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O+P Fluidtechnik 7-8/2021

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O+P Fluidtechnik 7-8/2021

RADANTRIEBE AUTONOMER

RADANTRIEBE AUTONOMER FELDARBEITER MIT MOTOREN MOBILE MASCHINEN An der ETH Zürich wurde ein Roboter entwickelt, der Unkraut zwischen Ackerpflanzen mechanisch vernichtet. «Rowesys» wird bequem via Fernsteuerung gestartet und macht den Einsatz von Herbizid hinfällig. Äußerst komplex ist die Sensorik, die Pflanzen und Tiere identifizieren soll. Das Antriebskonzept mit vier Radnabenmotoren muss robust sein und dabei die Nutzpflanzen nicht schädigen. Gefährdete Artenvielfalt, überbelastete Ökosysteme und zu hohe Pestizidwerte im Grundwasser sowie in der Luft: Die Welt braucht dringend eine nachhaltigere Landwirtschaft. Und dass diese Transformation möglich ist, beweisen immer mehr innovative Ansätze – so wie das an der ETH Zürich entwickelte Robotic Weeding System, kurz Rowesys. Das Fokusprojekt zeigt, dass der Verzicht auf Unkraut-, Pilz- und Schädlingsvernichter nicht mit Ertragseinbussen verbunden sein muss. Der Prototyp von Rowesys eignet sich spezifisch für die Anwendung auf Zuckerrübenfeldern, die eine besonders intensive Unkrautbekämpfung bedingen. Während sich andere Lösungen nur auf eine Reduktion von Pflanzenschutzmitteln konzentrieren, beispielsweise durch präzisere Sprühmethoden, macht der ETH-Roboter den Herbizideinsatz hinfällig: Er reisst das Unkraut zwischen den Pflanzenreihen aus dem Boden, dreht sich am Ende des Feldes und steuert in die nächste Reihe. Selbst im Morast oder bei Steinen im Weg bleibt der selbständige Helfer nicht stecken. Pascal Lieberherr, 48 O+P Fluidtechnik 2021/07-08 www.oup-fluidtechnik.de

RADANTRIEBE YOUNG ENGINEERS PROGRAM Maxon unterstützt mit dem Young Engineers Program (YEP) innovative Projekte mit vergünstigten Antriebssystemen und technischer Beratung. Ziel ist es, enger mit Schulen und Start-ups zusammenzuarbeiten. Diese erhalten für ihre innovativen Projekte vergünstigte Antriebe und Beratung. Weiter steht ihnen der fachliche Support der Maxon-Experten zur Verfügung und Erfolge werden über das Unternehmen der Öffentlichkeit präsentiert. Initiator des Projekts und Masterstudent in Robotics, Systems & Control an der ETH Zürich, wurde schon während seiner Lehre im Bereich der Lebensmittelverarbeitung auf die Herausforderungen der Nahrungsmittelkette aufmerksam. Heute interessiert ihn vor allem eine zentrale Frage: Wie können wir die Menschheit ernähren, ohne dabei die Natur unseres Planeten zu belasten? EFFIZIENTE ACKERPFLEGE Das Team, bestehend aus Maschinenbau- und Elektrotechnik- Studierenden der ETH Zürich und Industriedesign-Studierenden der FHNW Basel, entwickelte ein robustes Fortbewegungskonzept. Angetrieben wird das Gefährt durch vier E-Scooter-Radnabenmotoren, die aufgrund des geringen Reihenabstands der Nutzpflanzen kompakt übersetzt sind. Ein mechanisches Feder-Dämpfer-System stellt sicher, dass die einzeln steuerbaren Räder immer Bodenkontakt haben und etwa auch bei versenkten Pflugscharen zuverlässig funktionieren. Das ist einerseits wichtig, da ein fehlerhafter Betrieb die Nutzpflanzen beschädigen und den Ertrag reduzieren würde. Andererseits vermindert die ausgeglichene Gewichtsverteilung eine lokale Bodenverdichtung. Neben der Prozesssicherheit legten Pascal Lieberherr und sein Team auch grossen Wert auf die Anwenderfreundlichkeit. So kommt Rowesys ohne GPS-Navigation aus und wird bequem via Fernsteuerung gestartet. Eine spätere Version des Roboters soll selbständig vom Hof zum Feld und wieder zurückfinden. Zwei leistungsfähige Batterien sorgen für eine achtstündige Einsatzdauer. ANTRIEB IN JEDEM RAD Jede Radachse von Rowesys ist auf beide Seiten um 180 Grad drehbar und wird gesteuert durch eine Antriebseinheit bestehend aus einem DC-Motor RE 50 von Maxon Motors, der über ein Planetengetriebe GP 62 untersetzt wird und mit einem Encoder verbunden ist. Dieser Motor besitzt einen hohen Wirkungsgrad, ist energieeffizient und sehr leistungsstark. WIND, KRANKHEIT UND SCHÄDLINGE Jede Radachse von Rowesys ist auf beide Seiten um 180 Grad drehbar und wird gesteuert durch eine Antriebseinheit bestehend aus einem DC-Motor RE 50, der über ein Planetengetriebe GP 62 untersetzt wird und mit einem Encoder verbunden ist. Dieser Motor besitzt einen hohen Wirkungsgrad, ist energieeffizient und sehr leistungsstark. Für die Navigation auf dem Feld sorgen zwei visuelle Sensoren. Während die Frontkamera die Pflanzenreihen erkennt, unterscheidet die auf den Boden gerichtete Kamera zwischen Unkraut und Nutzpflanze. Die eigens programmierte Software analysiert das Frontbild auf grüne Farbanteile und erkennt dabei die Richtung der Pflanzenreihe. Es ist geplant, für die Analyse des Bodenbildes eine lernfähige Software zu implementieren. Dadurch soll der Einsatz auf andere Nutzpflanzen wie beispielsweise Mais ausgeweitet werden. SOFTWARE NOCH ENTWICKLUNGSFÄHIG Bei der Entwicklung der Software hat es einige Herausforderungen gegeben. Dazu gehören beispielsweise starke Windstösse, welche die Nutzpflanzen von einer Sekunde auf die andere verwehen. Das System muss dann die sich schnell verändernden Bilder unmittelbar interpretieren und angemessen reagieren. Auch die Erkennung kranker oder von Schädlingen zerfressenen Pflanzen ist noch nicht ausgereift. Als das Fokusprojekt im Sommer 2020 präsentiert wurde und auf beträchtliche Resonanz stiess, stand für Pascal Lieberherr fest: Die Entwicklung des intelligenten Landwirtschaftshelfers wird weitergeführt. Im Juni 2021 steht der Wettbewerb «Agri-food Competition for Robot Evaluation» (ACRE) bevor, eine Initiative, die vom EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation «Horizon» gefördert wird. Dabei treten mobile Roboter für den Ackerbau gegeneinander an ‒ die perfekte Gelegenheit für Rowesys, seine Stärken international unter Beweis zu stellen. Bilder: maxon / Steffen Immanuel Denker, Pornthep – stock.adobe.com www.maxongroup.de POINTIERT ROBOTOR SOLL UNKRAUT JÄTEN UND PFLANZENGIFTE ERSETZEN ANGETRIEBEN MIT RADNABENMOTOREN GERÄT KOMMT OHNE GPS AUS KOMPLEXE SENSORIK ERKENNT PFLANZENSORTEN www.oup-fluidtechnik.de O+P Fluidtechnik 2021/07-08 49

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