Aufrufe
vor 2 Monaten

O+P Fluidtechnik 3/2019

O+P Fluidtechnik 3/2019

PREDICTIVE MAINTENANCE

PREDICTIVE MAINTENANCE EIN SMARTES TOOL FÜR DIE VORAUSSCHAUENDE INSTANDHALTUNG Predictive Maintenance (vorausschauende Instandhaltung) errechnet den optimalen Zeitpunkt für eine Maschinen- Instandhaltungsmaßnahme auf Basis der Eintrittswahrscheinlichkeit einer Störung oder eines Ausfalls. Das MCMS 2000 von Hydac, bestehend aus Hardware, Datenvisualisierung & Analyse sowie Reporting, ist ein ganzheitlicher Systemansatz für eine kosteneffiziente vorausschauende Instandhaltung und das nicht nur für die stationäre Maschinenhydraulik. Autor: Helmut Winkler, TMM Technik & Marketing, München PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Predictive Maintenance ist keine neue Erfindung. Die für Instandhaltung Verantwortlichen haben schon immer versucht Maschinenveränderungen zu bewerten und daraus Rückschlüsse auf notwendige Instandhaltungsmaßnahmen zu ziehen. So wurden und werden Ölanalysen gemacht, um herauszufinden, wie lange ein Schmieröl noch genutzt werden kann und selbst das Abhorchen eines Lagers mittels Schraubenzieher war keine reine Selbstbeschäftigung. Dank neuentwickelter Sensoren und bezahlbarer intelligenter Software eröffneten sich immer neue Möglichkeiten der vorausschauenden Instandhaltung. Heute kann an einer Maschine fast 01 Ohne eine vorausschauende Instandhaltung sind Schäden in Hydraulikanlagen oftmals nicht zu vermeiden alles überwacht werden. Diese Tatsache ist zugleich auch eine neue Herausforderung für die Instandhaltung. Bei Predictive Maintenance stellt sich immer häufiger die Frage: „Welche Daten brauche ich wirklich um den Zustand einer Maschine zu erkennen und wie kann ich die Datenfülle bewältigen“? Ein möglicher Lösungsansatz ist baugruppenorientiert zu arbeiten. Die Maschinenhydraulik bietet sich hierfür bestens an. Die sensorische Überwachung der verschiedenen Baukomponenten und eine praxisbezogene Auswertung der Messdaten geben dann ein sehr präzises Bild was Abnützung, Alterung oder den Fluidzustand betrifft. Grundelemente jeder Hydraulikanlage sind Pumpe, Fluid, Filter, Hydraulikzylinder und Schaltelemente. Hauptverursacher vieler Hydraulikstörungen ist die Fluidverschmutzung. Die diagnostische Überwachung des Hydrauliköls ist also ein großer Schritt in Richtung Zuverlässigkeitssteigerung. Die Hydac Filter Systems GmbH bringt mit dem MCMS 2000 (Machine Condition Monitoring System) ein Zustandsüberwachungssystem auf den Markt, das u. a. für die Bedürfnisse stationärer Hydrauliksysteme mit wälzgelagerten Nebenaggregaten (z. B. Pumpen, E-Motoren) entwickelt wurde. DREI BAUSTEINE − EIN SYSTEM Der Datenlogger des MCMS 2000 hat drei spezielle Eingänge für drei Hydac-eigene Fluidsensoren: den Fluidzustandssensor HYDAC Lab, den optischen Partikelzähler CS 1000 und den induktiven Partikelzähler für metallischen Verschleiß MCS 1000. An die übrigen Anschlüsse (8x 4-20mA, 2x 0-10V) können auch Fremdsensoren und IEPE-Beschleunigungssensoren angeschlossen werden. Es gibt eine Sensor-Empfehlungsliste. Die darauf befindlichen Sensoren kann man ohne zusätzlichen Verkabelungsaufwand direkt via M12-Stecker an das MCMS anschließen. Ein exemplarisches Beispiel für die Steckerbelegung zeigt Bild 02. Das zweite Modul, die Hydac-eigene FluidMonitoring Software FluMoS expert, ermöglicht eine datenbank- und cloudbasierte 36 O+P Fluidtechnik 3/2019

