Aufrufe
vor 3 Monaten

O+P Fluidtechnik 9/2019

O+P Fluidtechnik 9/2019

MINIATURHYDRAULIK

MINIATURHYDRAULIK PRODUKTE UND ANWENDUNGEN TITEL MONDSPAZIERGANG 1969: OHNE MINIATURHYDRAULIK UNDENKBAR Als am 20. Juli 1969 Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betritt, ist dies ohne Frage ein epochaler Moment. Dass die Astronauten die Raumkapsel überhaupt verlassen konnten, war nicht zuletzt der Verdienst einer winzigen Drossel. Ohne Miniaturhydraulik wären die Worte „Ein kleiner Schritt...“ an diesem Tag wohl nicht ausgesprochen worden. 16 O+P Fluidtechnik 9/2019

MINIATURHYDRAULIK Die Mondlandung war für eine ganze Generation ein definierendes Erlebnis: Das Universum steht uns offen, „Sky ist the limit“. Natürlich entwickelte sich die Raumfahrt in der Folge dann doch nicht so rasant, wie sich es manch einer erhofft hatte, doch mit der ständigen bemannten Raumstation ISS, den Mars-Missionen und den für die nähere Zukunft angekündigten weiteren Mond-Missionen lässt sich festhalten, dass unser Sonnensystem momentan ein attraktives Beschäftigungsfeld darstellt. Doch zurück zur ersten Mondlandung: Buzz Aldrin und Neil Armstrong betraten im Rahmen der Apollo-11-Mission als erste Menschen unseren Erdtrabanten. Diese Leistung war nur möglich, dank einer miniaturhydraulischen Drossel, dem Lee Jet. Warum dem so ist, hat uns Jürgen Prochno, Geschäftsführer der Deutschland-Niederlassung des US-Unternehmens Lee, erklärt. Herr Pochno, vor 50 Jahren betraten mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin zum ersten Mal Menschen den Mond. Wieso wäre das damals nur schwer ohne Lee möglich gewesen? Zunächst eine Sache vorab zum Verständnis: Im Rahmen der Apollo-11-Mission wurde ausschließlich das Beste vom Besten verwendet. Es durfte damals nichts schiefgehen. Der kalte Krieg war auf seinem Höhepunkt, die Russen hatten den Sputnik im All. Die USA mussten dem etwas entgegensetzen. Die Mission musste ein Erfolg werden, dementsprechend wurden weder Kosten noch Mühen gescheut. Nur wer Perfektion liefern konnte, wurde miteinbezogen. Und so kam Lee damals ins Spiel. Wir fertigten damals die kleinste und im Rahmen der Widerstände bestgemessene Drossel: den Lee Jet. Es handelt sich dabei um einen Restrictor mit Einfachbohrung. Es gab damals zwar auch schon Lee-Drosseln mit Mehrfachbohrungen, aber die NASA entschied sich für eine bekannte und bewährte Technologie. Der Lee Jet wurde im Survival-Pack, also dem ‚Rucksack‘ der Astronauten, eingesetzt und hatte die Aufgabe, den Sauerstoffstrom zu begrenzen. Es musste verhindert werden, dass der Sauerstoff unvorhergesehen oder durch eine Fehlbedienung plötzlich aufgebraucht wurde. Dies wurde durch eine redundante Durchflussdrosselung mit Hilfe des Lee Jet umgesetzt. Selbst wenn man den Regler voll aufgedreht hätte, wäre nur eine bestimmte vordefinierte Sauerstoffmenge durchgeflossen. Das Ganze war so berechnet, dass der Astronaut, solange er sich im vorab definierten Radius um die Landekapsel aufhielt, immer genug Sauerstoff hatte, um wieder sicher zurückkehren zu können. Insofern spielte der Lee Jet eine entscheidende Rolle bei der Realisierung des ersten Mondspaziergangs. Sicherheitsaspekte, Zuverlässigkeit und Qualität waren entscheidend bei der Wahl des Bauteils. Wie kam es damals zur Zusammenarbeit mit der NASA? Die NASA kannte uns aus der Zusammenarbeit innerhalb der sogenannten X-Programme. Das waren und sind experimentelle Entwicklungen für neue Flugzeuge oder Flugobjekte. Darüber hinaus konnten wir im Gegensatz zum restlichen Markt damals nicht nur ein ‚Loch‘ anbieten, sondern einen berechneten Durchfluss. Und genau das war für die Absicherung der Astronauten das Entscheidende: Es durfte nur diese bestimmte Menge Sauerstoff pro Zeiteinheit fließen bei Vordruck X und Atmosphärendruck Y. Diese Sicherheit, diese berechnete Lohm-Rate, konnten wir liefern und so die Spezifikation der NASA von Hause aus erfüllen, ohne dass die Weltraumorganisation ein Bauteil kaufen und dieses erst einmal testen musste. Das hat die NASA, neben der passenden Größe und dem passenden Werkstoff, letztlich überzeugt. Außerdem war und ist der Lee Jet bis heute mit 2 Schutzsieben versehen. Das gibt zusätzlich Sicherheit. Eine echte Adelung für das Unternehmen, oder? Steht Lee nach wie vor für diese Werte? Absolut. Qualität ist von jeher unser höchstes Gut, seit der Entwicklung des Urprodukts, dem Lee Plug. Und für Apollo 11 ausgewählt zu werden, war damals etwas Besonderes - und ist es heute auch immer noch. Man muss sich bewusstmachen, dass Lee damals noch ein kleines Unternehmen mit wenigen Dutzend Mitarbeitern war. Damals war jeder Mitarbeiter in das Apollo- 11-Projekt persönlich eingebunden und fühlte sich durch diesen Auftrag geadelt. Und jeder war sich der Bedeutung der Mission bewusst und gab dementsprechend alles. DICHT&SICHER Einsetzen, einpressen, dicht: LEEPLUG Dichtstopfen Die hochrationelle Art zum sicheren Verschluss von Bohrungen und Kanälen – gewindelos LEE Hydraulische Miniaturkomponenten GmbH Am Limespark 2 · D-65843 Sulzbach ✆ +49(0)6196/77369-0 ✉ info@lee.de www.lee.de PLGM: Ø 2,5 mmbis 8 mm PLGA: Ø 0.093"bis0.656" Je nach Größe bis 1.500 bar THE LEE COMPANY MORE THAN 70 YEARS SINCE 1948

Ausgabe

© 2018 by Vereinigte Fachverlage GmbH. Alle Rechte vorbehalten.