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O+P Fluidtechnik 11-12/2019

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DIE WANDLUNGSFÄHIGKEIT

DIE WANDLUNGSFÄHIGKEIT DER HYDRAULIK FASZINIERT MICH Dr. Dirk Becher Herr Dr. Becher, bitte stellen Sie sich unseren Lesern vor. Wie sind Sie zu Ihrer aktuellen Position gekommen? MENSCHEN UND MÄRKTE Die ersten bewussten Berührungspunkte mit der Hydraulik hatte ich während meines Studiums an der TU Dresden. Eigentlich wollte ich Werkzeugmaschinenkonstrukteur werden. Die Werkzeugmaschinenkonstruktion war zu dieser Zeit mit der Hydraulik in einem Institut gekoppelt. Und über eine Belegarbeit bin ich dann in die „Hydraulikschiene“ gerutscht. Das fand ich so spannend, dass ich dort geblieben bin. Meine Diplomarbeit habe ich bei Prof. Helduser verteidigt, der in Mit 16 Jahren Betriebszugehörigkeit kann man Sie zu den alten Hasen bei Moog zählen. Was begeistert Sie an der Arbeit in Ihrem Unternehmen? dieser Zeit gerade nach Dresden kam. Und da mir die wissenschaftliche Arbeit und Dresden sehr gut gefallen haben, habe ich am Institut für Fluidtechnik zu einem hydraulischen Thema promoviert. Mittlerweile bin ich seit 16 Jahren bei Moog in Böblingen und dort verantwortlich für die Entwicklung der Radialkolbenpumpe und die Aktivitäten im Labor. Im „Nebenjob“ koordiniere ich die Tätigkeiten im Kontext von IoT, I40 und Digitalisierung, sowie unsere Forschungsaktivitäten mit dem VDMA. In meiner Zeit bei Moog durfte ich durchweg an spannenden Themen arbeiten, die mich begeistern. Auf der Pumpenseite haben wir die zweite Generation der RKP entwickelt, die zumindest einmal zwei der bekannten drei L’s adressiert – nämlich Lärm und Leistung. Das Portfolio wurde durch zusätzliche Baugrößen erweitert, die Regeloptionen durch eine Variante mit Regelventil mit digitaler On-Board Elektronik und Feldbusschnittstellen ergänzt. In den letzten Jahren hat uns die Entwicklung eines EPU (Elektrohydrostatic Pump Unit)-Baukastens beschäftigt. Mit dieser äußerst kompakten, vollständig 4-Quadranten-fähigen Motor/Pumpe Einheit sind wir heute sehr gut aufgestellt, um die wachsende Zahl an Applikationen mit Elektrohydrostatischen Antriebssystemen (EAS) zu bedienen. 8 O+P Fluidtechnik 11-12/2019

Dr. Dirk Becher leitet beim Antriebslösungs-Experten Moog die Pumpenentwicklung sowie die Labortätigkeiten. In dieser Funktion bekämpft er die drei großen „L“ der Hydraulik: Leckage, Lärmentwicklung und Leistungsverlust. Mit welchen Mitteln er dies tut, verrät er uns in unserer O+P Lounge. Wir entwickeln kundenspezifische Ventile für die Anwendungsbereiche: • Onshore / Offshore • Wasser- und Ölhydraulik • Wegeventile • High- und Low-Piloten • Line-Break-Systeme • Differenzdruckschalter Was macht für Sie die Faszination Hydraulik aus? Bewegung und Dynamik haben mich schon immer fasziniert. Wenn man sich bewusst macht, das zur Bewegung noch Kräfte im fünf- oder sechsstelligen Tonnenbereich wirken und diese dynamisch, präzise und wiederholgenau kontrolliert werden, dann ist das schon sehr beeindruckend. Aber auch die Wandelbarkeit, die neuen Themen die in den letzten Jahren aufgekommen sind, machen es für mich als Entwickler immer wieder spannend. Wo identifizieren Sie die größten zukünftigen Herausforderungen für die Hydraulik? Das Sammelthema IoT, I40, Digitalisierung wird uns die nächsten Jahre intensiv beschäftigen. Das hat auch der jüngste Fachkongress „HydrauliX - Digitalisierung in der Hydraulik“ unterstrichen, den Moog mit Exponaten und Vorträgen unterstützt hat. Wir wollen z. B. durch die gezielte Entwicklung von Algorithmen für Condition Monitoring/Predictive Maintenance für unsere Produkte und Antriebslösungen dem Kunden einen Mehrwert bieten. Das Thema EPU/EAS sehen wir als einen wichtigen Schritt in die Zukunft. Hohe Energieeffizienz, reduzierter Platzbedarf, vereinfachte Inbetriebnahme und eine beachtliche Antriebsflexibilität durch Schaltungsarchitektur und die Kombination mit Verstellpumpen machen dieses Antriebskonzept so attraktiv. Nicht nur auf technischem Terrain, auch durch die Entwicklung strategischer Partnerschaften wollen wir in Zukunft das Geschäft mit Elektrohydrostatischen Antriebssystemen ausbauen. Auch bei den Ventilen wird es von Moog zusätzliche Baureihen geben, mit denen wir marktspezifische Anforderungen in bestimmten Anwendungen bei unseren Kunden besser abdecken können. www.moog.de • Temperaturbereich: -60°C bis 200°C • Druckbereich: 200 bar / 700 bar • Werkstoff: Aluminium / Edelstahl • Bescheinigung: ATEX, IECEx • SIL-Herstellererklärung Wir bauen Ihre Ventile! Dr. Breit GmbH Carl-Zeiss-Straße 25 42579 Heiligenhaus Tel.: +49(0)2056 5807-0 Fax: +49(0)2056 5807-99 mailbox@dr-breit.de O+P Fluidtechnik 11-12/2019 9 Breit.indd 1 21.01.2019 12:14:59

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