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O+P Fluidtechnik 5/2026

O+P Fluidtechnik 5/2026

SRIDHARAN RANGARAJAN

SRIDHARAN RANGARAJAN Global Product Group Manager - Software bei B&R Industrial Automation Softwaredefinierte Automatisierung entwickelt sich bei mobilen Maschinen zunehmend zu einem zentralen Ansatz, da sie die Steuerungsfunktionen von spezifischer, dedizierter Hardware entkoppelt. Dadurch lassen sich Maschinen durch Software-Updates anpassen, erweitern und optimieren, ohne mechanische oder elektrische Änderungen vornehmen zu müssen. In diesem Umfeld ist die Kombination aus funktionaler Sicherheit (Schutz vor Ausfällen) und Cybersecurity (Schutz vor unberechtigtem Zugriff) von entscheidender Bedeutung. Das Mobile Automation Portfolio von B&R kombiniert Hardware- und Softwarelösungen zu einer modularen, updatefähigen und vor allem adaptiven Automatisierungsplattform mit funktionaler Sicherheit und Echtzeitfähigkeit. Integrierte Cybersecurity-Mechanismen unterstützen Maschinenhersteller bei der Umsetzung der Anforderungen des Cyber Resilience Act (CRA) für ihre mobilen Maschinen. SOFTWARE MACHT MOBIL Von updatefähigen Steuerungen über autonome Funktionen bis hin zu datengetriebenen Services: Software wird zum Differenzierungsmerkmal mobiler Arbeitsmaschinen. Beschreiben Sie, wie dieser Wandel Entwicklung, Betrieb und Geschäftsmodelle im Off-Highway-Bereich verändert und wo die größten Hürden auf dem Weg zur softwaredefinierten mobilen Maschine liegen. MASCHINEN LASSEN SICH DURCH UPDATES ERWEITERN DIFFERENZIERUNG DURCH SOFTWARE IN DER ASSET ADMINIS­ TRATION SHELL ANDREAS LENGNOWSKI Division Market Manager, Hydraulic Actuator Division Europe bei Parker Hannifin Im Off-Highway-Bereich wird Software in der Verwaltungsschale (AAS) zum Differenzierungsmerkmal: Updatefähige Steuerungen, Funktionsfreischaltungen, Assistenz/Autonomie und datenbasierte Services lassen sich über den Digitalen Zwilling, wie zum Beispiel Parker ihn anbietet, schneller entwickeln, ausrollen und über den Lebenszyklus betreiben. Die Entwicklung verschiebt sich hierbei zu modellbasierter Architektur, standardisierten APIs/Datenmodellen und DevOps für Embedded/Edge. Im Betrieb ermöglichen AAS Identität, Zustandsdaten und sichere Over-the-Air-Updates (OTA) höhere Verfügbarkeit, Predictive Maintenance und Modelle wie Pay per Use oder Service Bundles. Voraussetzungen sind durchgängige Cybersecurity und Safety, Cloud-/Edge-Infrastruktur, Traceability sowie Daten- und Update-Governance zwischen OEM, Zulieferern und Betreibern. Zu den Hürden zählen weiterhin Legacy-Plattformen, heterogene Flotten, Regulierung/Haftung, Skill-Gap, IP-Schutz und Change-Management im Feld. 34 O+P Fluidtechnik 2026/05 www.oup-fluidtechnik.de

ALWIN HEERKLOTZ CEO, CTO und Gründer von Innok Robotics Als Hersteller autonomer mobiler Roboter, die auch outdoor und im Brownfield im Einsatz sind, entwickeln wir die Funktionen unserer Produkte völlig unabhängig von der Hardware immer weiter. Systeme wie unser Transportroboter Innok Induros oder der Bewässerungsroboter Innok Rainos erhalten so auch nach der ersten Auslieferung kontinuierlich neue Fähigkeiten. Das Produkt ist damit im Wesentlichen durch die Software definiert. Maschinen veralten nicht mehr nach dem Kauf, sondern lernen durch intelligente Updates stetig dazu. Das schafft höchste Zukunftssicherheit und ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Für diese Evolution sind stabile Schnittstellen enorm wichtig. Bei jeder Softwareänderung muss eine lückenlose Abwärtskompatibilität mit allen Geräten im Feld berücksichtigt werden. Nur wer Automatisierung ganzheitlich denkt, liefert praxistaugliche Lösungen wie Innok. STABILE SCHNITT- STELLEN SIND ENORM WICHTIG FÜR EVOLUTION OPEN-SOURCE- SOFTWARE SOLLTE FRÜHZEITIG EINBE- ZOGEN WERDEN UNIV.-PROF. DR.-ING. LUTZ ECKSTEIN Leiter des Instituts für Kraftfahrzeuge (ika) an der RWTH Aachen und Präsident des VDI Software spielt in Zukunft eine noch wichtigere Rolle - sowohl im Off-Highway-Bereich als auch bei Straßenfahrzeugen. Kunden erwarten, dass mobile Arbeitsmaschinen wie Smartphones funktional aktualisiert und mit neuen Funktionen ergänzt werden können. Wirtschaftlich wird das nur möglich, wenn das Potential von KI schon in der Funktionsentwicklung genutzt wird. Das Backend muss umfangreiche Maschinendaten sammeln, aufbereiten und zur Generierung neuer Funktionen sowie zur Aktualisierung bestehender Features verwenden können. Voraussetzung ist eine skalierbare Hardwareund Software-Architektur, die von einzelnen Maschinen über Flotten bis in das Backend des Herstellers reicht und den Betreiber einbindet. Eine große Hürde sind die notwendigen Investitionen: Analog zu den aktuellen Entwicklungen in der Automobilindustrie sollte das Potential von Open-Source-Software frühzeitig in die Betrachtung einbezogen werden, da diese global einsetzbar ist und der Aufwand dadurch geteilt werden kann. Die zweite Hürde liegt weniger in der Technik als bei uns Menschen: Dieser Wandel erfordert neue Kompetenzen, auch zwischen Wettbewerbern. Wir Universitäten unterstützen gerne den Kompetenzaufbau, der VDI könnte eine neutrale Plattform für den Austausch bieten und Kooperationen moderieren. www.oup-fluidtechnik.de O+P Fluidtechnik 2026/05 35

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