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O+P Fluidtechnik 5/2026

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SENSOR UND MESSTECHNIK

SENSOR UND MESSTECHNIK MOTOR ALS SENSOR INTELLIGENTE RÄDER FÜR LEICHTES MANÖVRIEREN nigen oder bremsen, drehen langsamer oder schneller, je nach Bedarf - jedes Rad für sich oder im Verbund. „Mit der Kombination aus Sensorgriff und Rädern bewegen wir heute mehr als vier Tonnen Gewicht“, sagt Nienhaus. Bislang war der Sensorgriff als Schnittstelle zum Menschen notwendig, der die gewünschte Richtung vorgibt. Hier saß bisher die Schaltzentrale des Systems, der Microcontroller. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Sie sorgen für Anschub, gute Kurvenlage und leichtes Manövrieren von Lasten: Die mitdenkenden Räder des Forschungsteams von Professor Matthias Nienhaus von der Universität des Saarlandes erahnen, wohin die Reise geht. Kleine Berührungen am Gefährt und minimal abweichende Messdaten in den Antrieben genügen, und das System hilft intuitiv beim Beschleunigen, Bremsen und Lenken. Die Elektromotoren in den Rädern liefern alles Nötige - ohne weitere Sensoren. Jede noch so kleine Bewegung, jeder winzige Impuls beim Schieben, Ziehen oder Drücken verrät den intelligenten Rädern, was und wohin der Mensch will. Die Räder verstehen diese Signale und legen sich entsprechend ins Zeug. Mit ihnen ausgestattete Vehikel fahren leichter an, gleiten sanfter um die Kurve und stoppen schneller. „Das Fahren fühlt sich wesentlich leichter an, ein Großteil der Masse wird durch die unterstützenden Elektromotoren in den Rädern beschleunigt“, erklärt Professor Matthias Nienhaus, Inhaber des Lehrstuhls für Antriebstechnik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. An der neuen Technologie haben Nienhaus und sein Team über Jahre geforscht, sie entwickelt und an ihr gefeilt. 2023 demonstrierten sie, wie die Räder in Kombination mit einem Sensorgriff in der Lage sind, Lasten leicht zu bewegen: Sie beschleu- Claudia Ehrlich, Pressestelle der Universität des Saarlandes, Saarbrücken RÄDER, DIE MITDENKEN Neu ist nun: Dieser Sensorgriff kann in vielen Fällen sogar wegfallen. Möglich wird dies, weil sich die Antriebe mit der passenden Regelungstechnik selbst ansteuern und die Befehle geben können. „Die Steuerung funktioniert durch ein Zusammenspiel von Methoden Künstlicher Intelligenz, leistungsfähigen Algorithmen und der Identifikation der richtigen Parameter aus den Daten der Elektromotoren in den Rädern“, fasst Matthias Nienhaus zusammen. Ohne Griff funktioniert die Technologie bislang für Vehikel bis zu 100 kg Gewicht. KÜNSTLICHE INTELLIGENZ IM RAD Die Elektromotoren im Radinneren sind zugleich Messfühler. „Die Elektromotoren der Räder liefern selbst sämtliche Messdaten, die wir brauchen, um sie anzusteuern. Kosten für den Einbau zusätzlicher Sensoren fallen nicht an“, sagt Nienhaus. In mehreren Forschungsprojekten fand seine Arbeitsgruppe heraus, wie DIE RÄDER AGIEREN EINZELN ODER IM KOORDINIERTEN VERBUND sie aus den Antrieben so viele Informationen wie möglich gewinnt; so zum Beispiel, wie das elektromagnetische Feld an bestimmten Stellen im Motor verteilt ist und wie sich dies beim Rollen ändert. Die Forscherinnen und Forscher sammelten zahllose Messwerte aus den Antrieben und ordneten sie bestimmten Motorzuständen und Radstellungen zu. Aus der Datenmasse identifizierten sie Signalmuster, die sie typischen Abläufen zuordneten. Nienhaus und sein Team meldeten auch ein Verfahren zum Patent an, mit dem sich Störeffekte herausrechnen lassen und die Daten so aussagekräftiger werden. Alle Informationen laufen über die normalen, ohnehin vorhandenen Kabel. Die Forschung wurde vom Bundesforschungsministerium sowie vom Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) im Rahmen mehrerer Kooperationsprojekte gefördert. Die Ergebnisse der anwendungsorientierten Forschung will Professor Matthias Nienhaus in die Industriepraxis bringen. Hierzu hat er aus seinem Lehrstuhl heraus die Firma Wellgo-Systems GmbH gegründet. Bild: Universität des Saarlandes / Oliver Dietze www.uni-saarland.de 42 O+P Fluidtechnik 2026/05 www.oup-fluidtechnik.de

VORSCHAU IM NÄCHSTEN HEFT: 06/2026 ERSCHEINUNGSTERMIN: 28. 09. 2026 • ANZEIGENSCHLUSS: 11. 09. 2026 01 02 03 04 01 In der Luftfahrt sorgen Drucksensoren für zuverlässigen Betrieb - von der Kabinendruckregelung bis zur Treibstoffsteuerung Bild: Eray - stock.adobe.com 02 Ein modulares Adaptersystem integriert Steckverbinder, Keystone- Module und Druckausgleichselemente direkt in teilbare Kabeleinführungen Bild: icotek FLUIDTECHNIK IHR WEG ZU UNS O+P IM INTERNET: www.oup-fluidtechnik.de O+P ALS E-PAPER: digital.oup-fluidtechnik.de O+P-REDAKTION: MILES MEIER, m.meier@vfmz.de WERBUNG IN O+P: sales@vfmz.de WORLD OF INDUSTRIES: digital.world-of-industries.com 03 Sensorik und Cloud-Anbindung liefern auf einer IMOCA-Rennyacht Echtzeitdaten wichtiger Parameter zur Analyse des Segelverhaltens Bild: © Antoine Auriol I Team Malizia 04 Vorsatzlager nehmen Radial- und Axialkräfte außerhalb des Antriebs auf, entlasten interne Lager und schützen zuverlässig vor Verunreinigungen Bild: Zero-Max (Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten) www.oup-fluidtechnik.de O+P Fluidtechnik 2026/05 43

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