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O+P Fluidtechnik 3/2019

O+P Fluidtechnik 3/2019

PNEUMATISCHE

PNEUMATISCHE GREIFSYSTEME WERKSTÜCKE GREIFEN WIE EINE CHAMÄLEON-ZUNGE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Die belebte Natur entwickelt durch Evolution optimierte Strukturen und Prozesse, von denen der Mensch lernen kann. Diesem Leitgedanken der Bionik ist auch Festo mit der Entwicklung seines Adaptiven Formgreifers DHEF gefolgt. Das Wirkprinzip des hochflexiblen Greifers basiert auf der Funktion der Zunge eines Chamäleons. Der außergewöhnliche Greifer kann daher Objekte mit völlig unterschiedlichen Formen greifen, sammeln und wieder abgeben, ohne dass ein manueller Umbau notwendig ist. Anders als herkömmliche, am Markt verfügbare Backengreifer, die nur bestimmte Komponenten greifen können, arbeitet der Adaptive Formgreifer (DHEF) von Festo hochflexibel. Er kommt sogar mit Bauteilen zurecht, die freie Formen und runde Geometrien aufweisen. Möglich macht dies die Silikonkappe des Formgreifers, die sich über fast jedes beliebig geformte Greifobjekt stülpt. Dadurch entsteht ein fester Formschluss. Das elastische Silikon passt sich präzise an viele unterschiedliche Geometrien an. In Kombination mit einem pneumatischen Antrieb greift der Adaptive Formgreifer dabei energieeffizient und sicher. Da das System keine scharfen Kanten hat, eignet es sich auch ideal für den Einsatz bei empfindlichen Objekten wie Luftdüsen oder Applikationsleisten. SILIKONMEMBRAN UND ROBOTERSCHNITTSTELLE Prinzipiell kann der Greifer in einem Bewegungsgang mehrere Teile wie etwa Muttern aus einer Schale aufnehmen. Damit ist der Greifer beispielsweise beim Handling von Kleinteilen im klassischen Maschinenbau, in der Elektronik- oder Automobilindustrie, in 30 O+P Fluidtechnik 3/2019

PNEUMATISCHE GREIFSYSTEME POINTIERT WIRKUNGSPRINZIP WURDE PHÄNOMENEN AUS DER NATUR NACHEMPFUNDEN ELASTISCHE SILIKONKAPPE ERLAUBT DIE AUFNAHME FREIER FORMEN MEHRERE ELEMENTE LASSEN SICH GLEICHZEITIG GREIFEN DIE AUFNAHME DER BAUTEILE ERFOLGT FORMSCHLÜSSIG GEEIGNET FÜR DIE MENSCH-MASCHINE- KOOPERATION Produktmanagerin Stefanie Seiler (links im Bild) und Entwicklungsingenieurin Nenja Rieskamp präsentieren den Adaptiven Formgreifer DHEF in einer typischen Anwendung am Front-End eines Linienportals Zuführeinheiten für Verpackungsanlagen, für die Mensch-Roboter- Interaktion bei Montageaufgaben oder bei Prothesenergänzungen in der Medizintechnik einsetzbar. Ausgestattet mit einer elastischen Silikonmembran, die sich flexibel und nachgiebig zeigt und mit Druckluft beaufschlagt wird, sowie mit einer genormten Roboterschnittstelle mit integrierten Luftanschlüssen, wird der Greifer zur praktischen Automatisierungskomponente. Die Sensornut für Standardsensoren zur Positionsabfrage sowie der Bajonettverschluss zum einfachen Austausch der Kappe tragen ihren Teil dazu bei. VORBILD NATUR Die Kombination von Kraft- und Formschluss der Zunge eines Chamäleons lässt sich bei der Jagd auf Insekten beobachten. Hat das Chamäleon seine Beute im Visier, lässt es seine Zunge wie ein Gummiband herausschnellen. Kurz bevor die Zungenspitze das Insekt erreicht, zieht sie sich in der Mitte zurück, während sich die Ränder weiter vorwärtsbewegen. Dadurch passt sich die Zunge der Form und Größe des jeweiligen Beutetieres an und kann es fest umschließen. Die Beute bleibt an der Zunge haften und wird wie an einer Angelschnur eingeholt. Diese Beobachtungen machte sich das Festo Bionic Learning Network mit Forschern der Universität Oslo bei der Entwicklung eines Prototyps unter dem Namen „Flex- ShapeGripper“ zunutze. Mit verantwortlich für die Weiterentwicklung des bionischen Prototypen zum jetzigen Katalogprodukt zeichnen die beiden Festo Mitarbeiterinnen Stefanie Seiler (Produktmanagement) und Nenja Rieskamp (Produktentwicklung). www.festo.com/dhef O+P Hannover 2019.pdf 1 19.02.19 12:00 C M Y CM MY CY CMY K Kracht.indd 1 20.02.2019 14:01:00 O+P Fluidtechnik 3/2019 31

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