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O+P Fluidtechnik 11-12/2019

O+P Fluidtechnik 11-12/2019

PUMPEN PRODUKTE UND

PUMPEN PRODUKTE UND ANWENDUNGEN TITEL 01 Blick in die Vergangenheit: Die erste Voith Innenzahnradpumpe im Einsatz in Spritzgussmaschinen DIE MARKTEINFÜHRUNG Überzeugt von ihrer Innovation wurde bald die globale Markteinführung in Angriff genommen. Das Vertriebsnetz des Weltkonzerns Voith und dessen Bekanntheitsgrad als Technologie- und Innovationsführer öffneten die Tore der auf Leistung bedachten Unternehmen für die Pumpe weltweit. Erstmals eingesetzt wurden die Hochdruckinnenzahnradpumpen in der kunststoffverarbeitenden Industrie. Der erste belieferte Kunde war auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten für seine Spritzguss maschinen und setzte dafür auf Voith. Die hohe Qualität der Pumpen überzeugte – so sehr, dass Voith den Kunden auch ein halbes Jahrhundert später weiterhin beliefert. Die Kunden reichten vom Werkzeugmaschinenbau über den Maschinen- und Anlagenbau hin zu den Mobilitäts- und Energiesektoren. Infolge der gelungenen Markteinführung investierte Voith in seine Forschung und Entwicklung. Weitere leistungsfähige Mittel- und Niederdruckserien basierend auf dem IPH-Prinzip waren das Resultat. NEUE PUMPENGENERATION ALS DNA KÜNFTIGER INNOVATIONEN Mitte der 90er Jahre löste die IPV-Baureihe die IPH als Flaggschiff im Hochdruckportfolio von Voith ab. Die neue Pumpengeneration überzeugte durch einen noch effizienteren und geräuschärmeren Betrieb sowie ihre kompakten Dimensionen. Der genetische Fußabdruck der IPH ist bis heute nahezu jeder neuen Hydraulikinnovation des Heidenheimer Traditionsunternehmens gemein, denn die Konstruktion bildete die Basis für alle nachfolgenden Pumpenmodelle. Jenseits des Hochdrucksegments etablierte Voith die Niederdruckreihe IPN. Ausgestattet mit dem patentierten Superlip­ Prinzip bestachen die Pumpen durch ihre innovative Radialspaltkompensation zwischen Hohlrad und Ritzel sowie eine volumenoptimierte Evolventenverzahnung. Damit wurde die leistungsstarke Baureihe den wachsenden Anforderungen an einen geringen Raumbedarf, einen geräuscharmen Betrieb sowie eine niedrige Volumenstrompulsation bei gleichzeitig hohen Wirkungsgraden gerecht. Mit der Niederdruckreihe IPN komplettierte Voith sein Pumpenportfolio, das nun neben der IPV im Hochdrucksegment auch die Mittedruckserie IPC umfasste. Letztere zeichnete sich dank der hervorragenden Qualität der eingesetzten Komponenten 02 Blick in die Moderne: Ein leistungsstarkes Servopumpenaggregat treibt eine 15 000 kN Presse an durch ihren sehr hohen volumetrischen Gesamtwirkungsgrad, ihre geringe Druckpulsation sowie einen ebenfalls kompakten und robusten Aufbau aus. SYNERGIE FÜHRT ZU KOMPETENZZUWACHS Mit dem umfassenden Portfolio gelang es Voith, sich im Hydrauliksegment branchenübergreifend erfolgreich zu positionieren. 2004 folgte mit der Akquisition des Hydraulikspezialisten Hartmann + Lämmle ein weiterer Meilenstein. „Diese Partnerschaft war eine regelrechte Liebesheirat. Gemeinsam konnten wir wichtige Ressourcen bündeln und Synergieeffekte schaffen, von denen wir und vor allem unsere Kunden noch heute immens profitieren“, sagt Voith Vertriebsleiter Gerhard Maurer. Am Hartmann + Lämmle Stammsitz Rutesheim verbanden die beiden Unternehmen Systemtechnik gezielt mit langjähriger Hydraulikexpertise. Anwendungsspezifische Entwicklungen wie die Hybrid-Motor-Pumpenkombination EPAI waren das Ergebnis. Die Pumpe ist mit dem Motor in einem gemeinsamen Gehäuse installiert, sodass die Antriebseinheit nur noch die Hälfte des Volumens herkömmlicher Systeme benötigt und so wertvolle Installa-tionsfläche spart. Durch den Kompetenzerwerb, der mit der Akquisition von Hartmann + Lämmle einherging, gelang Voith 2005 ein weiterer Durchbruch. Zwar forschte das Unternehmen seit Mitte der 90er Jahre intensiv an der Technologie für Servoantriebe und stattete bereits hohe Stückzahlen mit der Technologie aus, allerdings war diese den Marktbedürfnissen 1995 noch voraus: „Ungeachtet des beachtlichen Einsparungspotenzials mussten Ressourcenschonung und Energieeinsparung dem niedrigen Energiepreis und dem noch nicht flächendeckend etablierten Umweltbewusstsein nachgeben“, erinnert sich Bernd Schreiber. Knapp zehn Jahre später war dieses Spannungsfeld jedoch weitestgehend aufgehoben und die Zeit reif für servogesteuerte Pumpen. Abermals basierend auf der markterprobten IPV, die aufgrund ihres hohen volumetrischen Wirkungsgrades die ideale Grundlage bildete, gelang es Voith mit der IPVP, den Energieverbrauch im Betrieb teilweise um mehr als 50 Prozent zu reduzieren DAS BESTE ZWEIER WELTEN Servopumpsysteme verbinden die größten Vorteile von Hydraulik und Servomechanik. Autarke Antriebe wie der CLDP bestehen im 26 O+P Fluidtechnik 11-12/2019

