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O+P Fluidtechnik 4/2021

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O+P Fluidtechnik 4/2021

NORMEN RECHTSSICHER MIT

NORMEN RECHTSSICHER MIT DER AKTUELLEN DRUCKGERÄTERICHTLINIE Hydraulikaggregate mit Druckspeicher müssen gemäß den Anforderungen der EU-Richtinie „Druckgeräte und Baugruppen“ hergestellt werden. Für die Inbetriebnahme eines Systems mit Druckspeicher ist daher ein CE-Zertifikat notwendig. Das Unternehmen Werthenbach Hydraulik hat diesbezüglich eine Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland begonnen. MENSCHEN UND MÄRKTE Hydraulikaggregate, an denen Druckspeicher verbaut sind, werden laut Druckgeräterichtlinie (DGRL) 2014/68/EU als „Speicherbaugruppe“ bezeichnet. Das dem Markt Zuführen, Verbauen, sowie Betreiben einer solchen Baugruppe ist nur zulässig, sofern diese entsprechend der Richtlinie, sowie CE-konform gefertigt wurde. Somit ist nur durch den Erwerb von CE-zertifizierten Hydraulikaggregaten mit Druckspeichern, die der DGRL entsprechen, ein rechtskonformes in Betrieb nehmen gewährleistet. Über 35 Jahre Erfahrung mit der Fertigung kundenspezifischer Hydraulikaggregate mit oder ohne Druckspeicher hat das Unternehmen Werthenbach. Zu Beginn des Jahres 2020 hat sich das Unternehmen dem Thema „Speicherbaugruppe nach Druckgeräterichtlinie DGRL 2014/68/EU“ gestellt und in Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland schrittweise ein Konformitätsbewertungsverfahren erarbeitet. SCHRITTWEISE ZUM ZERTIFIKAT Schritt 1: Um Hydraulikaggregate mit Speicherbaugruppen für die Kategorie IV laut DGRL 2014/68/EU normkonform fertigen zu dürfen, hat sich das Unternehmen dazu entschieden, sich für die sogenannten Module B und D laut DGRL 2014/68/EU zertifizieren zu lassen. Schritt 2: Die normkonforme Umsetzung des Moduls B wurde durch den TÜV Rheinland im Hause Werthenbach bewertet, geprüft und zertifiziert. Schritt 3: Das Qualitätssicherungssystem der Firma Werthenbach Hydraulik-Antriebstechnik GmbH wurde auf Basis der DIN EN ISO 9001 und den Anforderungen der DGRL 2014/68/ EU angepasst. Ebenso wurde die normkonforme Umsetzung des Moduls D vom TÜV Rheinland bewertet, geprüft und zertifiziert. Ergebnis: Durch das Implementieren der erarbeiteten Verfahren in ihre Projektierungs- und Fertigungsabläufe, erhielt das Unternehmen die Zertifikate, die die normkonforme Umsetzung der Module B und D bescheinigen. Dadurch ist die Werthenbach Hydraulik-Antriebstechnik GmbH nun berechtigt Hydraulikaggregate mit Druckspeichern für die Kategorie IV herzustellen und den Markt damit zu beliefern. Dies wird durch eine Konformitätserklärung und dem Anbringen eines CE Kennzeichens dokumentiert. RECHTSSICHERHEIT FÜR HERSTELLER UND KUNDEN ZERTIFIZIERUNGSVERFAHREN SIND SEHR AUFWÄNDIG „Für uns als Hersteller von Hydraulikaggregaten mit Druckspeichern, war das eine intensive Auseinandersetzung mit der Druckgeräterichtlinie und ein aufwändiges Zertifizierungsverfahren“, so der Geschäftsführer Dennis Jaeger, der seit 1982 im Unternehmen tätig ist. Die Notwendigkeit, sich dieser Herausforderung zu stellen, begründet Jaeger wie folgt: „Wir mussten für unsere Kunden Norm- und Rechtssicherheit schaffen, um als Hersteller CEkonforme Hydraulikaggregate mit Druckspeichern herstellen und liefern zu dürfen. Mit unseren Hydraulikaggregaten sind Kunden jetzt auf der sicheren Seite.“ Den Kundenmehrwert durch das erfolgreich absolvierte Konformitätsbewertungsverfahren sieht auch der Technische Vertriebsleiter Tobias Tschernik: „Eine jährliche Überwachung durch den TÜV Rheinland bietet unseren Kunden auch für die Zukunft die notwendige Sicherheit zur Einhaltung der Anforderungen der DGRL 2014/68/ EU.“ Bild: Carl Werthenbach Konstruktionsteile www.werthenbach.de 14 O+P Fluidtechnik 2021/04 www.oup-fluidtechnik.de

