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O+P Fluidtechnik 6/2019

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DIE VIELFÄLTIGKEIT DER

DIE VIELFÄLTIGKEIT DER HYDRAULIK FASZINIERT MICH Timo Weber ist ein typischer Quereinsteiger. Nachdem er die ersten beruflichen Schritte in einer völlig anderen Branche machte, ist er im Jahr 2015 der Fluidtechnik- Community beigetreten. Seitdem ist er bei der R+L Hydraulics GmbH aus Werdohl beschäftigt, seit 2018 sogar als General Manager. Wir sprachen mit ihm u.a. über die Zugehörigkeit zum Timken-Konzern und darüber, was ihn an der Hydraulik fasziniert. Herr Weber, wie sind Sie zu Ihrer aktuellen Position gekommen? MENSCHEN UND MÄRKTE Man kann mich wohl als Quereinsteiger in die Fluidtechnik bezeichnen. Ursprünglich begann ich meinen beruflichen Werdegang in der Leuchtenindustrie. Dort konnte ich mich bei einem Weltmarktführer für Leuchtenkomponenten vom Auszubildenden über den Vertriebssachbearbeiter bis hin zum Gebietsverkaufsleiter für Großbritannien entwickeln. In dieser Position habe ich für drei Jahre in London gelebt und vor Ort die Vertriebsorganisation der englischen Niederlassung ausgebaut und weiterentwickelt. Parallel konnte ich in England meinen Master im Bereich Wirtschaftswissenschaften absolvieren. Nach dem abgeschlossenen Studium und einer Betriebszugehörigkeit von zehn Jahren wollte ich im Alter von 29 Jahren den nächsten beruflichen Karriereschritt setzen. Gleichzeitig war es mir wichtig, neue Industrien und Technologien kennenzulernen. Dadurch bin ich im Jahr 2015 zur Hydraulik gekommen. Damals hatte ich die Möglichkeit, die Gesamtvertriebsleitung bei R+L Hydraulics zu übernehmen. Innerhalb von drei Jahren wurde ich zum General Manager der R+L Hydraulics GmbH befördert, womit ich seit 2018 das operative und strategische Geschäft von R+L leite. Dies stets in enger Kooperation mit unserem kaufmännischen Leiter Karsten Reimann und dem US-Geschäftsführer Mat Happach. Seit 2016 gehört R+L Hydraulics zur Timken Gruppe. Was hat sich für Sie und das Unternehmen dadurch geändert? Grundsätzlich arbeiten wir weiterhin als eigenständiges Unternehmen. Unsere Zugehörigkeit zum Timken- Konzern bietet jedoch vielfältige Möglichkeiten für R+L als mittelständisches Unternehmen. Angefangen vom Zugang zu einer breiten Vertriebsorganisation über die Anbindung an das bestehende Händlernetz bis hin zur gemeinsamen Entwicklung des Produktportfolios. Gleichzeitig sind durch die gemeinsame Erschließung neuer Märkte und Kundenpotenziale unsere Entwicklungsmöglichkeiten um ein Vielfaches gestiegen. Zunächst war jedoch eine schrittweise und gut durchdachte Integration oberste Prämisse. Hierbei war entscheidend, den Fokus auf unsere Kunden in der Hydraulikindustrie beizubehalten. Gleichzeitig ist es das Ziel mit Timken im Bereich der Antriebstechnik und Industriekupplungen zu wachsen und das Portfolio gemeinsam weiterzuentwickeln sowie die eigenen Fertigungsmöglichkeiten auszubauen. 8 O+P Fluidtechnik 6/2019

Timo Weber Was macht für Sie die Faszination Hydraulik aus? Ihre Vielfältigkeit. Dies war für mich einer der Beweggründe, warum ich mich damals für den Wechsel in die Hydraulikindustrie entschieden habe. So kann es beispielsweise vorkommen, dass man morgens einen Hersteller für Spritzgussanlagen besucht, mittags mit Baumaschinenherstellern über gemeinsame Entwicklungen im Bereich der Mobilhydraulik spricht und abends mit Kunden aus der Windenergie individuelle Produktlösungen für erneuerbare Energien entwickelt. Die Hydraulik bietet Lösungen für eine Vielzahl unterschiedlichster Industrien, wodurch man täglich seinen eigenen Horizont erweitert und sich mit sehr interessanten Persönlichkeiten über unterschiedlichste Anforderungen und Erwartungen austauscht. Worin besteht Ihrer Meinung nach die größte künftige Herausforderung der Fluidtechnik? Ich denke hier gibt es aktuell zwei sich abzeichnende Trends. Zum einen das steigende Umweltbewusstsein – eine Entwicklung die ich persönlich sehr begrüße – in Verbindung mit Anforderungen an eine höhere Energieeffizienz. Meine Erfahrungen in der Leuchtenindustrie haben gezeigt, dass eine solche Entwicklung sehr schnell voranschreiten kann und dadurch eine ganze Industrie zum Umdenken bewegt wird (Stichwort LED- Technik, welche die Leuchtenindustrie innerhalb von knapp zwei bis drei Jahren revolutioniert hat). Zum anderen werden die Entwicklungen und Lösungen im Bereich Industrie 4.0 und Predictive Maintenance in Zukunft eine größere Rolle spielen. Hier steht die Industrie aktuell noch am Anfang der Entwicklung und es wird entscheidend sein, welche kundenseitigen Anforderungen sich daraus ergeben. www.rl-hydraulics.com O+P Fluidtechnik 6/2019 9

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