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O+P Fluidtechnik 6/2016

O+P Fluidtechnik 6/2016

RUBRIZIERUNGSEBENE I

RUBRIZIERUNGSEBENE I RUBRIZIERUNGSEBEBE 2 LOUNGE DIE ANWENDUNGSVIELFALT MACHT MEINEN JOB SO SPANNEND Jürgen Prochno ist ein Urgestein bei Lee: seit einem Vierteljahrhundert im Unternehmen, seit über 10 Jahren im Dienst als Geschäftsführer in Deutschland. Lee liefert hydraulische Miniaturkomponenten für eine Vielzahl von Industrien. Wir sprachen mit Herrn Prochno über die besondere Faszination Mikrofluidik, die Herausforderungen des Alltags und mehr. MENSCHEN UND MÄRKTE Herr Prochno, stellen Sie sich bitte kurz vor: Wie kamen Sie zu Ihrer Position bei Lee? Und welche ist für Sie die größte Herausforderung in Ihrem Beruf? Ich bin über Umwege zu Lee gekommen. Nach dem Studium arbeitete ich erst im Anlagenbau der Kunststofftechnik und bin dort sowohl mit Pneumatik als auch Hydraulik in Verbindung gekommen. Dort kam auch die erste Begeisterung für die Fluidik auf. In den frühen 90ern habe ich dann bei Lee die Möglichkeit bekommen, direkt in die Fluidtechnik einzusteigen. Zunächst arbeitete ich etwa 15 Jahre als Vertriebsingenieur, bevor ich 2005 zum Geschäftsführer von Lee in Deutschland berufen wurde. Dieser Schritt kam früher als erwartet, doch bis jetzt habe ich die Entscheidung nicht bereut, egal welchen Herausforderungen man sich in dieser Position stellen muss. Für mich ist es der zweite Teil des Titels Geschäftsführer, also das Führen meiner Mitarbeiter. Dort immer den richtigen Weg zu finden, ist für mich die größte Herausforderung. Das technische Kundengespräch oder die Auseinandersetzung mit unserer amerikanischen Muttergesellschaft empfinde ich im Vergleich dazu als einfacher. Gerade technische Fachgespräche bewegen sich ja meist in den physikalischen Machbarkeitsgrenzen und Branchenstandards. Bei der Führung von Individuen gibt es diesen festen Rahmen nicht. Jeder tickt zu jedem Zeitpunkt anders. Man muss immer alle Charaktere und die Tagesform berücksichtigen, sowohl die eigene wie die des Gegenüber. Das ist ein täglicher Lernprozess, der wahrscheinlich nie abgeschlossen sein wird.

„Nach 25 Jahren in der Hydraulikbranche ist meine Begeisterung nach wie vor ungebrochen.“ Jürgen Prochno Lee ist ein amerikanisches Unternehmen. Gibt es Unterschiede zwischen der deutschen und der amerikanischen Arbeitswelt? Ja, die gibt es sehr wohl. Wir in Deutschland haben oft ein sehr akribisches Verständnis für die Lösungsprozesse: Wenn es einen objektiv richtigen Weg gibt, gehen wir diesen in der Regel auch. In Amerika sieht man das manchmal anders. Dort geht man des öfteren lieber einen anderen Weg, der aus ihrer Sicht vielleicht attraktiver oder amerikanischer ist. Nichtsdestotrotz arbeite ich sehr gerne mit Amerikanern zusammen. Sie sind, zumindest bei Lee, sehr herzliche Menschen, die mir auch nahestehen. Auch unsere Familien kennen sich untereinander und stehen in Kontakt. Was macht für Sie die Faszination Fluidtechnik aus? Nach 25 Jahren in der Hydraulikbranche kann ich sagen, dass meine Begeisterung für die Fluidtechnik im Allgemeinen nach wie vor ungebrochen ist. Und ganz besonders fasziniert mich die Anwendungsvielfalt unserer Mikrofluidik. Heute spreche ich vielleicht mit jemandem der Prothesen herstellt, morgen fahre ich zu einem Autohersteller und diskutiere über die neueste Motorengeneration, übermorgen bin ich bei einem Mobilhydrauliker und danach bespreche ich ein Offshore-Projekt. Es gibt kaum eine Industrie, in der wir nicht beteiligt sind. Und diese Vielfalt wird mit unserem wachsenden Produktportfolio noch weiter zunehmen. Das macht die Fluidtechnik und meine Aufgabe bei Lee extrem spannend. www.lee.de O+P – Ölhydraulik und Pneumatik 6/2016 9

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