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O+P Fluidtechnik Report 2021

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O+P Fluidtechnik Report 2021

Dr. Steffen Haack

Dr. Steffen Haack Heribert Rohrbeck Dr. Christian Geis DIGITALISIERUNG, NACHHALTIGKEIT UND KUNDENNÄHE Im Jahr 2021 hat O+P Fluidtechnik mit einigen Vertretern der Branche gesprochen. Alle sehen die Branche gut aufgestellt. Deutlich wurde aber auch, dass Anstrengungen nötig sein werden. Hier die wichtigsten Aussagen der Gäste unserer O+P-Lounge. MENSCHEN UND MÄRKTE Heribert Rohrbeck leitet das Familienunternehmen Bürkert Fluid Control Systems Wir müssen den Kunden aktiv zuhören, um die eigentliche Aufgabenstellung zu erfassen. So schön und leistungsfähig unsere Produkte auch sein mögen, es wacht kein Kunde mitten in der Nacht auf und sagt, er braucht ein Wasserventil von Bürkert. Was er braucht, ist eine Lösung, die ihm einen messbaren Mehrwert bietet – wie zum Beispiel eine höhere Anlagenverfügbarkeit, damit er so wiederum auch seinen Kunden überzeugen kann. Diesen Ansatz verfolgen wir in unseren Systemhäusern, die aber nicht in Konkurrenz zur Standardproduktentwicklung stehen. Vielmehr setzen die Systemhäuser die Standardprodukte gezielt in den kundenspezifischen Lösungen ein, um damit den Kundenanforderungen gerecht zu werden. Erfreulicherweise werden die Vorteile eines solchen Vorgehens von unseren Kunden sehr geschätzt. Dr. Steffen Haack, Geschäftsführer der Business Unit Industrial Hydraulics und Vorstandsmitglied der Bosch Rexroth AG Den Markt können wir nicht ändern, aber durch die Verlagerung von Funktionen aus der Hydromechanik in die Software bieten sich sowohl für den Maschinenbauer als auch für den Anwender einige Vorteile. Maschinenbauer können durch Digitalisierung ihrer Arbeitsabläufe ihre Time-to-Market erhblich verkürzen und schneller kundenspezifische Lösungen realisieren. Ein passendes Beispiel dafür ist unsere neue hochintegrierte, intelligente Kompaktachse Cytroforce. Endanwender können im laufenden Betrieb Parameter hydraulischer Aktoren nachfragegerecht anpassen und damit den Trend zu kleineren Losgrößen abbilden. Dr. Christian Geis ist stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Fluidtechnik im VDMA Aus meiner vor allem technisch geprägten Sicht gibt es aktuell drei Hauptthemen für den Wirtschaftsfaktor Fluidtechnik: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und der Wettbewerb mit anderen Technologien. Alle diese Themen erfordern Innovationen, disruptive Veränderungen und Anpassungen von Prozessen in den Firmen. Zudem sind es keine singulären Probleme. Die Herausforderungen müssen ganzheitlich betrachtet werden. Die Fluidtechnik ist eine robuste, langlebige Technologie und ist grundsätzlich auch energieeffizient und nachhaltig. Der Fachverband Fluidtechnik unterstützt die Branche mit entsprechenden Publikationen dabei, dies noch deutlicher zu kommunizieren und in die Breite zu tragen. 6 O+P Fluidtechnik Report 2021 www.oup-fluidtechnik.de

