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Mobility 1/2022

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Mobility 1/2022

MOBILE VISIONEN 03

MOBILE VISIONEN 03 Freundlich: Das Design erinnert an Augen, obwohl es die Kühlung des Roboters ist und die Tiefenkamera an einen Mund 04 Bereit für die nächsten Aufgaben: Der Anymal im Büro, sein programmiertes Umfeld sind eher Industrieanlagen 03 04 Aber auch das ist meistens aufwändig und kostet teilweise viel Geld. „Jeder Sensor misst auch nur einen kleinen Teil des Ganzen und muss im Laufe der Zeit ersetzt werden“, ist sich Fankhauser sicher. Da hat der Roboter die Vorteile, dass er für eine relativ lange Dauer ausgelegt ist – nämlich für drei Jahre kontinuierlichen Betrieb – und viele Aufgaben gebündelt übernehmen kann: Der robotische Hund ist stark genug, um Lasten zu tragen. Durch Kameras und Detektoren sieht, riecht, hört er – und gibt im übertragenen Sinne sogar wie ein Hund Laut. In diesem Fall liest er Daten von Messgeräten ab und leitet sie weiter, nimmt Wärmebilder auf und führt akustische Messungen durch. So merkt und meldet er zum Beispiel, wenn Gas austritt oder sich das Brummen einer Maschine oder die Vibration einer Pumpe plötzlich anders anhört. STARKE MOTOREN ERMÖGLICHEN GEHEN AUF HOHEM NIVEAU Doch wie bewegt sich Anymal nun so sicher durch schwieriges Gelände? Wie lernt er es kennen? Fankhauser erklärt es so: „Entweder, Sie nehmen Anymal mit an Ort und Stelle und zeigen ihm, ähnlich wie einem neuen Mitarbeiter, was er zu tun hat. Wir sind dann mit Joystick dabei, während der Roboter den Weg abläuft und eine 3D-Karte erstellt. Für einen einstündigen Inspektionsrundgang durch eine Anlage rechnet man mit einem halben Tag Lernzeit.“ Oder aber, noch einfacher, er lernt virtuell. Das ist möglich, wenn bereits ein digitales Modell der Anlage existiert. Die Orientierung funktioniert durch Sensoren, das Laufen mithilfe von extra für den Roboter entwickelten Elektromotoren: „Wir haben gemerkt, dass wir eigene Antriebe brauchen: Sie mussten leicht und trotzdem kräftig sein. Daher sind wir die Partnerschaft mit Maxon eingegangen. Unsere beiden Firmen passen kulturell sehr gut zusammen und arbeiten jetzt sogar Tür an Tür.“ Die vier Gliedmaße des Robotertiers zählen je drei Antriebe, somit sind im Anymal zwölf Aktuatoren verbaut. Sie erzeugen die Laufbewegung, lassen die Beine nach außen oder hinten abkippen, das Knie sich beugen. „Die Kraftregelung beim Gehen auf verschiedenen Untergründen ist sehr wichtig. Beim Laufen gibt es Schläge, deren Energie absorbiert werden muss. Dazu haben wir zusammen mit Maxon ein System mit Federn entwickelt, das den Muskeln und Sehnen nachempfunden ist.“ ER NIMMT SICH DIE ENERGIE, WENN ER SIE BRAUCHT Im Testcenter von Anybotics sind Stühle, Tische und Computer zu einer Art Zuschauerarena gruppiert, wo die Mitarbeiter Daten sammeln und auswerten. Auf der Bühne arbeitet sich der fünfzig Kilogramm schwere Roboter an Treppen und Hindernissen wie Backsteinen ab. Der Sicherheitsabstand zur Maschine ist für alle Angestellten Pflicht. Die Sicherheitszertifizierung für den Roboter hat das Unternehmen viel Zeit und Kraft gekostet. „Jetzt ist es aber durch: Wir haben zusammen mit externen spezialisierten Laboren ein Sicherheitskonzept für die elektrische und mechanische Sicherheit umgesetzt.“ Auch die Schulung der Kunden in Sachen Sicherheitsvorkehrungen reduziert die Risiken auf ein Minimum. Nach 90 Minuten geht Anymal die Energie aus. Er bemerkt das eigenständig, stapft zur Dockingstation und setzt sich darauf wie ein Huhn aufs Ei. Sieht lustig aus, aber Fankhauser ordnet ein: „Man sieht auf Youtube zwar Videos vom coolen Roboter, der hundeähnlich die Treppen hochläuft. Aber das ist nur ein kleiner Teil der Lösung.“ Der CEO zeigt auf die Bildschirme der laufenden Computer: „Es muss klar sein: Wie kommen die Daten der Inspektion zum Kunden? Wir bieten eine End-to-End-Inspection- Lösung an. Die Software kommt mit jährlicher Nutzungslizenz inklusive Software-Updates und technischer Unterstützung.“ Einige Herausforderungen gilt es noch zu lösen: Was, wenn jemand eine Tür schließt? Anymal stünde ratlos davor. Auch Rost und Risse kann er noch nicht sicher detektieren. Und: Eigentlich sollte er gefährliche Wartungsarbeiten gleich selbst erledigen können. Dazu wird in Zürich jetzt mit Greifarmen experimentiert. Fest steht: Das Lernen des Roboters geht weiter. Bilder: Anybotics AG www.maxongroup.com UNTERNEHMEN Maxon Motor GmbH, Truderinger Str. 210, 81825 München Telefon +49 89 420 493-59 lena.gulder@maxongroup.com AUTORIN Katharina Rilling, Studio Edit, Zürich 42 MOBILITY 2022

