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O+P Fluidtechnik 7-8/2019

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O+P Fluidtechnik 7-8/2019

MESSERÜCKBLICK TRENDS

MESSERÜCKBLICK TRENDS UND HIGHLIGHTS DER BAUMA 2019 PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Die bauma 2019 fand vom 08. bis 14. April 2019 auf dem Messegelände in München statt. Mit einer offiziellen Besucherzahl von über 620 000 Personen und mehr als 3700 Ausstellern ist die Baumaschinenschau die größte Messe der Welt. Dieses Jahr im Fokus: Elektrifizierung und Digitalisierung. Autoren: A. Holzer, R. Leifeld, A. Opgenoorth, T. Pietrzyk, F. Schoemacker, T. Vonderbank, K. Schmitz, alle Institut für fluidtechnische Antriebe und Systeme (ifas) der RWTH Aachen University Einen großen Zuwachs konnte die bauma von Besuchern außerhalb von Europa verzeichnen, darunter allen voran China und Japan. Partnerland war in diesem Jahr Kanada. Es präsentierten sich rund 3700 Aussteller aus 63 Ländern, dies zeigt, dass die bauma eine Plattform zur Knüpfung und Pflege von Businesskontakten aus aller Welt ist. Der Trend der Digitalisierung stand im Vordergrund für die Nutzung von mobilen Arbeitsmaschinen. Hierbei spielt die Sensorik eine wesentliche Rolle, sodass Firmen der Zulieferbranche ihre Produktpalette, ergänzt um smarte Sensorik, vorstellen. Diese liefern Informationen zum Betrieb der Maschine wie Standort oder Betriebsstunden, aber auch zu Störverhalten und Wartungsmaßnahmen. Die bauma selbst zählt außerdem Nachhaltigkeit und Effizienz zu den Trends der Messe. Unter die Thematik der Effizienz fällt auch die Elektrifizierung von Baumaschinen, die im Nachfolgenden noch beschrieben wird. Eine Auswahl an Trends und Produktneuheiten, die die Hydraulik- und Pneumatikbranche aus dem Baumaschinengewerbe auf der bauma 2019 präsentierte, finden sich auf den folgenden Seiten. Der Artikel ist dabei als persönlicher Rückblick der Autoren zu verstehen. 34 O+P Fluidtechnik 7-8/2019

MESSERÜCKBLICK INNOVATIVE UND INTUITIVE BEDIENKONZEPTE Zur Vernetzung der Baumaschinen in der Industrie 4.0 präsentiert Liebherr das Bedienkonzept „Intuitives User Interface“, kurz INTUSI. Mit dem Konzept wird die weltweite Kommunikation verschiedenster Informationen von Fahrern und Maschinen auf der Baustelle der Zukunft ermöglicht. Das Bedienkonzept dient als Schnittstelle zwischen der digitalen und analogen Welt der Baustelle. Einsatz findet das Bedienkonzept zukünftig maschinenübergreifend in allen Liebherr-Erdbewegungs- und Materialumschlagmaschinen und kombiniert sowohl den Datenaustausch als auch Steuerungsfunktionen. Zudem präsentiert Liebherr mehrere intelligente Assistenzsysteme für ausgewählte Radlader der Firmengruppe. Dazu gehören etwa die aktive Personenerkennung heckseitig (siehe Bild 01), die Frontraumüberwachung und das Kamerasystem Skyview 360°. Diese Systeme erhöhen die Sicherheit und entlasten den Maschinenführer in seinem Arbeitsalltag. Die aktive Personenerkennung warnt automatisch am Display und mit akustischen Signalen vor Gefahren im Heckbereich des Radladers. Eine Besonderheit ist, dass das System mit Hilfe von Sensoren selbstständig zwischen Personen und Objekten unterscheidet. Verschiedene Assistenzsysteme sind auch notwendig, um eine Baumaschine sicher per Teleoperation betreiben zu können. In Live-Shows demonstrierte Liebherr auf der bauma 2019 den Betrieb eines Radladers und einer Planierraupe per Teleoperation. Der Maschinenführer befand sich hierfür in einem externen Leitstand und bewegte die Maschinen ferngesteuert. Der Betrieb von Baumaschinen per Teleoperation bietet vielfältige Möglichkeiten, den Einsatz von Baumaschinen flexibler und produktiver zu gestalten und gleichzeitig die Sicherheit für den Bediener zu erhöhen. Von Volvo Construction Equipment wird dem Fahrer ebenfalls eine Reihe von Assistenzsystemen angeboten. Zu der bereits in der Vergangenheit vorgestellten Positions- und Gewichtserfassung der Bagger ergänzt nun als weiteres Assistenzsystem Volvo Active Control die Reihe der zur Verfügung stehenden Systeme. Mit Volvo Active Control werden Ausleger- und Löffelbewegungen automatisiert, um so zusammen mit der vom Benutzer vorgegeben Stielgeschwindigkeit definierte Planier- und Aushubprozesse umzusetzen. In der Bild 02 wird vom Fahrer ein Graben gezogen, wobei der Fahrer lediglich mit dem linken Joystick den Stiel steuern muss. So ist es für den Bediener möglich, akkurate Konturen ohne externe Messtechnik zu erzeugen. Integriert in das System sind die Funktionen der Tiefen- und Höhenbegrenzung, ein Schwenkstopp sowie die Kipplöffelsteuerung. Möglich wird das Volvo Active Control durch die neue elektro-hydraulische Vorsteuerung der Volvo Maschinen. SMARTE DRUCKSENSORIK HYDAC stellte auf der bauma 2019 eine neue Sensorgeneration „smarter Sensoren“ für verschiedene Messgrößen vor. Diese lassen sich ohne große Umbaumaßnahmen in bestehende Hydrauliksysteme einbinden. Zu dieser Produktgruppe gehört auch der Druckmessumformer HPT 1000 Smart. Neben der Hauptfunktion, der Druckmessung, zeichnet der Sensor ähnlich einer „Black Box“ relevante Prozess daten autark auf. Aus diesen Daten kann unter anderem das Nutzungsprofil des hydraulischen Systems ermittelt werden. Wie in einem Histogramm wird dargestellt, wie lange der Sensor verschiedenen Drücken ausgesetzt war. Diese Aufzeichnungsfunktion erstreckt sich über den Nenndruckbereich des Sensors hinweg bis in den Bereich von Überlastungen, so dass unzulässige Drucküberhöhungen beziehungsweise Druckspitzen erfasst und gespeichert werden. Die so aufgezeichneten Daten ermöglichen es, Systemüberlastungen zu erkennen und die Ursache für den Schädigungszustand verbauter Komponenten zu finden. Neben der Erfassung 01 02 01 Aktive Personenerkennung für Liebherr-Radlader 02 Volvo Active Control 03 Smarter Drucksensor ermöglicht Condition Monitoring und Predictive Maintenance 03 dieser Überlastungsdrücke zeichnet der HPT 1000 Smart auch Unterdrücke auf. In diesem Bereich erfasste Daten können beispielsweise dazu dienen, eine Vermutung auf kavitationsbedingte Aus fälle von Komponenten zu stützen. Um die gemessenen Druckdaten im Kontext zu sehen, werden zusätzliche Informationen, wie beispielsweise die Gerätetemperatur, Betriebsstunden oder weitere Diagnosedaten, aufgezeichnet. Der Anwender kann die Daten der „Black Box“ bei Bedarf jederzeit O+P Fluidtechnik 7-8/2019 35

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