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O+P Fluidtechnik 7-8/2017

O+P Fluidtechnik 7-8/2017

STEUERUNGEN UND

STEUERUNGEN UND REGELUNGEN HYDRAULIK IN ÄUSSERST RAUEN BEDINGUNGEN PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Der Schiffsbausektor blickt auf eine langjährige und bewährte Entwicklung zurück und setzt auf einen überlegten, soliden Aufbau. Gleichzeitig hat er in zahlreiche bedeutende Innovationen und neuste Technologien investiert. Durch die Erschließung von neuen Schiffshandelsrouten und durch ökologische Anforderungen steigen die Herausforderungen markant. Speziell durch die Erschließung der Arktis und deren Ölfelder werden arktistaugliche Schiffstypen für die kommerzielle Seefahrt nachgefragt. Autor: Markus von Niederhäusern, Sales Manager, Wandfluh AG, Frutigen, Schweiz Durch die rauen klimatischen Bedingungen in der Arktis einerseits und das tropische Klima am Äquator andererseits ist das Anforderungsprofil eines vielseitig einsetzbaren Schiffstyps entscheidend verschärft worden. Der Herausforderung dieser großen Anforderungsbandbreite müssen sich alle Komponenten stellen, oder sie müssen entsprechend vor den Einflüssen geschützt werden. Dabei müssen nicht nur Lösungen für die kalten arktischen Temperaturen gefunden werden, die Lösungen müssen auch in den Subtropen und in den Tropen eingesetzt werden können. ARKTIS- UND TROPENTAUGLICHE PRODUKTE Die Schweizer Firma Wandfluh hat diese Problematik erkannt und beschlossen, sich dieser anzunehmen. Bereits seit einigen Jahren hat die Hydraulikherstellerin Erfahrungen mit Hydraulikkomponenten für die explosionsgeschützte Zone 1 und 2 für Tieftemperatur-Anwendungen mit zertifizierten Produkten gesammelt. Die Produkte werden heute mit Erfolg unter anderem auf FPSO-Einheiten (Floating Production, Storage and Offloading), Bohrinseln und zudem vielfältig auch auf dem Festland eingesetzt. Dank des großen Umgebungs- und Betriebstemperaturbereichs mit einer Obergrenze von +70 °C und einer Untergrenze von -60 °C können diese Hydraulikkomponenten sowohl in der Arktis als auch in den Tropen erfolgreich und sicher eingesetzt werden. Alternativ steht auch ein kleinerer Temperaturbereich von +70 bis -40 °C für gemäßigtere Bedingungen zur Verfügung. 30 O+P Fluidtechnik 7-8/2017

STEUERUNGEN UND REGELUNGEN 01 POINTIERT OBERSTES KRITERIUM: TEURE REPARATUREINSÄTZE ZU ERSPAREN VERBESSERTER WIRKUNGSGRAD FÜHRT ZUR LEISTUNGSREDUKTION REDUZIERTER ANSCHLUSSAUFWAND UND ERHÖHTE MONTAGEEFFIZIENZ Aufbauend auf den langjährigen Erfahrungen wurde eine Produktlösung entwickelt, welche dieselben Möglichkeiten und Optionen auch für die explosionsgeschützte Zone 0 bietet. Mit diesem neuen Produkt, welches auf dem bereits bestehenden Magneten MKZ45 basiert, kann Wandfluh einen Beitrag für die Erschließung neuer Handelsrouten leisten. Die Realisierung von arktis- und tropentauglichen VLCC- (Very Large Crude Carrier), FLNG- (Floating Liquefied Natural Gas) und FLPG-Frachter (Floating Liquefied Petroleum Gas) wird somit für die hydraulische Ventilansteuerung deutlich vereinfacht. Bei der Entwicklung der neuen Ventillösung für den Tieftemperatur-Einsatz wurde das Ziel jedoch vielfältiger definiert. Weltweit steigen die ökologischen Anforderungen unter anderem auch an die Schiffsindustrie. Daher hat die Schweizer Firma nach Lösungen gesucht, um den Wirkungsgrad der Hydraulikkomponenten zu maximieren. Dabei war man sich bewusst, dass bei der Schaltsicherheit und Ausfallsicherheit keine Kompromisse gemacht werden dürfen. Schließlich kann dem Kunden eine sehr kompakte Lösung mit verbessertem hydraulischen Wirkungsgrad und reduzierter elektrischer Leistung angeboten werden. 02 03 -60 ˚C 01 Nicht nur arktis- sondern auch tropentaugliche Wandfluh-Ventile sorgen für vielseitig einsetzbare Schiffstypen 02 Anwendungen im Tieftemperaturbereich 03 Für das Ex-Schutz-Schieberventil für Zone 0 (T6) stehen unterschiedliche Anschlussarten zur Verfügung EFFIZIENTE HYDRAULIKLÖSUNG Der Schwerpunkt wurde also auf einen hohen hydraulischen Wirkungsgrad gelegt, wobei die Ausfallsicherheit auf dem hohen Niveau der Wandfluh-Produkte verharrt. Das übergelagerte Ziel, dem Kunden weiterhin teure Reparatureinsätze zu ersparen, war und ist das oberste Kriterium. Die unkonventionelle Lösung wendet Wandfluh bereits seit einigen Jahren mit Erfolg für Containerfrachter an. Der um 30 bis 50 % verbesserte Wirkungsgrad führt zu einer Leistungsreduktion von bis zu 8 GW im Jahr. Der Nutzen des gesteigerten hydraulischen Wirkungsgrades resultiert jedoch nur zu einem kleinen Teil im reduzierten Energiebedarf. Der größere Teil des Nutzens liegt in der Ersparnis von weiteren Systemkomponenten. Aus ökonomischen Gründen floss in die Entwicklung auch eine vereinfachte elektrische Anschlussausführung, wodurch der Anschlussaufwand reduziert werden konnte. Die erhöhte Montageeffizienz bringt nebenbei den positiven Effekt einer höheren IP- Schutzklasse mit sich, so dass der Kunde zwischen IP65 und IP67 wählen kann. O+P Fluidtechnik 7-8/2017 31

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