VENTILE FÜR H 2 -TANKSTELLEN Emerson hat die Tescom Anderson Greenwood Instrumentation H2 Ventilserie für Wasserstoffanwendungen bis zu 103,4 MPa (15.000 psi) auf den Markt gebracht. Die neue Lösung ermöglicht die zuverlässige Absperrung des Prozessdrucks in Hochdruck-Gasanwendungen wie Wasserstofftankstellen und Tube-Trailern, um diffuse Emissionen zu reduzieren und die Sicherheit zu verbessern. Auf dem Weg vom Tank zur Tankstelle wird Wasserstoff mit einem Druck bis zu 103,4 MPa (15.000 psi) transportiert. Zur Sicherheit müssen diese Transfers unter wirksamer Kontrolle und Druckabsperrung erfolgen. Die Ausführung des Double Block Bleed (DBB) Ventils mit dichter, doppelter Absperrung bietet zwei Ebenen mit dichtem Abschluss. Die modulare Bauweise der Armatur reduziert die Anzahl potenzieller Leckstellen, während die verstärkte Dichtungstechnologie das Risiko mindert, dass Brennstoff durch die Ventilspindel in die Atmosphäre gelangt. www.emerson.com WIRKUNGSGRAD DES FLOATING CUPS WEITER VERBESSERT Floating-Cup-Pumpen sind eine wichtige Voraussetzung für eine längere Lebensdauer der Batterien von elektro-hydraulischen Maschinen. Innas ist es gelungen, die Pumpen weiter zu verbessern, die nun einen Wirkungsgrad von bis zu 97% erreichen. Ebenso wichtig für elektrohydraulische Systeme ist der Drehzahlbereich der Pumpen: Floating-Cup- Pumpen passen gut zu Elektromotoren. Im Gegensatz zu allen anderen Pumpen gibt es bei diesen Pumpen keine begrenzte Mindestdrehzahl. Sie können aus dem Stillstand heraus fast ohne Drehmomentverlust betrieben werden. Dabei kann die Pumpe auch hohe Drehzahlen von bis zu 5000 U/min erreichen. www.innas.com NEUE BERSTSCHEIBEN FÜR ELEKTROMOBITÄT Bormann & Neupert ergänzt seine Druckentlastungen für den Einsatz in Akkuzellen um die erste Grafit- Berstscheibe eVent G und die luftdurchlässige Berstscheibe eVent HL. Sie bietet einen wirkungsvollen Schutz vor den Auswirkungen kritischer Überdrücke in Li-Ion-Akkus und Batteriezellen. Neueste Variante ist die besonders flache Grafit-Berstscheibe eVent G mit Ansprechdrücken schon ab 0,1 Bar und in Durchmessern von 6 bis 80 Millimetern. Mit der eVent HL bietet man nun zudem die erste druckentlastende Berstscheibe, die zugleich luftdurchlässig ist. Das Kombibauteil gleicht Über- oder Unterdrücke von mehreren Millibar aus. Vervollständigt wird das eVent-Portfolio für E-Mobility-Anwendungen von der metallischen Niederdruck-Berstscheibe FRB und der Umkehr-Berstscheibe LPS. www.bormann-neupertbsb.de E-TRAKTOREN FÜR DIE LANDWIRTSCHAFT John Deere hat sich im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsagenda das Ziel gesetzt, den ökologischen Fußabdruck seiner Kunden deutlich zu reduzieren – um 15 %. Ein wichtiger Hebel ist hier der Antrieb von Traktoren, Mähdreschern und Co. Denn Ziel ist, den Einsatz von Kraftstoff zu verringern und mit weniger Aufwand den gleichen oder sogar höheren Ertrag zu erzielen. Ein wichtiger Schritt in Richtung Teil-Elektrifizierung ist der neue Großtraktor 8R 410 eAutoPowrTM. Es handelt sich dabei laut Hersteller um das erste stufenlose Getriebe mit elektro-mechanischer Leistungsverzweigung. Vorteile sind der geringe Verschleiß und die lange Dauerhaltbarkeit. Der Elektro-Antrieb ist so dimensioniert, dass er nicht nur den Fahrantrieb des Traktors versorgt, sondern zusätzlich bis zu 100 kW elektrische Leistung für externe Verbraucher bereitstellt. www.deere.de MOBILITY 2022 43

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