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Mobility 1/2022

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Mobility 1/2022

MOBILE CONNECTIVITY

MOBILE CONNECTIVITY CHRISTIAN STRAUCH Christian Strauch, Branchenmanagement Material Handling, igus GmbH, Köln Der Einsatz von Fahrerlosen Transportsystemen boomt. Wichtig für ihren Einsatz ist allerdings, dass die Technik zuverlässig und wirtschaftlich ist. Die autonomen elektrischen Flitzer dürfen sich daher im Alltag keine Ausfälle erlauben. Eine Herausforderung für FTS-Hersteller, aber nicht nur dort. Gleiches gilt auch für viele weitere mobile Arbeitsmaschinen in der Fabrik wie Hubsteiger oder Flurförderzeuge. Durch die Kombination zuverlässiger und gleichzeitig kosteneffizienter Bauteile lässt sich die Maschinenverfügbarkeit deutlich erhöhen Dazu zählen beispielweise die schmier- und wartungsfreie Tribopolymerlagertechnik und langlebige Energiekettensysteme. Und das immer mehr als intelligente Lösung: Mit Smart Plastics Komponenten von Igus, die mit smarter Sensorik ausgestattet sind können Automatisierungslösungen Industrie 4.0-fähig gemacht werden. Konzepte von intelligenter Zustandsüberwachung und vorausschauender Wartung lassen sich so einfach und kostengünstig realisieren. DIE ZUKUNFT DER (MASCHINEN-)MOBILITÄT Moderne Mobilität macht auch vor mobilen Arbeitsmaschinen nicht halt. Im Gegensatz zum autonomen Fahren mit einem Kfz gelten in der Industrie aber andere Gesetze. Vor welchen Herausforderungen stehen die Branchen? Wir fragten bei ausgewiesenen Spezialisten nach und erhielten verschiedene, sehr interessante Antworten. FAHRERLOSE TRANSPORT- SYSTEME DÜRFEN SICH KEINE AUS- FÄLLE ERLAUBEN MASCHINEN-MOBILI- TÄT VON MORGEN – PRODUKTIVITÄT NEU GEDACHT Aktuelle Themen und Trends aus unterschiedlichen Blickwinkeln – genau das finden Sie hier. PROF. DR.-ING. MARTIN SOBCZYK Institutsdirektor, TU Freiberg, Freiberg Produktivitätssteigerung hieß in den vergangenen Jahren häufig Größenwachstum – mehr Output pro Mitarbeiter wurde durch größere Maschinen erreicht. Elektrifizierung und Digitalisierung bieten neue Ansätze. Transparentere Prozesse und die Nutzung von Daten helfen, Betriebsmittel effizienter einzusetzen. Visualisierung und Datenanalyse erfolgen dabei in Echtzeit vor Ort und ermöglichen so eine bessere Beherrschung der nach wie vor in hohem Maße manuellen Abläufe. Durch die Teilautonomisierung von Prozessen werden Bediener von repetitiven Tätigkeiten entlastet und Raum für wertschöpfendere Tätigkeiten geschaffen – die Fernsteuerung zusätzlicher Anbaugeräte ist hier ein Beispiel, das dem Prototypenstatus bereits entwachsen ist. Und nicht zuletzt bietet die Elektrifizierung auch die Chance der (Re-)Miniaturisierung, und somit die Möglichkeit, auch bisher unwirtschaftliche Rohstoffvorkommen wieder wirtschaftlich zu erschließen. 32 MOBILITY 2022

MOBILE CONNECTIVITY DR. MARK KRIEG Entwicklungsleitung Business Unit Industrial Hydraulics, Bosch Rexroth AG Sowohl Hersteller von Maschinen und Anlagen als auch Endanwender stehen in einem immer schärferen globalen Wettbewerb. Investitionsentscheidungen fallen kurzfristiger und OEMs müssen schneller individuell angepasste Maschinen- und Anlagenkonzepte realisieren. Die Varianz der Produkte und damit die Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit der Produktionsanlagen steigen. Gleichzeitig ist die Anlagenverfügbarkeit ein wesentlicher Faktor für die Produktivität. Über diese technischen Themen hinaus ist der Maschinen- und Anlagenbau – insbesondere die Hydraulik – mit einem sich verschärfenden Fachkräftemangel konfrontiert. Die Digitalisierung der Hydraulik ist der Schlüssel, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Mithilfe von beispielsweise neuen Software-Lösungen für die Hydraulik können Mehrwerte geschaffen oder Kosten gesenkt werden. Die digitalisierte Hydraulik unterstützt bei der Automatisierung der Hydraulik vor allem da, wo es bisher noch Barrieren und Störfaktoren in der Prozesskette gab. Nicht die Anwendung muss an die Technologie angepasst werden, sondern Software-Lösungen integrieren die Hydraulik nahtlos in Anwendungen und Systeme der Hersteller und Endanwender. So schaffen sie Mehrwerte durch Hardware-Unabhängigkeit, Offenheit und eine höhere Usability. DIGITALISIERUNG DER HYDRAULIK IST DER SCHLÜSSEL FÜR KÜNFTIGE HERAUSFORDERUNGEN KI WIRD WICHTIGE UNTER- STÜTZENDE ROLLE SPIELEN PROF. DR.-ING. MARCUS GEIMER Institutsleiter, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institutsteil Mobile Arbeitsmaschinen, Karlsruhe Mobile Arbeitsmaschinen stelle ich mir in der Zukunft als unterstützenden Helfer vor. Unter Verwendung der Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) werden die Maschinen den Bediener von Routinetätigkeiten entlasten, so dass der Mensch die Aufgabe der Überwachung und Prozessoptimierung übernimmt. Insbesondere bei komplexen Prozessen, die nur sehr schwer mit konventionellen Steuerungsmethoden beherrschbar sind, kann die KI ihre volle Stärke ausspielen. Fragen der Sicherheit sehe ich, wenn die Maschine überwacht wird, als unkritisch an. Im Weiteren müssen zukünftig mobile Arbeitsmaschinen CO 2 -neutral angetrieben werden. Welcher Energiespeicher, zum Beispiel Batterie, Wasserstoff, Biomethan oder Re-Fuels, dabei am besten geeignet ist, wird sich aus der Anwendung ergeben. Bei niedrigen Energiebedarfen erwarte ich eher batterieelektrische Antriebe, bei hohen Energiebedarfen gasförmige oder flüssige Energieträger. MOBILITY 2022 33

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