Georg Rempel Eray Kus Bert Brahmer Prof. Dr.-Ing Marcus Geimer Georg Rempel ist Leiter Products and Services bei der Voss Fluid GmbH Gefragt sind vermehrt perfekte Kombinationen aus mehreren Materialien und Funktionen: beispielsweise einbaufertige, auf den Bauraum zugeschnittene Rohr- und Schlauchleitungen inklusive den passenden Anschlusskomponenten in Stahl und Edelstahl. Hinzu kommen immer häufiger Anfragen zu Baugruppen, die fertig montiert geliefert werden sollen. Die Voraussetzungen sind diffiziler geworden. Höchst individuell sind zum Beispiel Aspekte wie Befestigungspunkte, Prozesssicherheit und Dichtheit, Ansprüche an die Montagesicherheit und die Montage im Allgemeinen, Reinheitsanforderungen und vieles mehr. Auch in den Trendthemen Wasserstoffanwendungen und gasförmige Medien spielen einbaufertige Hydraulikleitungen mehr und mehr eine Rolle. Hier steigt der Bedarf an Systemen und Komponenten mit hoher Qualität in der Weiterverarbeitung. Bert Brahmer ist CEO der J.M. Voith SE & Co. KG in Deutschland Hydraulik ist eine bewährte Antriebstechnik mit vielen Vorteilen. Vorteile elektromechanischer Servoantriebe sind einfache Inbetriebnahme und das Vorhandensein von standardisierten Steuerungslösungen. Wir sehen einen Trend zur „Elektrifizierung“. Anwender wünschen sich vermehrt ein System, welches ausschließlich elektrische Schnittstellen hat und nach außen nicht mit hydraulischen Komponenten in Erscheinung tritt. Diese Wünsche bedienen wir mit Kompaktantrieben. Die Dynamik und die Regeleigenschaften von Servomotoren werden mit effizienten Innenzahnradpumpen kombiniert. Die Kraftübertragung zwischen Servomotor und Linearbewegung erfolgt über ein hydraulisches Getriebe. Die Robustheit und Kraftdichte der Hydraulik stehen zur Verfügung, wobei Inbetriebnahme, Betriebsverhalten und Energieeffizienz auf gleichem Niveau sind wie bei der technologischen Konkurrenz der Servomotoren. Eray Kus, Vertriebsleiter bei Sun Hydraulics Die Nachfrage nach mehr Energieeffizienz bei Maschinen wird weiterhin zunehmen. Die Forderungen nach energieeffizienteren Maschinen hat für Hydrauliksysteme zwei Folgen: Hydrauliksysteme müssen ebenfalls Energieeffizienter werden und Hydrauliksysteme müssen, gerade im hydraulisch mechanischen Bereich, präziser werden. Durch präzise arbeitende Hydrauliksysteme kennt der Konstrukteur die Belastung der Maschine genauer und kann so die Bauteile näher am geplanten Betriebspunkt auslegen. Dadurch werden kompaktere und leichtere Maschinen ermöglicht. Weiterhin müssen in Zukunft die Wartung und Instandhaltung möglichst einfach und schnell durchführbar sein. Dieser, zugegebenermaßen nicht ganz neue Wunsch, kommt Sun Hydraulik sehr entgegen, da Einschraubventile, gerade im Vergleich mit vielen anderen Technologien, einen kostengünstigen und problemlosen Service ermöglichen. Prof. Dr.-Ing Marcus Geimer Leiter der Abteilung Mobima (Mobile Arbeitsmaschinen) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Ich sehe nach wie vor die Hydraulik als eine wichtige und zentrale Disziplin zum Antrieb mobiler Arbeitsmaschinen. Gleichzeitig werden elektrische Antriebe in kleine Leistungsbereiche weiter vordringen. Die Relevanz kombinierter Antriebe, wie sie zum Beispiel in Form eines elektrohydraulischen Zylinders auch auf unserer letzten Tagung diskutiert wurden, wird zunehmen. Nicht zuletzt sehe ich aber auch eine zunehmende Integration elektronischer Steuerungen in hydraulische Antriebe. Hydraulische Steuerungstechnik sehe ich daher vorzugsweise in einfachen Antrieben oder dort, wo elektronische Systeme aufgrund der notwendigen Leistung nicht möglich sind. www.oup-fluidtechnik.de O+P Fluidtechnik Report 2021 7

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