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O+P Fluidtechnik 10/2019

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SCHLAUCH-ROHR-SCHELLEN

SCHLAUCH-ROHR-SCHELLEN VORMONTAGE VON ROHR- UND SCHLAUCHLEITUNGEN VEREINFACHT PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Eine der größten Herausforderungen bei der Montage von Rohr- und Schlauchleitungen stellt die Vormontage dar: Die klassischen Schlauch- Rohr-Schellen (SRS-Schellen), um die Rohr- und Schlauchleitungen zu fixieren, müssen gleichzeitig gehalten und mit Werkzeug montiert werden. Hier bietet die modular aufgebaute SRS-Paraschelle von HANSA-FLEX Abhilfe. Die SRS-Paraschelle lässt sich ohne Werkzeug vormontieren und bietet dank Systembauweise große Flexibilität. Dadurch vereinfacht sie die Vormontage – insbesondere bei parallel, überkopf oder in mehreren Ebenen verlaufenden Leitungen. Der Monteur legt hierfür das zu befestigende Element wie Rohr- oder Schlauchleitung in das untere Schellenteil. „Weil dieses außermittig geteilt ist, wird die Leitung vorgeklemmt und so fixiert – ganz ohne Werkzeug“, erklärt Burckhard Spille, Mitarbeiter der HANSA-FLEX Abteilung für Produkttechnik. „Anschließend kann die gesamte Leitungsführung nach und nach aufgebaut werden und abschließend mittels Schrauben final fixiert werden.“ Dieses Vorgehen spart in der Praxis nicht nur viel Zeit, sondern bedeutet zudem eine enorme Arbeitserleichterung, denn der Monteur muss die Leitungen nicht gleichzeitig halten, das obere Schellenteil anbringen und mit einer Schraube vorfixieren. Auch die verschiedenen Klemmhälften werden bei der Vormontage ganz ohne Werkzeug miteinander verbunden: Ein Stecksystem mit Rasthaken sorgt für provisorischen Halt und ist flexibel anpassbar. „Die Rasthaken lassen sich leicht wieder lösen, sodass Änderungen bei der Leitungsführung vor der finalen Montage einfach umgesetzt werden können“, fasst Spille zusammen. Bei Überkopfmontagen von parallelen Leitungen erhöht die Paraschelle zudem die Arbeitssicherheit. „Denn bislang sind herabfallende Einzelteile bei schwierigen Vormontagen, zum Beispiel an Baggerarmen oder im Anlagenbau, keine Seltenheit“, führt Spille aus. SYSTEMATISCH AUFGEBAUT Die Kombination mehrerer Leitungen mit unterschiedlichen Baugrößen ist dank des modularen Aufbaus der SRS-Paraschelle einfach realisierbar: Neben dem unteren und oberen Schellenteil gibt es Einlegeteile, die den Schellenkörper um eine Bau größe reduzieren. Dadurch können Leitungen mit unterschiedlichem Durchmesser mit derselben Mehrfachschelle fixiert werden. „Außerdem können Rohre und Schlauchleitungen in nur einer Schelle parallel geführt werden“, so Spille. Denn die Einlegeteile gibt es in zwei Ausführungen: geriefte für Rohre und glatte für Schlauchleitungen. „Diese Kombination war bislang nur mit Sonderschellen möglich.“ Beträgt der Unterschied zwischen den Leitungen mehr als eine Baugröße, muss 34 O+P Fluidtechnik 10/2019

SCHLAUCH-ROHR-SCHELLEN POINTIERT SRS-PARASCHELLE FIXIERT ROHR- UND SCHLAUCHLEITUNGEN 02 Die SRS-Paraschelle kann auf DIN-Anschweißplatten und Trageschienen montiert werden. FLEXIBLE WERKZEUGFREIE MONTAGE PARALLELE FÜHRUNG MÖGLICH AUF DIN-ANSCHWEISSPLATTEN UND TRAGESCHIENEN MONTIERBAR 01 Dank des modularen Aufbaus lassen sich Leitungen unterschiedlicher Baugrößen einfach kombinieren. wie bereits bei den klassischen SRS-Schellen eine neue Schellengröße verwendet werden. Für die Verbindung zwischen den Schellen verschiedener Baugrößen wird ein mittleres Schellenteil verwendet, das ebenfalls aufgesteckt wird. VIELFÄLTIGE EINSATZGEBIETE Die SRS-Paraschelle kann auf DIN-Anschweißplatten und Trageschienen montiert werden. Wird bei der Anwendung eine große Spannkraft benötigt, sorgt die abschließende Montage der DIN- Deckplatte für ausreichend Zugfestigkeit. Durch diese vielfältigen Montagemöglichkeiten eignet sich die SRS-Paraschelle für den Einsatz in zahlreichen Branchen, in denen hydraulische Systeme Verwendung finden. „Besonders interessant ist die SRS-Paraschelle für OEM und den After-Sales-Bereich“, erklärt Spille. „Die einfache Montage kombiniert mit der Systembauweise bietet zahlreiche Vorteile: Was früher zwei Monteure gemeinsam bearbeiten mussten, kann nun ein Monteur allein erledigen. Und das auch meist noch schneller.“ Dadurch reduzieren sich die Kosten für Montage-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten. Zudem kann die SRS-Paraschelle einfach auf bereits bestehende Systeme aufgebaut werden. AUS DER PRAXIS FÜR DIE PRAXIS Entstanden ist die Idee für die Paraschelle aus den Anforderungen der Praxis: „In einem ersten Schritt haben wir zusammen mit unserem Kunden, der Firma Grimme Landmaschinen GmbH in Damme, die Schwachstellen der bisher verwendeten SRS- Schellen analysiert und anhand dessen ein Anforderungsprofil entwickelt. Anhand dieser Anforderungen konstruierte die Internorm Kunststofftechnik GmbH die völlig neuartige modulare Schellenlösung. Zu Projektbeginn wurden für uns bei Internorm verschiedene Produktprototypen hergestellt. So konnten wir umfangreiche Funktionstests durchführen und das Produkt nach und nach immer weiter verbessern, bevor wir mit der Serienherstellung starten“, berichtet Spille. BIS ZUR SERIENREIFE Mit der Herstellung der SRS-Paraschelle betritt der Hydraulikspezialist Neuland: „Bislang haben wir noch keine Produkte im Bereich Spritzguss selbst hergestellt“, berichtet Spille. „Daher ist die Entwicklung von entsprechenden Werkzeugen für uns eine spannende Herausforderung.“ Unterstützt wird HANSA-FLEX bei dieser Aufgabe von der Internorm GmbH, die nicht nur ihr Know-how zur Verfügung stellt, sondern auch die Formen für die Serienherstellung fertigt und entwickelt hat. Nach knapp drei Jahren Entwicklung ist es dieses Jahr so weit: Die Paraschelle kommt auf den Markt. „Wir starten mit der Baugröße zwei, weitere Baugrößen sind bereits in Planung“, schließt Spille. www.hansa-flex.com O+P Fluidtechnik 10/2019 35

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