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O+P Fluidtechnik 7-8/2021

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O+P Fluidtechnik 7-8/2021

AUSBILDUNG &

AUSBILDUNG & QUALIFIZIERUNG MENSCHEN UND MÄRKTE SERIE Dietmar Buschmann verantwortet bei ATT alle Trainings, sowohl online als auch in Präsenz Herr Buschmann, warum ist Weiterbildung in der Hydraulik und Fluidtechnik aktuell so wichtig? Die Eigenheiten der Hydraulik sind vielen Personen, die damit befasst sind, nicht bekannt, da es hierzu keine fundierte Ausbildung gibt. Entsprechend werden die hydraulischen Systeme nicht mit der nötigen Sorgfalt ausgelegt, gewartet und letztlich auch repariert. Die einzelnen Komponenten arbeiten heute aufgrund des Kostendruckes immer häufiger an den Limits und werden so natürlich noch anfälliger für Störungen. Durch fehlende Ausbildungen wird dann im Schadenfall meist nur das Symptom anstatt der Ursache behoben. Die dadurch weiter steigenden Kosten lassen den Ruf der Hydraulik immer weiter sinken und so die Wichtigkeit der Ausbildung immer mehr aus dem Sichtfeld der Verantwortlichen verschwinden. Das klingt nach einem Teufelskreis. SERIE Ja, und dazu kommt auch, dass der Mensch das einsetzt, was er kennt. Im Bereich Elektrotechnik und Mechanik gibt es Ausbildungen und Studiengänge. Die Fluidtechnik bzw. Hydraulik ist meist nur ein kleiner Teil eines großen Ganzen. Entsprechend wird häufig versucht, die hydraulische Lösung mit Ansätzen aus besser bekannten Disziplinen zu ersetzen. Eine gute Aus- und Weiterbildung könnte da helfen? AUSBILDUNG & QUALIFIKATION IN DER FLUIDTECHNIK Teil 1: Juni 2021 Hochschulen auf dem Prüfstand Peter Michael Synek und Dr. Christian Geis (VDMA) Ein Beispiel: Die Zusammenhänge zwischen Sauberkeit und Lebensdauer sind vielen nicht bewusst. Wenn es der Hydraulik gut geht, wenn sie gepflegt wird, macht sie fast alles mit. In der Hydraulik reden wir von Toleranzen, die im Bereich von wenigen Mikrometern liegen können. Verunreinigungen weit unterhalb der Sichtbarkeitsgrenze sind also schon ein Störfaktor, der die Lebensdauer hydraulischer Systeme beeinflussen kann. Das muss man wissen, da man es eben nicht sieht. Man weiß es aber nur, wenn man es gelernt hat Auf Dauer kann man daher mit gut ausgebildetem Fachpersonal Kosten einsparen. Ein wichtiger Punkt: Wie profitieren Unternehmen von den Weiterbildungen ihrer Mitarbeiter? WEGE IN DEN BERUF: „MAN WEISS NUR, WAS MAN GELERNT HAT“ Zwischen Schraubgewinde und KI Teil 2: Juli / August 2021 Wege in den Beruf Teil 3: September 2021 „Altes“ und „neues“ Wissen Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung. Innerbetriebliche Angebote stehen neben Universitäten und Schulungsanbietern. Wir haben mit Dietmar Buschmann, Leiter des Schulungsbereiches bei der Advanced Training Technologies GmbH (ATT) über die Bedeutung von Weiterbildung für Hydrauliker und Unternehmen gesprochen. Manchmal kann man das Gefühl bekommen, dass Weiterbildung als Luxusgut gesehen wird, dass man einsetzt, wenn es gerade halbwegs gut im Unternehmen läuft. Das ist auch ansatzweise verständlich, da man nicht direkt eine Return-On-Invest bestimmen kann. Die positiven Auswirkungen einer Weiterbildung zeigen sich meist erst zeitverzögert, da das neue Wissen erst im Alltag in Routinen umgesetzt werden muss. Nichtsdestotrotz sind bestens ausgebildete Mitarbeiter für die Produktivität eines Unternehmens von enormer Bedeutung und nicht nur Kostenfaktoren. Es gibt Unternehmen, die dies bereits verinnerlicht haben, aber es könnten noch viel mehr sein. Wir haben mit einigen Personen, die sich in Aus- und Weiterbildung befinden, gesprochen und festgestellt, dass die Initiative eher nicht vom Unternehmen, sondern von der Einzelperson kam. Stimmt dieser Eindruck? Sollten Unternehmen aktiver sein und wenn ja, wie? Wie oben beschrieben, werden Aus- und Weiterbildung zu oft noch als reine Kostenpunkte ohne direkten Mehrwert gesehen. Eher wird befürchtet, dass man in die Ausbildung investiert und der Mitarbeiter anschließend die Firma wechseln könnte. Regelmäßige Weiterbildung ist aber auch eine Möglichkeit, Mitarbeiter langfristig an ein Unternehmen zu binden. Dabei sollte man nicht einfach per Gießkanne Weiterbildungen verteilen, sondern prüfen, wo Defizite liegen, die zu beheben sind. Ein Aus- und Weiterbildungskonzept zu erstellen ist nicht immer leicht, aber auch hier kann man kompetente Unterstützung – auch durch die ATT – finden. SK-ATT bietet verschiedene Ausbildungen in Hydraulik an. Welche werden am häufigsten wahrgenommen und wie ist die Entwicklung? Begonnen hat mehr oder weniger alles mit den Kursen zur systematischen Störungsanalyse. In den letzten Jahren gewann die Mobilhydraulik immer mehr an Bedeutung, die Störungsursache an z.B. einem Bagger kann man kaum finden, wenn man das Grundsystem nicht verstanden hat. Die Zunahme der Buchungen in der Mobilhydraulik tat den Buchungen in der Stationärhydraulik aber kaum einen Abbruch. Alles in allem lässt sich 12 O+P Fluidtechnik 2021/07-08 www.oup-fluidtechnik.de

