MENSCHEN UND MÄRKTE 6 O+P Fluidtechnik 2026/05 www.oup-fluidtechnik.de
HYDRAULIK AUF DEM BAU - 2500 JAHRE V. CHR. Eine Studie von Landreau et al. (2024) zeigt, dass die Stufenpyramide des Djoser möglicherweise mithilfe eines ausgeklügelten hydraulischen Systems errichtet wurde. Dabei spielen drei hydraulische Schlüsselelemente eine Rolle: ein Staudamm (Fluidspeicher), eine Wasseraufbereitungsanlage (Filter) und ein hydraulischer Hebemechanismus (Zylinder). Der Staudamm nahm bei Starkregen kinetische Energie aus dem abfliessenden Wasser. Das Wasser musste vollständig sedimentfrei sein, um die mechanischen Komponenten unter Tage nicht zu blockieren. Ein Klärsystem aus aufeinanderfolgenden Kompartimenten wirkte als Absetz- und Rückhaltebecken, das Tausende Kubikmeter gereinigtes Wasser vorhielt. Der Hubmechanismus funktionierte nach dem Prinzip des hydraulischen Auftriebs: Ein tonnenschwerer Holzschwimmer im Schacht trug die Steinlasten (durchschnittlich 300 kg pro Block). Durch zyklisches Befüllen des Schachts stieg der Schwimmer wie ein Kolben nach oben und hob die Steine „vulkanartig“ durch das Zentrum der Pyramide. Nach dem Entladen wurde das Wasser abgelassen, wodurch der Schwimmer für den nächsten Zyklus sank. Da die Wasserverfügbarkeit in der Wüstenregion unvorhersehbar war, diente die Hydraulik eher als periodischer Baubeschleuniger, der wohl durch klassische Rampenbauten ergänzt wurde. Quelle: Landreau X, Piton G, Morin G, Bartout P, Touchart L, Giraud C, et al. (2024); Typ - adobe.stock.com doi.org/10.1371/journal.pone.0306690 www.oup-fluidtechnik.de O+P Fluidtechnik 2026/05 7
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