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O+P Fluidtechnik 9/2017

O+P Fluidtechnik 9/2017

DAS SPANNENDSTE PROJEKT

DAS SPANNENDSTE PROJEKT MEINER KARRIERE IST IN VOLLEM GANGE Jörg Deutz, 51, ist seit 2003 in verschiedenen Führungsfunktionen für die Werdohler Stauff Gruppe tätig. Er hat in dieser Zeit maßgeblich am Ausbau des Komponentenprogramms mitgewirkt und die aktive Entwicklung der Unternehmensgruppe hin zu einem fokussierten Lösungsanbieter gelenkt. MENSCHEN UND MÄRKTE Stellen Sie sich bitte kurz vor. Wie sind Sie zu Ihrer derzeitigen Position gekommen? Was war Ihr bisher spannendstes Projekt? Nach verschiedenen Verantwortlichkeiten für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Anwendungstechnik, in erster Linie bei einem international aufgestellten Konzern der Automobilzulieferindustrie, bin ich seit mittlerweile mehr als 14 Jahren für die Stauff Gruppe tätig. Zunächst war ich Geschäftsführer des Stammhauses in Deutschland und seit 2013 bin ich zusätzlich als Geschäftsführer der gesamten Unternehmensgruppe mit Produktions- und Vertriebsniederlassungen in rund 20 Ländern tätig. Das Unternehmen Stauff und viele der damals und noch heute verantwortlichen Personen kannte ich bereits sehr gut aus meiner vorherigen Funktion als Vertriebsleiter eines Qualitätsherstellers von Rohrverschraubungen. Es gab intensive Geschäftsbeziehungen beider Unternehmen mit gemeinsamen Entwicklungs-, Vertriebs- und Marketingaktivitäten auf internationaler Ebene. Ich wusste also, was auf mich zukommen würde, und war mir der Potentiale und Möglichkeiten, die Stauff als global aufgestellter Mittelständler im Familienbesitz seinerzeit bot und auch heute noch bietet, mehr als bewusst. Das wohl spannendste ist derzeit noch voll im Gange: Mit der Markteinführung unseres eigenen Rohrverschraubungsprogramms Stauff Connect Anfang 2015 und kurz darauf dem Kauf der Voswinkel GmbH haben wir die Grundlage geschaffen, über die Rolle als erfolgreicher Komponentenentwickler und -hersteller hinaus auch kundenspezifische Systeme und Baugruppen in Form einbaufertiger Rohr- und Schlauchleitungen anbieten zu können. Und das gepaart mit einer großen Bandbreite an Dienstleistungen, die klare Mehrwerte für unsere Kunden schaffen. Das setzt eine noch engere Beziehung zu ihnen voraus, gewissermaßen einen Kulturwandel im Selbstverständnis vom Lieferanten stärker zum Partner und Dienstleister. Die aktive Steuerung dieses internen Wandlungsprozesses und des Zusammenwachsens der einzelnen Unternehmen der Stauff Gruppe zu einer Einheit ist besonders reizvoll. 8 O+P Fluidtechnik 4/2017

„Konkurrenz belebt das Geschäft – und dieser muss sich die Hydraulik selbstbewusst stellen.“ Jörg Deutz Sie leiten ein international agierendes Unternehmen. Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich hieraus? Wie schätzen Sie die Zukunft der Hydraulikbranche ein? Welchen Herausforderungen muss sie sich stellen? Die direkte Zusammenarbeit mit Fach- und Führungskräften aus unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen ist nicht nur eine organisatorische Herausforderung, sondern bedeutet auch, dass unterschiedliche Denk- und Verhaltensmuster auf-einander treffen. In der täglichen Zusammenarbeit, z.B. bei der Bearbeitung von Projekten über mehrere Länder- und Sprachgrenzen hinweg, aber auch beim Auf- und Ausbau einer gemeinsamen Unternehmens- und Organisationsidentität sehe ich die Vielfalt an kulturellen Prägungen aber keinesfalls als Hindernis an. Vielmehr gehört die dadurch bedingte, unterschiedliche Herangehensweise an Problem stellungen und Herausforderungen zu den spezifischen Stärken unseres Unter nehmens. Der Wettstreit zwischen Elektromechanik und Hydraulik ist ein bekanntes und viel diskutiertes Thema. Bei schweren Maschinen und Anlagen, wo große Kräfte unmittelbar und auf vergleichsweise engem Raum abgerufen werden müssen, sehe ich die Wettbewerbssituation zwischen beiden Technologien unkritisch: Hier gibt es keine ernsthafte Alternative zur Hydraulik, da diese die mit Abstand größtmögliche Leistungsdichte bietet. Aber Unternehmen der Hydraulikbranche müssen künftig noch aktiver als bisher an der optimalen Kombination beider Technologien mitwirken. In anderen traditionellen Hydraulik-Anwenderbranchen wird die „Elektrifizierung“ weiter voranschreiten, wie in den vergangenen Jahren z.B. schon in der Landtechnik und der Werkzeugmaschinenbranche geschehen. Allerdings gilt auch hier das bewährte Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft – und dieser Konkurrenz muss und wird sich die Hydraulik selbstbewusst stellen. www.stauff.com O+P Fluidtechnik 4/2017 9/2017 9

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