MESSKUPPLUNGEN & DIAGNOSESYSTEME Messdatenspeicherung und ist zugleich ein leistungsfähiges Werkzeug zur Messdatenvisualisierung und Analyse. Ein attraktives Arbeitsgerät für die Instandhaltung, mit dem sie Schwachstellen der Hydraulik und einzelner Maschinen erkennen kann. Durch die Anbindung mehrerer Maschinen, es können bis zu 200 Einzelmaschinen mit der FluMoS expert überwacht werden, erhält der Instandhalter die notwendigen Daten, um eine vorausschauende Instandhaltungsstrategie für ganze Produktionsbereiche zu entwickeln. Drittes Modul des MCMS 2000 ist das Hydac Machine Performance & Condition Reporting inklusive der Handlungsempfehlungen. Die Unternehmen können aus zwei Varianten auswählen: -DEM REPORTING FÜR DIE WERKS- ODER GESCHÄFTSLEITUNG (CLOUDBASIERTER REPORT) Dieses betriebswirtschaftlich orientierte Reporting beinhaltet statistische Auswertungen über die Fehlerhäufigkeit, Effizienz und Stillstandzeiten. Man kann also seine weltweit installierten MCMS in einer zentralen Cloud-Plattform zusammenführen und diese miteinander vergleichen. Vielleicht stellt sich dabei heraus, dass das Fabrikat eines bestimmten Systemlieferanten (Hydraulikaggregat, Getriebe etc.) mehr Ausfälle aufweist als das eines anderen. -DEM REPORTING FÜR DIE INSTANDHALTUNG Dieses technisch orientierte Reporting dient der Fehlerermittlung bzw. der Ursachenanalyse eines Fehlers oder einer Schädigung. Ein derartiges Reporting kann u.a. Ölanalysen, Filter-Analysen oder ähnliches beinhalten. Kunden die sich für eine Anlagenzustandsüberwachung durch Hydac entscheiden, erhalten quartalsweise einen Zustandsreport. Bei Auffälligkeiten wird zeitnah der Kunde informiert. Die Hydac-Experten erstellen auf Basis der Datenlagen Handlungsempfehlungen und schlagen laufzeitverlängernde Maßnahmen vor, wie z. B. Maßnahmen zur Fluidpflege. Auf Wunsch wird auch ein eventuell notwendiger Serviceeinsatz im Auftrag des Kunden organisiert. FÜR DEN PRÄZISEN BLICK IN DIE ZUKUNFT GERÜSTET Mit dem MCMS lassen sich in einem überwachten System langfristige Veränderungen erkennen, lokalisieren und mittels des Trendverlaufes eine Lebensdauerabschätzung des Gesamtsystems, von Komponenten oder Maschinenelementen vornehmen. Das MCMS speichert Kurzzeit- und Langzeitdaten. Die angeschlossenen Sensoren werden mindestens einmal pro Minute abgefragt. Dank der temporären, zeitfensterbasierten Abtastung der Messdaten, ist es möglich, auch kurzzeitige Ereignisse wie Initialschäden zu identifizieren und zu lokalisieren. Zur Erkennung von Schadensmustern an Bauteilen oder einer Fehlausrichtung im Antriebsstrang werden Frequenzspektren abbildet. Das macht das MCMS alle sechs Stunden bei analogen Sensoren für wenige Minuten, bei Schwingungssensoren für wenige Sekunden. Über hochaufgelöste Drucksignale könnte so z.B. ein Dichtungsversagen an einem Hydraulikzylinder oder Stick-Slip-Effekte erkannt werden. Das MCMS 2000 ist also viel mehr als ein klassisches Zustandsüberwachungssystem für Maschinenhydraulik. Mit dem Tool lassen sich auch Wälzlager und Getriebe von Produktionsmaschinen überwachen. Auch für die Qualitätssicherung bei Instandsetzungsarbeiten rotierender Baugruppen oder Maschinenelemente liefert das MCMS wichtige und aussagekräftige Informationen. Sind die Leistungsdaten des „Gutzustandes“ bekannt, sollten sie auch nach einer Reparatur wieder erreicht werden. 02 Hydac MCMS 2000 – Anschlussbeispiel für Messsensoren www.hydac.com HALLE 25 -STAND E11 R+L HYDRAULICS GmbH Friedrichstraße 6 58791Werdohl Telefon +49 2392 509-0 info@rl-hydraulics.com www.rl-hydraulics.com

Ausgabe

© 2018 by Vereinigte Fachverlage GmbH. Alle Rechte vorbehalten.