RUBRIZIERUNGSEBENE STUDIE KI-POTENZIAL WIRD VERNACHLÄSSIGT – LÜCKEN BEI DER UMSETZUNG Drei Viertel der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen haben keine Angst, dass der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen ihren Arbeitsplatz gefährdet: Mit diesem Ergebnis korrigiert die erst kürzlich veröffentlichte Artificial Intelligence Trendstudie 2021 der IUBH Internationale Hochschule, das verbreitete Bild von den KI-skeptischen Deutschen. Die Studie mit über 500 Teilnehmern zeigt, dass Mitarbeiter sich von künstlicher Intelligenz vor allem mehr Effizienz, Entlastung und schnelleres Arbeiten erhoffen. Andererseits sagten nur 17,9 Prozent der Befragten, dass ihr Unternehmen über alle Kompetenzen verfügt, um KI erfolgreich einzusetzen. Und nur etwa die Hälfte der Führungskräfte ist gewillt, ihre Mitarbeiter im Umgang damit weiterzubilden. „Die große Überraschung ist die positive Einstellung zu künstlicher Intelligenz bei den Mitarbeitern ohne Führungsfunktion“, kommentiert einer der Autoren der Studie, Prof. Dr. Ulrich Kerzel, die Ergebnisse. Der Wissenschaftler ist mit seinem Co-Autor Prof. Dr. Thomas Zöller verantwortlich für die Studiengänge Data Science und Artificial Intelligence an der IUBH. „Die Angst vor KI wird in Deutschland gefährlich überschätzt. Wenn die Führungskräfte annehmen, dass die Mitarbeitenden dem Thema skeptisch gegenüberstehen, erschwert das die Entscheidung für künstliche Intelligenz. So wird die Angst vor der Angst zum Bremsklotz und führt dazu, dass Unternehmen das enorme Technologie-Potenzial nicht nutzen“, so Kerzel. 56 Prozent der Befragten haben zwar angegeben, dass künstliche Intelligenz bereits heute Prozesse im Unternehmen vereinfacht. Gleichzeitig sehen jedoch 42 Prozent keinen Bedarf für den Einsatz in ihrer Branche. Gerade in kleineren Unternehmen werde das Potenzial von KI immer noch nicht richtig wahrgenommen, sagt Kerzel: „Hier ist eine große Implementierungslücke entstanden.“ FIRMEN INTERNES FACHWISSEN ZÄHLT „Firmen aller Branchen müssen jetzt mit KI durchstarten, um die langfristigen Potenziale des Technologiewandels nicht zu verpassen“, ergänzt Zöller. Die beiden Forscher sehen jedoch auch Risiken beim Einsatz der Technologie – vor allem, dass Unternehmen die Kontrolle über ihre Kernprozesse verlieren könnten, wenn sie keine interne Expertise aufbauen. „Je stärker die Unternehmen sich auf KI-Services von außerhalb verlassen, desto mehr geben sie Kernprozesse aus der Hand – und das ist gefährlich“, so Zöller. „Unternehmen müssen daher die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu diesem Thema energisch vorantreiben.“ ÜBER 500 MITARBEITER UND FÜHRUNGSKRÄFTE BEFRAGT Für die Studie wurden mehr als 500 Mitarbeiter und Führungskräfte aus deutschen Unternehmen befragt. In der Auswertung wurde unterschieden zwischen kleinen Unternehmen (bis 20 Mitarbeiter > 12,4 Prozent), mittelgroßen Unternehmen (21 bis 500 Mitarbeiter > 36,2 Prozent) und großen Unternehmen (über 500 Mitarbeiter > 40,3 Prozent). Der Großteil der Befragten verfügt über mehr als 10 Jahre Berufserfahrung. 9,9 Prozent sind Geschäftsführer, 8,4 Prozent gehören der mittleren, 11,4 Prozent der unteren Führungsebene an. 10,6 Prozent stammen aus der Personalabteilung, 14,1 Prozent haben eine Schnittstellenfunktion ohne disziplinarische Führung und 45,6 Prozent der Befragten sind fachliche Mitarbeiter. Bild: Monsitj – stock.adobe.com www.iubh.de www.oup-fluidtechnik.de O+P Fluidtechnik 2021/04 15

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