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O+P Fluidtechnik 10/2021

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O+P Fluidtechnik 10/2021

INTELLIGENTES ADD-ON

INTELLIGENTES ADD-ON FÜR PNEUMATIKZYLINDER PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Bis zu 60 Prozent Energieeinsparung verspricht der süddeutsche Druckluft- und Pneumatikspezialist Mader beim Einsatz des „PCC Blue“. Das „Add-on“ für Pneumatikzylinder steuert dank Sensortechnik und selbstlernender Algorithmen die Druckluftzufuhr in den Zylinderkammern exakt dem tatsächlichen Bedarf entsprechend – unabhängig davon, ob statische oder dynamische Massen bewegt werden. „PCC Blue ist ein Meilenstein. Mit diesem unscheinbaren Modul kommen wir unserem Ziel der komplett digitalen Druckluftkette wieder ein Stück näher“, sagt Marco Jähnig, Geschäftsführer bei Mader. Das Add-on biete gerade für Maschinen- und Anlagenbauer die Möglichkeit eine zukunftsorientierte, flexible Anlage zu konstruieren und gleichzeitig Energie einzusparen. „Setze ich den PCC Blue ein, kann ich die Maschine für das maximal zu erwartende Werkstückgewicht auslegen und mich trotzdem darauf verlassen, dass die Druckluftzufuhr immer dem tatsächlich benötigten Kraftaufwand entsprechend gesteuert wird“, sagt Jähnig. Möglich wird das durch die eingebaute Sensortechnik und den selbstlernenden Algorithmus. Damit wird der Druckluft- und somit Energieverbrauch von Pneumatik-Zylindern auf ein notwendiges Minimum reduziert während gleichzeitig die Prozesssicherheit gewährleistet ist. Innerhalb weniger Hübe adaptiert das System sich vollautomatisch und definiert so eine Referenzzeit, die immer erreicht werden muss, um die Prozesssicherheit der Anwendung zu garantieren. Auf diese Weise ermittelt das System die tatsächlich benötigte Kraft zur Erreichung der Endlage. Der Druck in beiden Zylinderkammern wird unabhängig voneinander optimiert und bei jedem neuen Hub die tatsächliche Zeit mit der Referenzzeit verglichen. Durch diesen Prozess spart der Zylinder Druckluft und Energiekosten bei voller Prozesssicherheit. 60 PROZENT WENIGER ENERGIE „Werden beispielsweise unterschiedlich schwere Werkstücke in einem Prozess bewegt, passt PCC Blue den Druck in den Zylinderkammern automatisch der tatsächlich benötigten Kraft in beiden Hubrichtungen an. In unseren Versuchen konnten wir Energieeinsparungen von bis zu 60 Prozent realisieren“, berichtet Jähnig. Ein entscheidendes Argument, mit dem auch immer mehr Maschinenbauer sich auseinandersetzen, wollen sie den Energiebedarf ihrer Anlagen über den gesamten Lebenszyklus hinweg optimieren. Mit zunehmender Entwicklung in Richtung klimaneutraler Unternehmen werde auch der tatsächliche Energieverbrauch einer Anlage über die gesamte Lebensdauer hinweg relevant und von Kunden stärker nachgefragt, ist Jähnig sich si- 30 O+P Fluidtechnik 2021/10 www.oup-fluidtechnik.de

DRUCKLUFTREGULIERUNG Darüber hinaus lässt sich der PCC Blue zum Monitoring und für Analysezwecke einsetzen – gerade bei kritischen Zylinderanwendungen. Der PCC Blue kann an die SPS-Steuerung der Maschine gekoppelt und Informationen direkt in der Steuerung angezeigt werden. „In vielen Branchen kann der Ausfall eines Pneumatikzylinders sehr teure Folgen haben. Man denke nur an Schüttgüter in der Lebensmittelindustrie – hier sind es oftmals Pneumatikzylinder, die sprichwörtlich für die „Weichenstellung“ verantwortlich sind. Der plötzliche Ausfall eines Zylinders an dieser Stelle kann ganze Schüttgut-Chargen unbrauchbar machen, finanzielle Verluste sind die Folgen“, erläutert Jähnig. Das Condition Monitoring könne in solchen Fällen ein entscheidendes Argument für den Maschinenbauer sein, um sich von Wettbewerbsprodukten abzuheben. Das PCC Blue System besteht aus einer zentralen Steuereinheit (Main Unit) und bis zu 20 Sensoreneinheiten (Power Block Units) und kann bis zu 10 Zylinder gleichzeitig steuern cher. „Die Maschinenbauer können sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wenn sie sich dem Thema Energieeffizienz widmen und dabei auch den Druckluftbedarf ihrer Anlagen im Blick behalten.“ PREDICTIVE MAINTENANCE CONDITION MONITORING UND ANALYSE Darüber hinaus könne der Maschinenbauer selbst die Daten nutzen, um das eigene Produkt stetig zu optimieren und an neue Kundenanforderungen anzupassen. Mit PCC Blue werden die relevanten Messgrößen permanent erfasst und mit den Referenzwerten abgeglichen, ein per Bus-System angeschlossenes Analyse- und Monitoringtool kann die Daten weitergehend analysieren. Ein solches Tool ist die speziell für den Druckluftprozess entwickelte Software LOOXR Druckluft 4.0. Sie erfasst die Messwerte von Anfang an, stellt sie im Zeitverlauf dar, setzt sie in Bezug zu weiteren Messgrößen und Sensorinformationen aus dem Druckluftsystem und schlägt Alarm, wenn Anomalien erkennbar sind. „Dies kann ein plötzlich ansteigender Druckluftverbrauch sein, verursacht durch eine Druckluft-Leckage, die einem Ausfall des Pneumatikzylinders vorausgehen kann. Dann wird der Verantwortliche sofort informiert und kann zeitnah reagieren“, so Jähnig. Bilder: Mader www.mader.eu

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