponente und Maschine aus einer Hand als Hersteller „Made in Germany“ schon auf Augenhöhe mit anderen Anbietern. Auch hier gilt, was für die Komponenten gilt – wir haben über die bisher im Markt verfügbaren Ansätze hinaus gedacht. Ein Alleinstellungsmerkmal ist, dass das System vollständig auf Standard-Bauteilen basiert. Auf das Rohrende mit zuvor maschinell angeformter Kontur wird der Stauff Formring mit fest verbundener Elastomerdichtung aufgeschoben. Die formschlüssige Verbindung entsteht in Kombination mit einem herkömm lichen Verschraubungskörper mit 24°-Innenkonus und einer Überwurfmutter entsprechend ISO 8434-1. Die Nutzung sämtlicher Standard-Bauteile der Produktreihe Stauff Connect bringt zahlreiche Kombinations- und Adaptionsmöglichkeiten mit sich, wodurch die Notwendigkeit der doppelten Lagerhaltung ähnlicher Komponenten mit entsprechend hoher Verwechslungsgefahr entfällt. Material- und Logistikkosten können entsprechend gesenkt werden. Ein wichtiger Grund für den Erfolg von Stauff Connect ist auch unsere hohe Lieferperformance. Wir haben unseren Lagerbestand innerhalb eines Jahres verdoppelt, was nicht etwa daran liegt, dass wir nichts verkauft haben, im Gegenteil, sondern an unseren Investitionen in Fertigungs- und Lagerkapazitäten. Inzwischen sind fast O+P – Ölhydraulik und Pneumatik 6/2016 43

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