AUSBILDUNG & QUALIFIZIERUNG keine Schulungsart definieren, die weniger gebucht wird als eine andere. Welche Lerninhalte stehen bei der Ausbildung zum Hydraulik- Ingenieur bei ATT im Vordergrund? Der Hydraulik Fachingenieur und auch die Ausbildung zur Hydraulik-Fachkraft greift an den Stellen an, die wir bisher nicht gezielt erreichen konnten: Bei den Meistern, Technikern und Ingenieuren. Ziel ist es, den Teilnehmern einen umfassenden Einblick in die Welt der Hydraulik und direkt angrenzenden Disziplinen zu geben. In der kurzen Zeit kann nicht jedes Detail beleuchtet werden. Wir schaffen eine Basis, auf der später aufgebaut werden kann. Es ist wichtig, das hydraulische System als Ganzes zu durchschauen und so die Aufgabe und Bedeutung jedes einzelnen Bestandteils einschätzen zu können. Bei uns steht immer das Systemverständnis im Vordergrund. Auch die Elektrik ist Teil der Lerninhalte. Nicht damit der Hydrauliker zum Elektriker wird, sondern damit er sich mit den Fachleuten in der richtigen Sprache unterhalten kann. Auch die rechtliche Seite schauen wir uns in der Ausbildung etwas genauer an. Wir wollen den Teilnehmern Handwerkszeug mitgeben, damit sie fundiert entscheiden können, ab wann man sich auf rechtlich heikles Gebiet begibt. Wie sehen Sie die Situation des HydraulikerInnen-Nachwuchses in fünf Jahren? Immer mehr erfahrene Hydrauliker werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Entsprechend werden gut ausgebildete Hydrauliker immer wichtiger. Erfahrung ist in der Hydraulik kaum zu ersetzen, aber Erfahrung überhaupt zu sammeln, wird durch eine gute Ausbildung deutlich leichter. ERFAHREN IM SCHULEN Die Advanced Training Technologies GmbH schult Instandhalter und Mitarbeiter an Hydraulik-, Pneumatik- und Elektroanlagen. Mit 30 Jahren Erfahrung aus technischen Schulungen und einer Praxisanbindung mit über 3 000 Schulungsteilnehmern pro Jahr, bietet das Unternehmen vielfältige Möglichkeiten der Weiterbildung. Die Schulungsinhalte gibt es auch digital. www.sk-att.com Um einen Eindruck für die Motivation für Weiterbildungen im Bereich Fluidtechnik zu bekommen, hat die Redaktion von O+P Fluidtechnik mit jungen Menschen in unterschiedlichen Situationen gesprochen. Hier eine Auswahl von Statements: Sebastian Bischof, 29, TSR Recycling GmbH & Co.KG, Regionaltechnik Südwest Ich habe meinen Master als Rohstoffingenieur an der RWTH Aachen abgeschlossen. Nun arbeite ich als Technische Leitung in einem Recycling-Unternehmen. Zu meinem Verantwortungsbereichen gehört die Instandsetzung und Wartung von Produktionsaggregaten mit hydraulischen Komponenten wie Schrottscheren, Schrottpressen und Shredder. So wurde mein Interesse für die Hydraulik befeuert. Die Hydraulik ist ein sehr spannendes und zugleich sehr komplexes Fachgebiet. Daher habe ich beschlossen, mich in diesem Bereich fortzubilden und kam auf die Fortbildung zum Hydraulikfachingenieur bei der ATT. Die Initiative kam von mir, aber mein Arbeitgeber hat mich sofort auf jede Weise unterstützt. Mein erweitertes Wissen auf diesem Gebiet wird mir helfen, meine Aufgaben an den Maschinen besser zu meistern. Meine beruflichen Ziele möchte ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber verfolgen, hier habe ich vielfältige und interessante Betätigungsfelder. Ich schaue bei der TSR positiv in die Zukunft. Sven Frohwerk, 23, Beruf Mechatroniker, Ziel: Selbstständige Hydraulikfachkraft Zur Hydraulik kam ich eher durch Zufall. Bei dem Baumaschinenvertrieb, bei dem ich als Mechatroniker arbeitete, gab es einen Hydraulikservice. Als der Kollege, der sich um die Sondereinbauten sowie um die Schlauchfertigung kümmerte, das Unternehmen verließ, übernahm ich diesen Bereich und entwickelte mich mehr im Bereich Hydraulik. Inzwischen arbeite ich bei einer anderen Firma und kümmere mich dort um die Einsatzmaschinen. Ich bilde mich privat an der IHA Dresden zum Fachhydrauliker fort. Die Fortbildung ist sehr zeitintensiv, aber machbar. Mein Ziel ist es, mich als Hydraulik-Fachkraft selbstständig zu machen. Ich sehe da einen starken Bedarf auch bei kleineren Firmen, den die großen Service-Anbieter gar nicht abdecken können. Ich blicke da optimistisch in die Zukunft. Robert Dillenberger, M.Sc. - Sales Manager Stauff Deutschland Die E-Learnings der Stauff University haben mich schon vor meinem Einstieg in die Welt der Stauff-Produkte eingeführt. Auch in meinem Alltag als Vertriebsmitarbeiter benutze ich sie immer wieder, um mein Wissen zu grundsätzlichen Themen der Hydraulik aufzufrischen oder unsere Kunden noch besser über unsere Produkte informieren zu können. Dazu ist das Format E-Learning natürlich bestens geeignet: schnell, gezielt, spielerisch zu bedienen und immer aktuell.

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