PUMPEN Kern aus einer Innenzahnradpumpe auf Basis der IPV, die gemeinsam mit einem passenden Synchronmotor einen direkt gekoppelten Hydraulikzylinder antreibt. Die Konstruktion verzichtet vollständig auf den Einsatz von Wege- und Drosselventilen. Auch ein Hydraulikaggregat und ein Öltank sind nicht nötig, da sämtliche Hydraulikkomponenten in den Servoantrieb integriert sind. Nach dem „Power on Demand“-Prinzip wandelt die Pumpe genau die Menge an elektrischer Energie in hydraulische Energie um, die aktuell im System gebraucht wird. Somit gewährleistet der Antrieb einen hocheffizienten, nachhaltigen und nahezu verschleißfreien Betrieb mit reduzierten Kühlleistungen. Der Antrieb ist für Kraft- und Positionsregelung geeignet. Entsprechend sind Drucksensoren oder ein Wegmesssystem integriert. Anwender profitieren zudem von der sofortigen Verfügbarkeit des überlastsicheren Antriebs, der nach dem Plug-and-Play-Prinzip einfach integrierbar ist. DIE ZUKUNFT DER HYDRAULIKPUMPE 50 Jahre nach der ersten verkauften Einheit tragen die neuesten Pumpenmodelle aus dem Hause Voith auch dem Einsatz in vollvernetzten und digitalgestützten Anwendungen Rechnung. Sämtliche Betriebszustände des Gesamtsystems sowie der einzelnen Komponenten lassen sich in Echtzeit auslesen und diagnostizieren, wodurch die Antriebe sich ideal in das Industrielle Internet of Things (IIoT) integrieren und kontinuierlich optimieren lassen. Um hochmoderne Hydraulikkomponenten herstellen zu können, muss auch die Produktion den höchsten Standards genügen. Zum 50-jährigen Jubiläum hat Voith deshalb seine Pumpenproduktion restrukturiert und optimiert, neue Montagelinien implementiert und die Qualitätssicherung durch noch intensivere vollautomatische Prüfungen maximiert. Die Lückenlose Dokumentation sämtlicher Pumpenparameter bildet die Basis für den datengetriebenen Einsatz im IIoT. Neueste Entwicklungen wie die IPS sind das Resultat: Die Hochdruckinnenzahnradpumpe für drehzahlvariable Antriebe ist mit fortschrittlicher Servotechnik ausgestattet und bietet neben ihrem sehr guten Pulsationsverhalten eine beispiellose Regelbarkeit und Druckhaltefunktion. Die mehrstromfähige Pumpe ist Industrie 4.0-ready und somit bestens gewappnet für die Zukunft. „Wir werden die Forschung und Entwicklung unserer Hydrauliklösungen weiter vorantreiben, um auch in Zukunft den hohen Erwartungen und veränderten Ansprüchen unserer Kundenbranchen gerecht zu werden“, resümiert Managing Director Jürgen Maier. Und so scheint eines sicher: Anwender können sich auch in den nächsten 50 Jahren auf innovative System- und Hydrauliklösungen von Voith verlassen. www.voith.com 03 Maximale Qualitätssicherung für veränderte Ansprüche: Automatisierte Prüfstände gewährleisten einen sicheren Betrieb und eine lange Lebensdauer O+P Fluidtechnik 11-12/2019 27

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