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Mobility 2/2025

Mobility 2/2025

blick:winkel AUTOS, DIE

blick:winkel AUTOS, DIE UM DIE ECKE HÖREN Wir nehmen Sie mit in die Zukunft! Ein Auto, das hören kann, präsentierte das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT auf der IAA Mobility in München. Die Forscherinnen und Forscher haben einen Prototypen entwickelt, der akustische Sensoren in die Fahrzeugtechnologie integriert und so die Sicherheit und Zuverlässigkeit im Straßenverkehr erhöht. Aktuelle Fahrzeuge sind mit verschiedenen Fahrerassistenzsystemen ausgestattet, darunter Kameras, Lidar und Radar, die das Einparken und Spurhalten unterstützen. Sie sind quasi die Augen des Autos und erfassen relevante Objekte in der Umgebung. Was den Fahrzeugen jedoch bisher fehlt, sind die Ohren. »Um das Verkehrsgeschehen rundum aufmerksam zu beobachten, ist es entscheidend, Außengeräusche wahrzunehmen und richtig einzuordnen. Viele Situationen im Straßenverkehr kündigen sich akustisch an, wie beispielsweise ein herannahendes Einsatzfahrzeug, das mit seiner Sirene auf sich aufmerksam macht«, erklärt Moritz Brandes, Projektleiter von »The Hearing Car« am Fraunhofer IDMT. AKUSTISCHE EREIGNISERKENNUNG Am Institutsteil für Hör-, Sprach- und Audiotechnologie in Oldenburg arbeitet ein Forscherteam um Moritz Brandes in enger Kooperation mit Automobilherstellern und Zulieferern an den erforderlichen Sensor- und Analysetechnologien für das hörende Auto. Dafür wird ein spezielles Fahrzeug eingesetzt, das mit einem vom Fraunhofer IDMT entwickelten Messsystem als rollende Demo-Plattform fungiert und so das Erfassen wichtiger Trainingsdaten ermöglicht. Die akustische Umfeldanalyse wird künftig nicht nur in der Lage sein, Rettungswagen zu erkennen, sondern beispielsweise auch menschliche Stimmen oder Spielgeräusche beim Einbiegen in einen verkehrsberuhigten Bereich. Akustik benötigt keine freie Sichtachse wie optische Systeme - ein Fahrzeug kann also buchstäblich um die Ecke hören. So können automatisierte Fahrsysteme mit erhöhter Vorsicht reagieren und agieren - ähnlich wie ein menschlicher Fahrer, der spielende Kinder hört, bevor sie zu sehen sind. Zudem werden die Außengeräusche in bestimmten Fahrmanövern über die Kopfstütze in das Fahrzeuginnere übertragen, um die Aufmerksamkeit des Fahrenden auf wichtige Umgebungsgeräusche zu lenken. Die akustische Technologie im Innenraum soll auch eine sprachliche Kommunikation mit dem Fahrzeug ermöglichen. Voraussetzung für die Integration dieser Technologien und ihr Zusammenspiel sind hochwertige Mikrofone in der Fahrzeughülle. Diese sind mit dem Bordnetz verbunden. Um den Einfluss von Fahrtwindgeräuschen zu minimieren, entwickelt und testet das Team um »The Hearing Car« auch geeignete Gehäuse und Abschirmungen für Luftschallsensoren. Moritz Brandes erklärt: »Die Anzahl und Platzierung der Mikrofone sind entscheidend für die Erkennung von Umgebungsgeräuschen. Unser Team hat Lösungen entwickelt, die sowohl wind- als auch wetterfest sind und unter extremen Temperaturen funktionieren. Mit unserem Demofahrzeug haben wir Tests von Portugal bis zum Polarkreis durchgeführt, um die Technologien unter verschiedenen Bedingungen zu erproben. Die Ergebnisse sind vielversprechend und zeigen das Potenzial unserer Entwicklungen für die Zukunft des autonomen Fahrens.« Diese Forschung wird im Programm »Vorab« durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Volkswagen Stiftung sowie im Forschungsprojekt »Integrale agile E/E- Entwicklung für fusionierte und standardisierte Energie- und Datenbordnetze« durch das Bundesministerium gefördert. Bilder: Fraunhofer IDMT/Leona Hofmann www.fraunhofer.de 42 MOBILITY 2025/02

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